Review: Waifu Uncovered – unHappy Weekend

Ein neuer Tiefpunkt für Boobsie?

© Eastasiasoft Limited, One-Hand-Free-Studios

Ich entschuldige mich schon jetzt für den miesen Wortwitz im Titel, und vorbeugend für alle Schenkelklopfer, die mir im Rahmen dieses Reviews noch entfleuchen werden – obwohl…. Wie wäre es mal wieder mit einem Schuss Boobsie-Innovation?

Okay, folgender Deal: Jedes Mal, wenn ich mir einen Kalauer verkneife, markiere ich dies mit einem Gendersternchen. Dadurch spare ich Zeit beim Schreiben, und du ersparst dir ein Facepalm-bedingtes Karpaltunnelsyndrom. So haben wir beide was davon, mkay? Schließlich wollen wir auch nicht ganz so tief sinken, wir sind ja ein professionelles Magazin*.

Meet Tanya, russische Schönheit vom Lande – © Martin Nagel

Waifu Uncovered ist ein recht simpler Shooter, der als Spielfeld das gezeichnete Bild eines hübschen Anime-Mädchens nutzt. Durch das Abräumen von Gegnerwellen kannst du das Mädel nach und nach entkleiden, bis du schließlich blanke Brüste zu sehen bekommst – Jeeeeeeeeey! Der Entwickler dieses Spiels hört auf den grandiosen Namen One-Hand-Free-Studios, und tatsächlich kannst du im Spiel einen Einhandmodus freispielen, damit die freie Hand andere Aufgaben wahrnehmen kann*.

„Nein Herr Anwalt, das ist ganz bestimmt nicht Tracer aus Overwatch“ – © Martin Nagel

Die klassische Review-Struktur verlangt es, dass ich jetzt auf die Entstehungsgeschichte dieser Art von Spiel eingehe. Und tatsächlich gibt es eine. Schon 1990 hat Kaneko den Quix-Klon Gals Panic mit sexy Hintergründen aufgepeppt. Im Rahmen der Doujin-Welle auf PC wurde dieses Prinzip auch für Shmups adaptiert, welche zunächst nur über verruchte japanische Hinterhofseiten zu beziehen waren. Irgendwann „trauten“ sich diese Spiele auch auf Steam. Deep Space Waifu habe selbst ich in meiner Bibliothek – hey komm schon, es war Summer Sale! Nun hat es also auch die Switch erwischt. Coolere Webseiten feiern dies schon als Eckpfeiler der Popkultur und Durchbruch der freien Liebe. Schließlich war Nintendo speziell in den Neunzigern für ausufernde Familienfreundlichkeit weit über die Grenzen der Prüderie hinaus bekannt, und hat eine Rollenspiel-Kneipe gerne mal zur Milchbar gemacht. Auf der Playstation 4 dürfte das popkulturelle Archievement nicht ganz so groß sein, hat doch David Cage bereits zwei Generationen vorher Brüste gezeigt, welche allerdings noch in ein pseudokünstlerisches Story-Gerüst gezwängt waren – jaja *.

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Feindliche Aliens haben die Kleidung hübscher Mädels infiziert, und drohen sie in heiße, aber hässliche Aliens zu verwandeln. Also musst du mit deinem Raumschiff losziehen und die Klamotten zerstören, bevor dieses große Unglück hereinbrechen kann – Wow, ditt is‘ ma ’ne Story! In meinen Filmen kommt immer bloß der Klempner – Sorry, ich hatte ganz vergessen dass wir nen Deal haben. Du spielst den Horse Ninja, einen Typen in Ninja-Robe mit Pferdehut. Und er ist so klein*, dass er in das etwa postkartengroße Raumschiff passt.

Dieser Endboss heißt allen Ernstes Deep Shit. Es gibt noch den Pussy Rabbit und Skull & Boners – © Martin Nagel

Die Steuerung ist dabei solide. Dein Raumschiff bewegt sich schnell und präzise, und mit minimalem Input Lag. Von den Schussmustern lässt sich dies leider nicht sagen. Hier wird so dermaßen unkoordiniert auf dich draufgerotzt* dass es sehr oft zu unfairen Situationen kommt. Glücklicherweise ist die Energieleiste ausreichend lang, um dies zu kompensieren. Stunde eins im Kurs Gamedesign für Anfänger: Wenn du als Designer schon selber merkst dass dein Spiel kacke ist, mach den Lebensbalken lang genug damit zumindest deine Kunden es nicht merken. Und geradezu schuldbewusst schenken dir die Designer am Ende jeder Gegnerwelle etwas Lebensenergie. Der lange Balken möge bitte an die Information kommen, damit er sich sein * abholen kann.

