Review: Senran Kagura Bon Appétit! (PC) – Die Kochboobies kommen

Von Peniswitzen und ganz viel Plot

© Marvelous Games

Senran Kagura Bon Appétit! ist schon seit über zwei Jahren für die PlayStation Vita erhältlich, aber das hält Marvelous nicht davon ab, auch die PC-Spieler(innen) am kruden Humor und Fanservice des Titels teilhaben zu lassen. Wie gut die PC-Portierung des Rhythmusspiels ist, erfährst du in den folgenden Zeilen.

Während sich in den Hauptspielen der Senran-Kagura-Reihe vollbusige Shinobi-Kriegerinnen die Kleider in bester Brawler-Manier vom Leib kloppen, schlägt Bon Appétit! eine völlig andere Richtung ein. Beim Spin-Off, das in Gestalt eines Rhythmusspiels daherkommt, kochen sich kurvige Anime-Babes gegenseitig nackig – ja, wirklich.

Zunächst zu den blanken Fakten, denn vielleicht willst du ja wissen, warum du erneut Geld für ein Spiel hinblättern sollst, dass du schon vor zwei Jahren für die PSVita gekauft hast. Wenn das Game für dich völlig neu ist, kannst du die nächsten drei Absätze auch überspringen. Wenn dir Technik komplett egal ist, überspring am besten gleich die nächsten fünf Absätze.

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Das ist in der Steam-Fassung enthalten

Die Steam-Portierung von Senran Kagura Bon Appétit! trägt den Namenszusatz „Full Course“, weil sämtliche DLCs der Handheld-Fassung von Anfang an mit dabei sind. Dazu zählen tonnenweise schlüpfrige Outfits, die „Gessen x Hebijo“-Erweiterung und zwölf zusätzliche Heldinnen. Somit sind insgesamt 22 Busenwunder in der PC-Version des Rhythmusspiels anwählbar.

Und weil es der PC-Crowd vor allem um Frameraten und Auflösungen geht, hat Marvelous Games der Portierung Full-HD-Auflösung und einen 60-FPS-Modus spendiert. Nichtsdestotrotz kannst du dem Game teilweise ansehen, dass es von einem Handheld kommt.

Während die Charaktermodelle in 1.080p größtenteils richtig „scharf“ aussehen, kommen einige Ladebildschirme, Artworks, Hintergrundgrafiken und Texturen etwas grobpixelig daher – mich hat das allerdings kein bisschen gestört, weil ich sowieso die deutlich schlechtere Grafik der Handheld-Version gewohnt bin. Ein grafisches Meisterwerk solltest du aber auch bei der PC-Version nicht erwarten.

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Solide Portierung mit Kinderkrankheiten

Insgesamt würde ich die technische Umsetzung als gelungen bezeichnen, auch wenn das Spiel mit 16:10-Monitoren, wie ich einen besitze, Probleme macht. Bei dieser Art von Monitor ist bei den Bildschirmeinstellungen die Option „Borderless Fullscreen“ Pflicht, andernfalls werden ziemlich viele Texturen wild flackernd oder überhaupt nicht dargestellt. Hoffentlich wird dieser Bug noch gepatcht, was wahrscheinlich ist, denn die von Marvelous übersendete Review-Version wird als „Beta Test“ bei Steam angezeigt – vielleicht also nur Kinderkrankheiten einer unfertigen Fassung.

Geradezu loben muss ich den Controller-Support von Senran Kagura Bon Appétit!. Beim Testen wurden sowohl Xbox-One- als auch PS4-Controller einwandfrei erkannt – und das sogar mit dem korrekten Buttonlayout im Spiel, was natürlich enorm wichtig bei einem Game dieses Genres ist, denn wie du sicherlich weißt, ist beispielsweise die X-Taste bei beiden Controllern anders platziert. Vielleicht auch ein Grund, warum Multikonsoleros Quick-Time-Events hassen.

Aber genug technisches Geseier, kommen wir zur Story und dem Rest des Spiels.

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Ganz schön viel Plot

Im Shoppingcenter der Hanzōstraße wird ein Kochwettbewerb veranstaltet, das sogenannte “Super Dish Gourmet Cook-Off”. Dem Gewinner – oder besser gesagt der Gewinnerin, denn spielbare Typen gibt es bei Bon Appétit! nicht – winkt eine geheime Ninjaschriftrolle, mit deren Hilfe sie sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen kann. Also pilgern dutzende Shinobi mit ausladender Oberweite in das belebte Einkaufszentrum, um ihre Kochkünste heldenhaft unter Beweis zu stellen.

