Review: Tokyo Mirage Sessions #FE Encore

Ein Liebesbrief an die japanische Kultur in Form eines RPG Lites

@ Martin Kro

Manche Reviews müssen einfach ganz anders beginnen. Genau so geht es mir bei Tokyo Mirage Sessions #FE Encore (In Folge nur noch TMS). Kannst du mit Vocaloids, JPop, Kaijus und anderen Sachen aus Japan etwas anfangen, und magst du zudem noch RPGs, dann kannst du bitte jetzt dieses Review verlassen, in den Laden deiner Wahl gehen und dir TMS für die Switch kaufen!

Ein Abenteuer beginnt.
@ Martin Kro

Noch da? Gut, dann will ich dir erklären, warum mich dieses Game nicht mehr losgelassen hat und mir immer wieder ein Strahlen auf die Lippen und einen Ohrwurm ins Ohr gezaubert hat.

Du übernimmst die Rolle von Itsuki, der dank seiner Kraft die Möglichkeit hat, Performa zu kanalisieren und damit mächtige Verbündete im Kampf gegen fiese Wesen aus einer anderen Welt zu bekämpfen. Dabei stehen ihm eine Vielzahl von Charakteren zur Seite. Tsubasa Oribe zum Beispiel ist seit Kindertagen an seiner Seite, aber auch Kiria, welche als Idol bekannt ist oder Touma, der gerne Fernsehstar werden will. All diese Figuren versuchen das drohende Unheil zu vereiteln. Der Kampf gegen das Böse entbrennt!

Die Cutscenes der Musikauftritte sind wahres Eye-candy.
@ Martin Kro

Die Story von TMS zeichnet sich durch ihre Unbeschwertheit aus. Gerade zu Beginn schreitet die Geschichte sehr langsam voran und wirft dir als Player immer nur ein paar kurze Elemente vor die Füße. Sofort merkst du, dass dieses Game sich vor allem an RPG-Neulinge richtet, die sich von den großen Namen ala Persona eher abschrecken lassen. Dadurch fällt es immer wieder leicht, TMS auch nach ein paar Tagen wieder weiterzuzocken ohne dabei das Gefühl zu haben, dass du dich in der Story nicht mehr wiederfinden kannst. Mir ging es dabei immer wieder so, dass ich innerhalb von Minuten wieder voll im Setting drin war und mir die Figuren immer weiter ans Herz gewachsen sind. Doch das hat auch einen ganz triftigen Grund:

Denn zwischen den Hauptkapiteln, von denen sechs Stück auf dich warten, gibt es Intermissionen (Zwischenkapitel), in denen du die Möglichkeit hast, Sidequests zu machen. Erfreulich für Casual-Player ist dabei, dass diese ohne jeglichen Zeitdruck und Stress auskommen. Hast du bei Persona 5 beispielsweise immer den Kalendar im Hinterkopf, der dich dazu zwingt deine Arbeitsstunden vernünftig zu planen, lässt dir TMS hierbei jede Zeit der Welt. Und das hat mich vor allem dazu gebracht, wirklich jede Sidequest zu machen. Dadurch lerne ich die Figuren, ihre Probleme und Ängste immer besser kennen und ich baue auch eine Bindung zu den einzelnen Charakteren auf. Das hat bei mir selten ein Game in so kurzer Zeit geschafft und dafür allein bekommt TMS bei mir einen ganz besonderen Platz im Herzen.

Humor kommt nicht zu kurz.
@ Martin Kro

So fällt beispielsweise bei Kiria recht schnell der Vorhang, und ich merke, dass diese Figur deutlich zerbrechlicher ist, als sie nach außen den Anschein erweckt. Aber auch die anderen offenbaren mir dadurch viel mehr von ihrem Wesen. Zwar sind die Sidequests nicht besonders spannend, da ich meist nur eine kleine Aufgabe vorgesetzt bekomme, aber dadurch verkommt das Ganze auch nie zu einer unüberwindlichen Mammutaufgabe, wie es bei P5 zum Beispiel regelmäßig der Fall ist. Um eine Chance auf die Sidequests zu haben, muss ich lediglich die einzelnen Figuren in den Kämpfen bei mir haben. Dadurch steigen diese in ihrem Stage Rank, der neben Zugang zu den Sidequests auch neue Boni freischaltet.

