Review: Wings of Bluestar

Was lange währt, wird endlich gut. Nach einem gescheiterten Kickstarter hat sich Pixel-Artist Shinu über drei Jahre lang hingesetzt, gezeichnet und Feintuning betrieben. Herausgekommen ist ein feines Shoot ‚em up im R-Type-Stil, welches ohne Probleme in einer japanischen Spielhalle der 90er hätte laufen können.

Shinu setzt dabei komplett auf selbstgezeichnete und Frame für Frame von Hand animierte Grafiken. Er nutzt dabei einen weichen, pastelligen Manga-Stil mit deutlichen Anleihen an den Neo Geo-Klassiker Blazing Star. Ein gut aufgelegter, melodischer Soundtrack unterstützt das Anime-Gefühl. Das Ergebnis sieht überwältigend gut aus, auch wenn ich mir einzelne Explosionseffekte etwas druckvoller gewünscht hätte. Da die Entstehung des Soundtracks ihr eigenes Politikum darstellt, mag ich mich hierzu nicht äußern. Nur so viel: Er funktioniert und passt wirklich gut zum Spiel.

Babyblaue Schönheit – © Shinu Real Arts

Als Spieler hast du die Wahl zwischen der jungen Raumkadettin Aya, und dem leicht geheimnisumwitterten Veteranen Zarak. Beide bringen ihre eigenen Raumschiffe mit, die sich in Handling und Bewaffnung deutlich unterscheiden. Beide Charaktere werden im umfangreichen Storymodus, der sogar mit verschiedenen Enden aufwartet, näher beleuchtet. Aya richtet sich an Anfänger. Hat sie ein Power Up eingesammelt, so bekommt sie die aus der R-Type-Rerie bekannte Force Unit und ist durch Treffer von vorne geschützt. Aber vorsicht: Anders als im großen Vorbild ist der Satellit nicht unzerstörbar. Nach ein paar Treffern verschwindet er und lässt Aya schutzlos zurück. Zarak verzichtet ganz auf den Schutz, bringt dafür aber gesteigerte Feuerkraft und Manövrierfähigkeit mit. Dementsprechend ist er erste Wahl für Profis, die eventuell schon die eine oder andere Gegnerformation auswendig gelernt haben und den Feind gezielt ausknipsen wollen, noch bevor er die Gelegenheit hat einen potentiell tödlichen Kugelteppich über den Bildschirm auszubreiten.

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Setzte Pulstar noch auf Speed Ups und -Downs und Blazing Star auf verschiedene Schiffe mit festen Geschwindigkeiten, so gilt hier die Bullethell-Regel dass Feuern das Spielervehikel verlangsamt. Lässt du deine Waffen kurz schweigen, um schnell von einer Ecke des Bildschirms in die andere zu gelangen, oder gibst du Feuer um in der Kugelwolke präzise zu navigieren. Dies ist nicht das einzige moderne Feature. Über das Einsammeln sogenannter Risk Stars kannst du den Schwierigkeitsgrad der aktuellen Runde steuern. Viele Sterne bedeuten hohe Herausforderung, aber auch hohe Punktzahlen. Als zusätzlichen Anreiz zum mehrfachen Durchspielen warten in den Levels versteckt Puzzleteile, die zusammengesetzt schicke Pixel-Artworks in der Galerie freischalten – natürlich nur, wenn es dir gelingt das komplette Set zu sammeln. Die gesammelten Risk Points dienen ebenfalls dazu, im spielinternen Shop weitere Credits und andere Extras zu kaufen – Risk and Reward!

Kugelteppich! – © Shinu Real Arts

Ähnlich wie in Pulstar oder dem ebenfalls auf dem Neo Geo beheimateten Klassiker Last Resort lassen sich die aufsammelbaren seitlichen Satelliten um das Spielerschiff rotieren, sodass du fast im 360 Grad-Radius feuern kannst. Dies geschieht hier stufenlos über die Schultertasten. Das „fast“ ist hier entscheidend, denn bei beiden Schiffsmodellen bleibt ein kleiner Teil am Heck schutzlos, egal wie weit die Waffen bereits aufgerüstet wurden. Es ist selbstverständlich, dass später im Spiel enge Gänge auftauchen, durch welche sich fiese Gegnerformationen von hinten an den Spieler anschleichen – genau auf Höhe der Schwachstelle.

Saubere Arbeit, Shinu! Zwar schafft es Wings of Bluestar nicht ganz an die großen Vorbilder heran, doch es entwickelt schnell seinen ganz eigenen Charme. Es ist eine Freude, ein solch poliertes und hochwertiges Shmup im Jahre 2020 zu sehen. Bitte mehr davon!

Wings of Bluestar

Wertung: 8,5/10
Publisher: Shinu Real Arts
Entwickler: Shinu Real Arts

Plattform: Steam-PC
Preis: 16,79 € (Steam Download)

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Shinu Real Arts zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots stammen vom Publisher.

Martin
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