Review: Vampyr

Durstig in London: A Day in the Life of a vampir!

© Martin Kro

Wer Dotnod hört, der mag zuerst an die Life is Strange Games denken. Gerade der Erstling hat mich damals richtig gepackt und fasziniert. Die Erzählweise in Episoden war ungewöhnlich und spannend, da man am Ende einer jeden mit einem fiesen Cliffhanger leben musste. 2018 erschien dann von selbem Entwickler ein Open-World RPG namens Vampyr. Schon die ersten Berichte dazu machten mir Lust auf das finale Game. Da ich aber aktuell nur Switch zocke, schaute ich erstmal in die Röhre. Umso mehr freute ich mich, als ein Port für die Switch angekündigt wurde. Ganz passend zu Halloween ist es nun soweit und wir können uns auch unterwegs in das London des frühen 20. Jahrhunderts stürzen. Wie es mir so ging als Vampyr in London, dass will ich euch jetzt verraten.

© Martin Kro

Du erwachst umgeben von Leichen. Die Kohlepartikel regnen auf dich hernieder und du weißt nicht wo du bist. Doch eins weißt du genau: Du hast Durst! Durst nach Blut. Du musst trinken und dieser Sucht nachgeben. Da trifft es sich, dass ganz in der Nähe eine junge Frau steht. Du schleichst dich an und beißt ihr in den Hals. Als du wieder zu klarem Verstand kommst, erkennst du wen du da getötet hast. Deine eigene Schwester liegt in deinen Armen und ist Tod! Schon werden die ersten Menschen auf deine Tat aufmerksam. Du musst hier weg und zwar schnell! Als du zur Ruhe kommst wird dir klar, dass etwas mit dir nicht stimmt. Du bist Dr. Charles Reed und irgendwie wurdest du in einen Vampir verwandelt. Die Suche nach Antworten beginnt und auf dieser wirst du mit vielen Schicksalen konfrontiert, die dich vor die Wahl stellen was für eine Art von Monster du sein willst!

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Das die Jungs von Dotnod wissen, wie eine Geschichte erzählt werden muss, dass dürfte jedem klar sein der bereits andere Games von diesem Entwickler gezockt hat. Auch bei Vampyr ist die Geschichte eines der großen Highlights. Natürlich dürfen hier einige Klischees nicht fehlen, aber dank der unglaublichen Cast wirkt das alles überhaupt nicht abgedroschen oder langweilig. Und da wären wir auch schon bei der Cast. Hier wirst du so viele verschiedene Figuren kennen lernen, die sich alle so echt anfühlen. Da haben wir zum Beispiel eine Nonne im Krankenhaus, die Gutes tun will aber insgeheim nach einem Weg sucht um zu fliehen. Das diese zusätzlich noch eine Affäre mit dem Krankenwagen Fahrer hat, der darüber hinaus auch noch schwarz ist, macht das Ganze noch glaubwürdiger. So findest du in jeder Ecke Menschen, die ihre ganz eigenen Probleme haben.

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Da kommst du dann ins Spiel. Denn du kannst mit jedem NPC interagieren. Dich mit ihm unterhalten oder ihn sogar heilen. Dank deines Könnens als Arzt hast du die Möglichkeit an Werkbänken, die du in deinen Unterschlüpfen besitzt, Medizin zu craften. Dazu brauchst du einige Materialien die du wahlweise finden oder bei Händlern kaufen kannst. Solltest du dann die richtige Medizin für den einzelnen NPC besitzen, darfst du ihn heilen oder du lässt es. Was das bringt willst du jetzt vielleicht wissen und es ist ganz einfach. Auf Grund deiner Fähigkeiten als Vampir kannst du nämlich jeden NPC verzaubern und ihn dann in eine dunkle Ecke verschleppen. Solltest du dann das Verlangen spüren, ihn komplett auszusaugen, dann gibt dir das zwar einen massiven XP Boost, aber du musst damit leben, dass dies immense Auswirkungen hat. Denn jeder Bezirk hat einen Status und je mehr Leute du kaltblütig aussaugst, umso gefährlicher wird eben jener.

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Die Erfahrungspunkte kannst du aber für neue Fähigkeiten oder Statusverbesserungen ausgeben und da du auf normalen Weg eher spärlich zu diesen kommst, kann dich dieses Machtgefühl schnell überwältigen. Auch mir ging es so und ich hatte ein paar Leute, die mich wirklich genervt haben. Umso toller fühlt es sich dann an, wenn ich sie dank meiner Fähigkeit dann auslöschen kann und mir danach eine neue Spezialfähigkeit holen kann. Schnell wird dabei auch klar, dass dieses Vorgehen im wahrsten Sinne belohnt wird, denn dank der Vielzahl an Erfahrungspunkten werden die Kämpfe sehr schnell zu einem Kinderspiel.

