Yakuza 0: Diese Inhalte bleiben in der westlichen Version erhalten

Als die ursprüngliche westliche PS4-Fassung von Yakuza 0 am 24. Januar 2017 in Nordamerika und Europa erschien, hatte Sega zugesagt, keine Gameplay-Inhalte aus der japanischen Version zu streichen. Dazu zählte ein Catfight-Minispiel. Auch Videos mit Gravure-Idols und eine Szene, in der Kiryu eine BDSM-Domina trainiert, blieben erhalten.

Sega sagte zu, spielbare Inhalte und Szenen zu erhalten. Bei Text, Ton und Gestaltung nahm die Lokalisierung Änderungen vor und passte Sprache und Orientierung an ein englischsprachiges Publikum an.

Welche Nebeninhalte in Yakuza 0 erhalten blieben

Im Oktober 2016 erklärte Sega-PR-Vertreter John Hardin, dass die besprochenen spielbaren Inhalte erhalten blieben. Als Beispiel nannte er die Szene mit der Domina, die bereits in Vorführungen des Spiels zu sehen gewesen sei. Berichte über Segas Aussage erwähnten außerdem das Catfight-Minispiel und Videos mit Gravure-Models.

Nach dem Verkaufsstart bestätigte Lokalisierungsproduzent Scott Strichart gegenüber Game Informer, dass für die US-Fassung keine Missionen oder Szenen entfernt worden seien. Er verwies dabei ausdrücklich auf die übernommenen Softcore-Videos. Auch Segas Ankündigung auf dem PlayStation Blog machte deutlich, dass die westliche Version mehr als Hauptgeschichte und Kämpfe umfassen sollte: Sie nannte etwa Telefonate mit Frauen, Nebenunternehmen, Pocket-Car-Rennen, Tanzen und Billard.

Damit ist bestätigt, dass die genannten Nebeninhalte auch in der westlichen Version spielbar blieben. Die Aussagen belegen jedoch nicht, dass Sega sämtliche Spieldateien der beiden Regionen vollständig verglichen hat.

Was Sega mit der Zusage meinte

Sega versprach, spielbare Funktionen zu erhalten, aber nicht jedes Detail wortgetreu zu übernehmen. Die Lokalisierung passte Dialoge, Untertitel und Hinweise auf dem Bildschirm an. Die japanische Sprachausgabe blieb erhalten, während unter anderem Kapitelüberschriften, Charaktervorstellungen und Gegnernamen auf Englisch übertragen wurden.

Strichart sagte, das Team habe versucht, dem japanischen Original treu zu bleiben und zugleich verständliches Englisch zu verwenden. Bei Nebenhandlungen nutzte das Lokalisierungsteam laut seiner Erläuterung mehr kreativen Spielraum, weil Humor nicht immer direkt übersetzbar ist. Segas Zusage bezog sich deshalb auf Missionen, Szenen und spielbare Aktivitäten, die nicht gestrichen werden sollten.

Ein sichtbarer Unterschied betrifft die Musik: Das japanische Eröffnungslied Bubble von Shōnan no Kaze fehlte in der ursprünglichen westlichen Fassung. Sega bestätigte später, dass der Song dort nicht enthalten war. Die westliche Version war deshalb nicht in jeder Hinsicht identisch mit der japanischen.

Warum frühere Kürzungen wichtig sind

Segas Zusage war bemerkenswert, weil das Unternehmen bei früheren Spielen der Reihe Inhalte geändert hatte. In der westlichen PS3-Fassung von Yakuza 3 aus dem Jahr 2010 fehlten unter anderem Hostessen-Inhalte und mehrere Minispiele. Ein zeitgenössischer Bericht von Game Developer bezifferte die Kürzungen auf 22 Nebenmissionen und vier Minispiele. Als Gründe galten damals eine schnellere Lokalisierung und ein leichterer Zugang für westliche Spieler. Die Änderungen stießen bei Fans auf Kritik.

Bei Yakuza 4 versprach Sega anschließend, mehr japanisch geprägte Inhalte zu übernehmen. Hostessen-Clubs, Umzieh-Minispiele und Mahjong blieben enthalten. Das Quizspiel Answer X Answer wurde laut damaliger Berichterstattung aus Zeitgründen trotzdem ausgelassen. Sega änderte seinen Kurs also nach und nach: Es strich weniger Inhalte pauschal, ließ aber einzelne Ausnahmen bestehen.

Mit der Aussage zu Yakuza 0 erklärte Sega, dass es ungewöhnliche oder kulturell spezifische Aktivitäten nicht vorsorglich aus der westlichen Fassung entfernen wollte. Der Wechsel zwischen ernster Kriminalgeschichte und absurden Nebenbeschäftigungen prägt die Reihe. Weil diese Inhalte erhalten blieben, erlebten auch westliche Spieler diesen Kontrast.