Senran Kagura Bon Appétit: Lohnt sich der PC-Port?

Senran Kagura Bon Appétit! ist ein Rhythmusspiel aus der Senran-Kagura-Reihe. Statt in Prügelkämpfen treten die Figuren in einem Kochwettbewerb gegeneinander an. Die PC-Fassung „Full Course“ enthält das Grundspiel sowie zusätzliche Figuren und zuvor veröffentlichte Inhalte.

Der Kauf lohnt sich vor allem für Fans von überdrehtem Anime-Humor und sexualisierter Inszenierung. Wer viele Songs und einen ausgewogenen Schwierigkeitsverlauf erwartet, sollte lieber auf einen Rabatt warten.

Was Full Course enthält

Die PC-Version erschien 2016 als vollständige Fassung des zuvor für die Vita veröffentlichten Spiels. Sie umfasst das Grundspiel und die Erweiterung mit den Schulen Gessen und Hebijo. Auch die zuvor für die Vita erschienenen Zusatzinhalte sind enthalten. 22 Figuren stehen zur Auswahl, darunter Rin und Daidōji. Außerdem lassen sich Kostüme und Accessoires freischalten.

„Full Course“ bezeichnet vor allem das gebündelte Inhaltspaket. Die PC-Fassung bietet dadurch kein grundlegend überarbeitetes oder deutlich umfangreicheres Rhythmusspiel. Im Mittelpunkt steht der Kochwettbewerb: Wer die Noten im Takt trifft, sammelt Punkte und baut eine Kombo auf, also eine Folge erfolgreicher Treffer. Die Musikduelle werden von Dialogen begleitet. Dazu kommen Bewertungen der Gerichte und bewusst überzeichneter Fanservice.

Der Rhythmusspiel-Kern

Die Steuerung ist schnell erklärt: Die Noten folgen der Musik. Wer im richtigen Moment die Taste drückt, hält die Folge erfolgreicher Treffer aufrecht. Der Einstieg fällt leicht, auf höheren Schwierigkeitsstufen kommt es stärker auf das richtige Timing an. Im Story-Modus und im freien Spiel lassen sich verschiedene Figuren und Lieder ausprobieren.

Die Musikauswahl ist überschaubar. Ein PC-Test zählte 22 Songs und kritisierte, dass sich die Begegnungen wiederholen. Zwar gibt es 22 spielbare Figuren, aber nicht entsprechend viele verschiedene Lieder. Wer Rhythmusspiele vor allem wegen einer großen Song-Auswahl spielt, findet hier auf Dauer wenig Abwechslung.

Der Schwierigkeitsgrad steigt nicht gleichmäßig an. Einige Kritiken fanden einzelne Songs und Gegner deutlich schwieriger als den Rest. Andere stuften den normalen Story-Modus meist als gut machbar ein. Ein Test bemängelte dagegen einen großen Sprung von den leichteren zu den normalen Einstellungen. Wer vor allem die Figuren und den Humor erleben möchte, hat es auf einer niedrigeren Stufe entspannter.

Fanservice als Hauptbestandteil

Die sexualisierte Inszenierung zeigt sich in den Dialogen, Kostümen und bei der Präsentation der Gerichte. Sie gehört zum Grundkonzept und lässt sich nicht einfach ausblenden. Für Fans der Reihe ist dieser Ton ein wesentlicher Teil des Reizes. Wer damit wenig anfangen kann, dürfte auch an den freischaltbaren Inhalten und Zwischensequenzen wenig Freude haben.

Die aufwendigen Effekte haben zudem einen spielerischen Nachteil: Ein Test kritisierte, dass Bildschirmelemente und Animationen das Erkennen der Noten erschweren. Wer ein besonders klares, wettbewerbsorientiertes Rhythmusspiel sucht, sollte diesen Punkt im Hinterkopf behalten.

Technik und Steuerung am PC

XSEED kündigte für die Windows-Fassung eine Auflösung von 1080p und 60 Bildern pro Sekunde an. Ein damaliger PC-Test bestätigte, dass das Spiel flüssig mit 60 Bildern pro Sekunde lief. Der Test merkte aber auch an, dass die höhere Auflösung die niedrig aufgelösten Texturen deutlicher zeigt. Andere Tests berichteten von Problemen mit der Bildrate oder von Abstürzen. Diese unterschiedlichen Berichte stammen aus der Veröffentlichungszeit. Sie erlauben keine verlässliche Aussage darüber, wie das Spiel auf heutigen PCs läuft.

Das Spiel unterstützt Tastatur und Controller. Die Tastenbelegung lässt sich anpassen, doch ein Tester fand den Controller leichter zu bedienen. Wer mit der Tastatur bei schnellen Eingaben Schwierigkeiten hat, sollte den Controller ausprobieren. Erfolge gibt es auf dem PC ebenfalls. Dazu kommen Cloud-Speicherung und Bestenlisten.

Steam- und Metacritic-Bewertungen

Nutzer und Kritiker bewerten das Spiel unterschiedlich. Eine Momentaufnahme der Steam-Bewertungen zeigte, dass die Nutzer das Spiel mehrheitlich positiv bewerteten. Metacritic führte für die PC-Fassung 62 von 100 Punkten auf, gestützt auf elf Kritiken.

Die Zahlen beruhen auf unterschiedlichen Bewertungen und können sich mit neuen Stimmen ändern. Zusammen zeichnen sie das Bild eines Spiels, das seine Nische gut bedient, als Rhythmusspiel aber Schwächen bei Song-Auswahl, spielerischer Tiefe und Präsentation hat. Die positive Steam-Bilanz bedeutet deshalb nicht, dass Bon Appétit! für alle Fans des Genres ein überzeugender Kauf ist.

Für wen sich der Kauf lohnt

Wer die Figuren aus Senran Kagura mag und ein leicht zugängliches Rhythmusspiel für kurze Runden sucht, bekommt mit Full Course die vollständige PC-Fassung mit 22 Figuren und zusätzlichen freischaltbaren Inhalten. Für diese Zielgruppe ist das Paket besonders interessant, wenn der Preis deutlich unter dem damaligen Startpreis liegt.

Weniger passend ist das Spiel für alle, die eine große Song-Auswahl, langfristige spielerische Abwechslung oder einen stetigen Anstieg des Schwierigkeitsgrads erwarten. Auch wer ein klassisches Senran-Kagura-Actionspiel sucht, sollte genau hinsehen: Bon Appétit! setzt auf Rhythmusduelle statt auf Prügelkämpfe.