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Da sind wir auch schon beim Kampfsystem, denn neben der Vielzahl an Dialogen mit NPCs musst du auch immer wieder gegen Vampirjäger und Bosse antreten. Diese sind zwar meist sehr zäh, aber dank deiner Vampirfähigkeiten kommst du selten ins Schwitzen. Deine allererste Fähigkeit ist beispielsweise das beißen von Gegner, womit du dich regenerieren kannst. Ergo hast du in jedem Kampf eigentlich immer mehr als genügend Heilmöglichkeiten. Dazu kommen dann noch einige Angriffe, die dich sehr schnell sehr mächtig werden lassen. Hast du Level 10 erreicht kannst du dir sogar noch einen ultimativen Angriff aussuchen und dieser hat es wahrhaftig in sich. Reguläre Gegner fallen bei diesem zum Beispiel instand um und auch Bosse leiden darunter sehr. Dennoch hat mich das Kampfsystem, auch trotz seiner Einfachheit, nie gelangweilt oder genervt. Und gerade die Bosskämpfe können wirklich auch dank der besonderen Charaktere wirklich überzeugen.

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Beim Umfang wird dir hier gut 20 Stunden Spielspaß geboten. Wer jeden NPC komplett kennenlernen will oder seine Probleme lösen mag, der kann locker die doppelte Zeit investieren. Allgemein wirst du sehr viel Zeit mit Dialogen verbringen. So habe ich oft einen NPC gefunden und war erstmal 10-15 Minuten damit beschäftigt ihn „auszuquetschen“. Wer auf solche intensiven Gespräche wenig Lust hat, der sollte sich vorab überlegen ob Vampyr ein Spiel für ihn sein könnte. Mir selbst haben die unterschiedlichen und spannende Gespräche wirklich gefallen. Immer wieder kommt es auch zu einer wichtigen Entscheidung. Hier musst du zwischen drei verschiedenen Optionen wählen und hast du deine Antwort gewählt, dann musst du damit leben, denn du kannst sie nicht mehr ändern. Dadurch verbaust du dir auch schon mal einen Hinweis auf die Geschichte des jeweiligen NPCs oder du steigst in der Gunst des selben. Diese Wichtigkeit deiner Taten ist es auch, die Vampyr zu einem spannenden RPG machen.

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Wenden wir uns noch der Switch Fassung zu. Die Zauberer von Saber Interactive haben hier wirklich alles gegeben. Direkt zu Beginn bin ich fast geschockt wie gut das Game aussieht. Die Haartexturen sind super und auch die Umgebung sieht wunderbar scharf aus. Dazu kommt eine solide Framerate und wirklich tolle Animationen. Ich habe mir dann mal ein Vergleichsvideo zur PS4 angeschaut und abgesehen von einigen Abstrichen bei den Licht- und Schatteneffekten haben wir hier fast eine Kopie zur PS4 bekommen. Leider gerät das Spiel später ein wenig ins Stocken. Die Framerate geht gerade beim ersten Abstecher nach Whitechapel immer mehr ins ruckeln und kurze Framerate Einbrüche gepaart mit kurzen Ladesequenzen reißen mich immer wieder aus dem Geschehen. Die Entwickler haben aber schon einen Day 1 Patch angekündigt und ich hoffe, dass diese kleinen Ungereimtheiten dadurch ausgemerzt werden. Ansonsten gibt es für Switch Besitzer hier aber nichts zu meckern und ich bin wirklich froh, dass wir inzwischen solche Werke fast ohne Einbußen auch auf der Switch zocken können.

© Martin Kro

Fazit: Ein Vampir RPG aus dem Hause Dotnod, das heißt viele Dialoge und eine spannende Story! Genau das bekommst du bei Vampyr vorgesetzt. Die Welt wirkt lebendig und glaubhaft. Die Geschichte fesselt dich direkt zu Beginn und du darfst all deine Vampirfantasien so ausleben, wie du es für richtig hälst. Willst du der Schrecken von London werden oder doch lieber ein gütiger Arzt, der die Menschen vor ihrem Unheil bewahrt. Das simple Kampfsystem wird niemand von den Socken hauen, weiß aber dank cooler Vampirfähigkeiten zu gefallen. Wer also ein doch recht kurzes RPG für die dunklen Tage sucht, der sollte sich Vampyr unbedingt anschauen!!

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Summary: Vampyr is a Vampir RPG from the guys behind Life is Strange. That means you’ll experience a narrative driven Game, that puts you in the shoes of Dr. Charles Reed. While trying to solve who made you into the monster you are, you will explore a charmingly crafted early 20th century London and meet an amazing cast of NPCs. These NPCs might be on the best characters created for a game. All of them have a real life, with their own problems. You can decide to help them if you want or be a monster and kill them one by one to only help yourself. Gaining experience points will help you evolve into a much better vampir and you’ll learn new moves that will help you in the fights. The fights themselves are rather simple but still enjoyable and especially the boss fights are really cool, because the story behind all these encounters. It’ll take you around 20 hours for a regular playthrough. If you want to explore all NPC stories to the fullest and see everything you can double your playtime. So if you’re looking for a nice RPG for the dark days you should really check Vampyr out. The Switch version is pretty amazing because most of the visuals from the other versions is still intact. Only some lightingeffects had to be dialed down. Later on the framerate tends to stutter a little bit and you’ll encounter some short loadingscenes but the developer already announced a day 1 patch, so I’ll keep my fingers crossed that they’ll improve on that aspect.

Vampyr

Wertung: 8,5/10 
Publisher: Focus Home Interactive
Entwickler: DOTNOD

Plattform: Switch (getestet), PC,  PS4, XBOX One
Preis: 49,99 €

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Focus Home Entertainment zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

 

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Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
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