Zu Beginn kannst du zwischen drei Spielmodi (Story Mode, Arcade Mode und Free Mode) und drei Schwierigkeitsgraden wählen. Der härteste Schwierigkeitsgrad ist dabei wirklich extrem anspruchsvoll. Beim Story Mode verfolgst du die Story (ha!) von einer der insgesamt 22 zur Verfügung stehenden Ninja. Im Verlauf der Geschichte, die mittels Visual-Novel-Elementen und anzüglichen Wortspielen, die nahezu immer auf männliche Genitalien oder Boobies abzielen, erzählt wird, musst du dich gegen fünf andere Mitstreiterinnen in verschiedenen Kochduellen behaupten, was relativ flott vonstatten geht. Es dauert pro Kampagne nicht länger als 40 Minuten, bis der Abspann über den Bildschirm flimmert. Beim Arcade Mode wird sämtlicher Story-Ballast über Bord geworfen und du musst gegen sechs statt fünf Gegnerinnen antreten, aber im Grunde unterscheiden sich beide Modi kaum voneinander. Free Mode lässt dich deine Mitstreiterinnen manuell anwählen.

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Anstößig, aber nie explizit

Die einzelnen Matches laufen bei allen Spielmodi gleich ab. Ein Match besteht immer aus drei Runden. Nach jeder Runde entscheidet der etwas notgeile Juror Hanzō, wer das beste Gericht zubereitet hat. Die schlechtere Köchin wird zur Strafe einem Teil ihrer Kleidung entledigt – dabei geht es aber nie über leichte Ecchi-Szenen hinaus. Die Nippel werden von niedlichen Chibigesichtern bedeckt, während Lichtbalken einen Blick auf den entblößten Unterleib verwehren. Sofern du alle drei Runden ohne große Fehltritte meisterst, wartet außerdem ein „Perfect Victory“ – deine komplett entkleidete Gegenspielerin präsentiert sich dann traurig als Dessert, wobei Schlagsahne und Schokosauce den letzten Rest der Privatsphäre schützen.

Spielerisch wagt Senran Kagura Bon Appétit! im Rhythmusspielgenre keine großen Experimente, es spielt sich ein wenig wie Taiko no Tatsujin oder Hatsune Miku: Project DIVA: du musst einfach nur zur richtigen Zeit die eingeblendeten Buttons drücken. Es gibt hier und da Variationen, ab und zu musst du eine Taste länger gedrückt halten oder wie wild darauf einhämmern, aber im Grunde ist das Spielprinzip recht simpel. Ein wenig enttäuschend ist der Soundtrack: viele der Lieder dudeln nur so vor sich hin; richtige Highlights, die auch im Ohr hängen bleiben, sind rar gesät.

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Build your own Waifu

Trotz simpler Spielmechanik kann Bon Appétit! über einen längeren Zeitraum motivieren. Für jedes gewonnene Match winken Goodies in Form von freischaltbaren Ingame-Gegenständen wie etwa Bikinis, Outfits, Artworks und so weiter. Mit den Kleidungsstücken lassen sich die Shinobi im Dressing Room dem eigenen Geschmack nach anpassen, wobei zahlreiche Klischees bedient werden, die das Land der aufgehenden Sonne so zu bieten hat: Von Katzenohren über Schulmädchen-Outfits bis hin zu Polizeiuniformen ist wirklich alles vertreten. Darüber hinaus motivieren die wirklich unterhaltsamen Clips mit Juror Hanzō, wobei du dich als Spieler des Öfteren fragst, ob nicht etwas LSD ins Gewinneressen gemischt wurde.

Fazit

Senran Kagura Bon Appétit! – Full Course ist eine durchaus gelungene Portierung des gleichnamigen PlayStation-Vita-Spiels, die mit minimalen technischen Problemen zu kämpfen hat. Für einen fairen Kaufpreis wird jede Menge Content geboten. Spielerisch ist der Titel allerdings recht simpel gestrickt und deshalb nur für Spielerinnen und Spieler geeignet, die mit der Reihe oder mit Ecchi im Allgemeinen etwas anfangen können. Fans von Rhythmusspielen sollten sich vorher ein paar Gameplay-Videos anschauen, denn im Genre gibt es eindeutig bessere Spiele. Nichtsdestotrotz ist Bon Appétit! ein solider Titel, der sich vor allem durch platten Humor und zahlreiche Anzüglichkeiten abheben kann.

Senran Kagura Bon Appétit! – Full Course

Wertung: 7/10
Publisher: XSEED Games, Marvelous USA, Inc.
Entwickler: Meteorise
Plattform: PC (getestet), PlayStation Vita
Preis: 29,99 Euro

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Publisher Marvelous Games zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

Thomas
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Thomas

Ich bin Thomas, Hardcore-Zocker, und berichte auf meinem Blog Boobs and Bullets vorwiegend über Nischenspiele für PC und Konsole.

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