Outfits so weit das Auge reicht.
@ Martin Kro

Hier kommen wir zu einem weiteren Highlight. In der Einsatzbasis der Fortuna Company gibt es eine Tür zu einer Parallelwelt, in der die Performa der Gruppe, sowie Tiki auf dich warten. Tiki ist ein Uta-loid (wie zu Beginn angedeutet eine Anspielung auf die Vocaloids ala Hatsune Miku). Tiki dient dabei als Anlaufstelle für deine Verbesserungen. Hier kannst du neue Waffen erschaffen und Boni, wie mehr HP, das Überleben eines fatalen Treffers mit 1HP, sowie permanente Session-Angriffe der Figuren freischalten. Dieses Leveling-System hat mir persönlich richtig gut gefallen, da ich dafür belohnt werde, die Charaktere im Team zu haben und dadurch diese immer effektiver zu nutzen. Gerade „Open Audition“, welches jedem Charakter die Möglichkeit gibt, in den Sessions mitzumachen, auch wenn ich ihn nicht im Team habe, macht die Kämpfe zu einem wahren Fest aus Effekten.

Doch was sind denn jetzt Sessions, wirst du dich vielleicht fragen. Bei TMS führt jede Skill-Attacke dazu, dass die Möglichkeit zu einer Session hast. Wie im Musikbusiness bekannt, bekommen dadurch die Figuren die Option sich mit einzuklinken. Im Grunde ist es einfach nur eine coole Art, dass Wort „Combo“ zu umschreiben. Angenehm ist dabei, dass ich immer schon vorab sehe, wer alles bei der Session dabei sein wird. In den ersten Stunden kommst du dabei gerade mal auf eine Combo von 2. Nach gut 15 Stunden, habe ich es dann aber schon geschafft eine 7er-Combo zu erreichen, und dank dem Duo-Feature kann ich dann sogar eine nochmalige Combo starten und so wurden die Kämpfe bei mir recht schnell zu einem wahnsinnigen und fast nie enden wollenden Spektakel. Hast du den Kniff einmal raus, wirst auch die wahrscheinlich jeden Kampf mit Kusshand suchen. Das ist besonders wichtig, da die Gegner ihren Geist droppen und auch Sterne, die du wiederrum für Verbesserungen bei Tiki brauchst.

Japan Kultur wie man sie liebt.
@ Martin Kro

Doch die Kämpfe sind nicht nur positiv. Ein großes Manko waren für mich die Savage Encounter. Kann ich die normalen Gegner mit dem Druck auf den X-Knopf kurzzeitig stunnen und mir so einen First-Strike-Vorteil verschaffen, sind die blauen Performa-Gegner leider immun gegen diesen Angriff. Auch in Gegenden die vom Level ca. 20-30 Level unter deinem aktuellen Wert sind, können diese Savage Encounter vorkommen und leider sind die Gegner dann trotzdem immer ca. 5 Level über deinem aktuellen Level. Das macht die Kämpfe besonders anstrengend und gefährlich. Solltest du den Kampf nicht gewinnen, kommt ein weiteres Manko zum Vorschein. Denn du wirst sofort in den Titelscreen zurückversetzt. Du hast seit ein paar Minuten nicht gespeichert? Tja Pech gehabt, dein ganzer Progress ist hiermit weg. Doch immerhin hast du jederzeit die Möglichkeit zu speichern und ich habe beim Erscheinen eines Savage Encounters, meist kurz vorher einfach gespeichert und dann mein Glück versucht. Dennoch hätte ich mir hier etwas weniger Stress erhofft.

Im Topic Menü kannst du mit den einzelnen Charakteren chatten.
@ Martin Kro

Es gibt aber noch so viel mehr in TMS zu entdecken. Die Dungeons haben alle ein spezielles Thema, was sich perfekt in die kunterbunte Welt einreiht. Kleinere Requests von Namenlosen NPCs warten in der zweiten Hälfte fast überall auf dich. Du kannst dir alle Outfits in einem Store kaufen und dann im Kampf anziehen. Dank Trainingsarealen ist es möglich Figuren innerhalb von Minuten um zehn Level zu verbessern. Abseits der Savage Encounter konnte ich wirklich nichts finden, was mir keinen Spaß bereitet hat. Zwar mag TMS nicht so groß sein wie ein Persona, aber für Leute, die wie ich oft einfach die Lust verlieren, weil die RPGs zu umfassend werden, ist TMS ein Geschenk des Himmels. Natürlich kommt mir hierbei zu Gute, dass ich die japanische Kultur liebe und mir die Themen, welche angesprochen werden, bestens bekannt sind.

