Review: Yooka Laylee and the impossible Lair

2D Retro Jump-and-Run meets coole Oberwelt

© Martin Kro

Damals als das SNES der neuste Shit war, da stand vor allem ein Genre ganz hoch im Kurs: Das Jump-and-Run. Neben Mario wusste jedes Kind wer Donkey Kong war. Der Affe, rollte sich mit seinen Kollegen durch die Welten und besonders der angenehm herausfordernde Schwierigkeitsgrad sorgte für eine angenehme Challenge, um sein Können zu perfektionieren. Als die ersten Trailer von Yooka Laylee and the impossible Lair zu sehen waren, bekam ich ein wohliges Gefühl der Nostalgie im Bauch. Sah das doch alles so richtig schön Oldschool aus. Nun ist es endlich soweit und wir können mit dem Duo durch knackige 2D Level rennen und hüpfen. Ob das alles 2019 auch noch Spaß macht will ich euch jetzt vermitteln.

© Martin Kro

Capital B hat sich im Impossible Lair breit gemacht und will zum alleinigen Herrscher werden. Das müssen Yooka und Laylee natürlich verhindern. Zwar hilft ihnen Queen Phoebee mit ihrem Bienenschild dabei, doch Capital B gelingt es alle Bienen in seine Gewalt zu bringen. So kann unser Duo den fiesen Capital B nicht stürzen, denn sein impossible Lair ist einfach zu schwer. Doch es gibt eine Möglichkeit. Sie müssen die Bienen retten, um so eine Chance gegen Capital B zu haben. Ein Abenteuer beginnt und es steht viel auf dem Spiel.

© Martin Kro

Die Story von Yooka Laylee ist an sich wirklich schnell erzählt und nach dem Tutorial, gerät sie sehr schnell in den Hintergrund. Viel mehr steht hier einzig und allein das Gameplay im Vordergrund. Hast du das Tutorial überstanden landest du nämlich direkt im Impossible Lair von Capital B. Stirbst du, wie ich nach ein paar Sekunden, dann wartest du eigentlich darauf, dass du das Level wieder beginnen kannst. Doch weit gefehlt. Queen Phoebee zieht dich aus dem magischen Portal in eine Oberwelt und erklärt dir, dass du erst die anderen Bienen retten musst. Jetzt beginnt nämlich das richtige Game. Dank der Oberwelt Karte kannst du nun 20 Level bereisen und dort die einzelnen Bienen aus den Klauen von Capital B retten.

© Martin Kro

Die Oberwelt ist auch das größte Highlight von Yooka Laylee and the impossible Lair. Hier darfst du via Top-Down Perspektive eine riesige Karte erkunden. Neben den 20 Leveln gibt es hier aber noch so viel mehr coole Ideen. Du triffst zum Beispiel auf Trowser, der Schlange mit Hose, die dich immer vor eine Paywall stellt. Du kommst nur weiter, wenn du ihm immer mehr Münzen, von denen du pro Level maximal 5 Stück finden kannst, gibst. Und warum? Ja warum sollte er damit kein Geschäft machen. Dieser schwarze und ironische Humor wird dir während dem gesamten Game immer wieder um die Ohren geschmissen und das macht jede Begegnung mit den ulkigen Charakteren zu etwas ganz Besonderem. So schaltest du nach und nach immer mehr der Karte frei und kannst so immer mehr Level erkunden.

Neben den Charakteren gibt es zudem auch Tränke zu entdecken. Diese musst du aber nicht konsumieren. Stattdessen geben Sie dir verschiedene Optionen, um dein Game zu verändern. So kannst du beispielsweise mit einem riesigen Kopf rumrennen. Weniger Speicherpunkte in den Levels finden, aber dafür mehr goldene Federn (Quills) dafür bekommen. Oder du kannst auch deutlich mehr Speicherpunkte bekommen, dafür aber weniger Quills finden. So kann man sich den Schwierigkeitsgrad im Laufe des Games ganz nach den eigenen Wünschen anpassen. Doch es gibt noch so viel mehr zu entdecken. Kleine Rätsel in der Oberwelt schalten neue Abkürzungen frei und Pagies warten mit Challenges auf dich. So musst du beispielsweise ganz im Space Invader Style Gegner mit Obst abwerfen. Diese kleinen abgerissenen Seiten verändern zudem nach erfolgreichem Abschluss einer Challenge den kompletten Aufbau der Karten und schalten so weitere Areale frei. Das Erkunden der Oberwelt ist wirklich eine Wonne und ich habe so viel Zeit damit verbracht mir jede Ecke genau anzuschauen und vielleicht doch noch einen Trank oder eine geheime Hölle zu entdecken.