Screenshots geben das unkoordinierte Bullet-Chaos leider kaum wieder – © Martin Nagel

Getötete Gegner hinterlassen lilafarbene Ninjasterne, welche du einsammeln musst um die Mädchenkleidung automatisch anzugreifen. Dumm nur, dass die Shuriken in Form und Farbe einigen Items ähneln. Du solltest nämlich nicht alles einsammeln, was hier so fliegt. Einige Gegenstände klauen dir Power, und genau diese kannst du leicht mal verwechseln. Wenn dies eine geplante Designentscheidung der One-Hand-Free-Studios war, dann ziehe ich meinen virtuellen Hut vor ihnen. Ich glaube allerdings nicht dran.

Sind denn wenigstens die Zeichnungen gut? Leider nein. Die dicken schwarzen Outlines und einfarbigen Flächen erinnern mich eher an westliche Webcomics, bei denen es naturgemäß schnell gehen muss*. Bei den Gesichtern der Ladys musste ich öfter an die Knax-Comics von der Sparkasse denken. Lustigerweise hat das Titel-Artwork, welches auch als Icon im Switch-Store und auf dem Dashboard verwendet wird, eine deutlich höhere Qualität.

Da ist Cowgirl Jessica doch tatsächlich die Tüte mit dem Knabberkram geplatzt. So ein Pech aber auch! – © Martin Nagel

Hast du den Wichsmodus Einhand-Modus freigeschaltet, kannst du mit dem Finger direkt auf der Oberfläche des Touchscreens steuern. Das funktioniert grundsätzlich, ich habe zwischendrin aber ein leichtes Stocken der Bewegung wahrgenommen. Der Screen scheint von Nintendo eher als Auswahl-Tool denn als Eingabe für Wisch-Steuerung gedacht zu sein. Auch habe ich eine ganze Weile gebraucht, um eine Empfindlichkeitsstufe zu finden, welche in etwa meinen Finger-Moves* folgt. Dummerweise kannst du diese nämlich nur am Anfang des Spiels einstellen, nicht im Pause-Menü wo es Sinn machen würde. Du spielst in diesem Modus ein fliegendes Wiener Würstchen, welches weiße Tropfen von seiner Spitze abschüttelt. Da gehen selbst mir die Worte und die * aus.

************************** – © Martin Nagel

Es gibt wirklich keine Konstellation*, in der ich Waifu Uncovered empfehlen kann. Das Spiel versagt sowohl als Shmup als auch als Erwachsenenunterhaltung. Für 5,59 € bekommst du sowohl bessere Spiele, als auch bessere Pornos – bei gutem Verhandlungsgeschick vielleicht sogar beides. Den einen Wertungspunkt gibt es für die funktionierende Steuerung, die ganz nette Musik und die popkulturelle Unverschämtheit.

Und nun die Info auf die du die ganze Zeit gewartet hast, gut versteckt in der hintersten Ecke des Artikels wie das Grillfleisch im Supermarkt damit du auch ja alles vorher durchliest: Ja, in Waifu Uncovered gibt es voll ausmodellierte weibliche Brüste zu sehen – mehr allerdings nicht. Abgesehen vom Censored Mode gibt es noch einen speziellen Youtube-Modus, der hier nochmal eine Sicherheitsabdeckung* drüberlegt. Und du kannst dich vor jedem Spiel entscheiden, ob du in den Highscore-Listen auftauchen möchtest oder nicht – nicht dass dein Nachbar dich dort sieht und es Tratsch im Treppenhaus gibt.

Waifu Uncovered

Wertung: 2/10
Publisher: Eastasiasoft Limited
Entwickler:
One-Hand-Free-Studios
Plattform: Switch, PS4 Steam
Preis: 5,59 € (Switch), TBA (PS4), 3,99 (Steam-PC)

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key vom Publisher Eastasiasoft Limited zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots bis auf das Titelbild wurden selbst angefertigt.

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Ich schmeiße hier den Laden solange Thomas Yakuza zockt. Du hast Fragen, Anregungen oder Kritik? Du willst dein Spiel getestet haben? Du willst mir einfach nur sagen wie scheiße du mich findest? Schreib mir unter Martin@boobsandbullets.com!
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