Ich will aber noch kurz ein paar Worte über den Score verlieren. Ich selber liebe Vocaloid-Musik und auch mit JPOP kann ich was anfangen. Kein Wunder also, dass mir wirklich jeder Track gefallen hat und ich jetzt noch trauriger bin, dass es bei der Switch-Fassung keine schöne Collector’s Edition gibt, die mir den Soundtrack als CD spendiert. Ich habe dennoch noch Hoffnung, dass Nintendo hier vielleicht noch einen separaten Release in Erwägung zieht.

Eleanor wird zu Alice.
@ Martin Kro

Wie du vielleicht weißt, ist TMS kein nagelneues Game, sondern „lediglich“ ein Port des WiiU-Originals. Zwar wurde grafisch relativ wenig gemacht, dafür sind die Ladezeiten bei der Switch-Fassung jetzt blitzschnell. Zudem gibt es mit den EX Chaptern neuen Content, der bereits nach ein paar Stunden zur Verfügung steht. Gerade die neuen Kostüme sind cool und auch die neue Session-Mitglieder können sich sehen lassen. Hast du die WiiU-Fassung noch nicht, dann kann ich dir die Switch-Portierung wärmstens ans Herz legen. Fans des Spiels werden wahrscheinlich lieber auf einen Sale warten. Auch zum Thema Zensur muss ich kurz ein paar Wörter verlieren. Die westliche WiiU Fassung wurde damals um ein paar heiße Outfits und ein paar Anspielungen entschärft. Leider bekommen wir nun mit der Switch Fassung erneut nur diese zensierte Fassung. Besonders der Dungeon im zweiten Kapitel wurde dabei um heiße Aufnahmen im Bikini beschnitten und durch eher popige Aufnahmen ersetzt. Ansonsten hält es sich zum Großteil im Rahmen. Zwar finde ich diesen Schritt sehr schade, aber dennoch funktioniert TMS auch mit dem etwas entschärfteren Content noch sehr gut. Zudem solltest du dich darauf einstellen, dass die Switch Fassung nur die japanische Sprachausgabe, sowie englische Texte enthält.

Hier musste die Switch Fassung, sowie damals die westliche WiiU Fassung entschärft werden.
@ Martin Kro

Fazit: TMS ist für mich eines der besten Games von 2020. Vor allem, weil ich das Original noch nicht gespielt habe. Ich liebe die einzelnen Tracks, das Setting ist cool und unverbraucht. Die entspannte Herangehensweise ermöglicht es mir, alles zu erleben ohne das Stress aufkommt und die liebenswürdigen Figuren haben jetzt schon einen Platz in meinem Herzen. Ganz klare Empfehlung von meiner Seite. In dem Sinne: See you in Tokyo!

Let’s fight.
@ Martin Kro

Summary: Tokyo Mirage Sessions #FE Encore is a port of the WiiU Original. If you played that game you likely won’t buy it again. BUT! If you haven’t experienced it yet, I’ll tell you why you should definitely check this RPG out. First of all I have one question for you: Do you like Vocaloid music, JPop, japanese Idols, Kaijus or japanese culture in general? If you can answer this question with yes and you enjoy RPGs, I advice you to stop reading this review anymore and just buy Tokyo Mirage Sessions for Switch right now.
Still there? Ok.

You can change Outfits, as you see fit.
@ Martin Kro

TMS is a fun little RPG gem that scraps all that time management from games like Persona and gives you a RPG, that is just a pleasure to play and experience. You have to beat six chapters and between those you get a lot of side content in form of sidequests that flesh out every character of the game. Never have I grown to love every single one of my teammates like in TMS. Characters that might seem hard on the outside will show you their deepest fears and emotions that let you connect with them on another level entirely. Thanks to those you will unlock more options for the battle mechanics like more HP, or the option to join into the combos without even being part of the main group.

Did someone say vocaloid?
@ Martin Kro

While some themes tend to go into more serious territory the most part of TMS story is just kawaii as it gets, including some amazing music tracks that come with beautiful stage shows to enjoy. The switch port is great, because the loading times are nearly gone and those bonus content gives you even more fun stuff to experience. Besides some difficulty spikes in form of savage encounter, that left me a little bit annoyed I have not a single point I didn’t love about this game.

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Like i said before, if you never experienced TMS and you love Nippon, please do yourself a favor and buy this little gem!!!

Tokyo Mirage Sessions #FE Encore

Wertung: 9,5/10
Publisher: Nintendo
Entwickler: Atlus, Intelligent Systems

Plattform: Switch (getestet)
Preis: 59,99 €

Für den Test wurde ein kostenloses Exemplar von Nintendo zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

Logge
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