© Martin Kro

Die Level selbst wirken dagegen schon fast langweilig und altbacken. Immer wieder kommt mir das Ganze wie ein Remake eines der Donkey Kong Country Levels vor. Das soll jetzt nicht schlecht klingen, aber im direkten Vergleich zu der interessanten und abwechslungsreichen Oberwelt, bieten die 2D Stages einfach zu wenig Neues. Das Gameplay in den Stages selber ist bekannt und rasant, wie auch schon bei den DKC Games. Jeder der damit also seine Freude hatte, wird auch hier nicht enttäuscht. Allerdings hätte ich mir einfach etwas mehr Mut dazu gewünscht, etwas Neues zu wagen. Gerade im Hinblick auf den kreativen Umgang mit der Oberwelt.

© Martin Kro

Eine kleine Feinheit gibt es dann aber doch. So hört sich der Umfang von 20 Leveln vielleicht zunächst etwas wenig an, doch du kannst später von jedem Level noch eine zweite Version freischalten. Das aber nicht einfach nur nach Abschluss der Standard-Version. Nein, du musst in der Oberwelt Möglichkeiten finden, um die Stage zu verändern. So kannst du beispielsweise dank Eis-Obst die gesamte Welt einfrieren. Oder du überflutest sie einfach komplett. Diese Idee ist richtig klasse, sodass du schlussendlich ganze 40 Stages erforschen kannst und neben den 40 Bienen in den Leveln, auch noch 8 verstecke Bienen in der Oberwelt entdecken kannst.

© Martin Kro

Das finale Level stellt dann das titelgebende Impossible Lair dar und das trägt seinen Namen nicht zu Unrecht. Schaffst du dieses nämlich nicht, darfst du jedes Mal ganz von vorne anfangen. Etwas nervig aber dank der insgesamt 48 freien Treffer durch dein Bienenschild immerhin nicht unmöglich. Wenn du deine Skills richtig testen willst kannst du also prinzipiell schon direkt zu Beginn das Game beenden. Ich bin gespannt was man da bald für Speedruns auf Youtube und Co. sehen wird.

© Martin Kro

Grafisch kann sich Yooka Laylee wirklich sehen lassen. Die Farben sind knackig und dank grandioser Optimierung läuft das Game auf allen Konsolen mit butterweichen 60FPS. Doch der Soundtrack übertrifft die grafische Präsentation sogar noch und hält ungemein viele Ohrwürmer parat. Hier merkt man wirklich das Profis am Werk waren und in manchen Stages habe ich mir wirklich einfach nur den Soundtrack angehört und meine Figur einfach am Start stehen lassen.

Fazit: Yooka Laylee and the impossible Lair bietet 2D Retro Level, die zwar charmant sind, allerdings ein wenig zu viel Wert auf die Nostalgie setzen. Die tolle Oberwelt hingegen ist wunderbar kreativ und lädt zum Erkunden ein. Die witzigen Charaktere und die vielen versteckten Sachen unterhalten gekonnt und wer damals schon mit DKC seinen Spaß hatte, der wird sich hier sehr Wohl fühlen.

Summary: Yooka Laylee and the impossible Lair mixes an amazing overworld with 2D stages that feel a little bit to retro for their own good. The overworld let’s you explore a charming place with a lot to find and a cast of weird and lovable characters. The 2D stages kept me feeling like I was back on my SNES playing Donkey Kong Country 2 but sometimes I wished it was a little bit more than that. The soundtrack kicks ass and the visuals are simply beautiful. All platforms deliver smooth 60fps and it feels so good to play. So if you loved DKC back then you will love yooka laylee too.

 

Yooka Laylee and  the impossible Lair

Wertung: 7,5/10 
Publisher: Team 17
Entwickler: Playtonic

Plattform: Switch (Getestet), PS4, Xbox One, PC
Preis: 39,99 €

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Team17 zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

Logge

Logge

Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
Logge

Comments

Kommentar(e)

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen