Review: Trine 4 – The nightmare Prince

Alptraumhaftes Gepuzzle oder traumhafte Spielperle?

© Nintendo

Trine. Der Name war mir schon seit längerem geläufig. Doch irgendwie bin ich trotz der ganzen positiven Meinungen nie auf den Gedanken gekommen, mir die Games mal näher anzuschauen. Doch das ändert sich nun mit Trine 4 – The nightmare Prince. Und ob das Game selbst auch ein Alptraum war oder eher ein Genuss war, dass will ich euch jetzt mal berichten.

© Martin Kro

Amadeus der Zauberer, Zoya die Diebin und Ser Pontius der Ritter haben einen Auftrag. Prinz Selius wird von schrecklichen Alpträumen heimgesucht und diese manifestieren sich immer wieder auch in der echten Welt. Nur unsere drei Helden können das Unheil abwenden und so beginnt eine Reise voller Rätsel und Abenteuer, um den Alptraum Prinz wieder zur Vernunft zu bringen.

Die Geschichte von Trine 4 bietet ziemlich typische Fantasy Kost, doch das hat mich überhaupt nicht gestört. Nun bin ich kein wirklicher Fantasy Fan, dennoch wird hier so charmant in allerlei Cutscene das Geschehen nach vorne getrieben, dass es eine wahre Freude war immer mehr und mehr über die Hintergründe und die Geschehnisse zu erfahren. Besonders unser Helden Trio wird herrlich humorvoll präsentiert. So macht Amadeus beispielsweise zu Beginn der Geschichte Urlaub in einer Winterhütte. Nach ein paar Spielstunden bekomme ich dann einen Brief, in dem Amadeus aufgefordert wird, doch endlich mal seine Rechnung für die Winterhütte zu bezahlen. Dieser alte Zechpreller!!! Das sind Momente, in denen die Welt wunderbar glaubhaft wirkt und mich immer tiefer in ihren Bann zieht.

© Martin Kro

Dazu kommt der Look des Spiels. Immer wieder erwische ich mich dabei, dass ich einfach nur die Hintergründe anschaue und mich in deren Detailverliebtheit verliere. Trine 4 sieht nämlich einfach grandios aus. Farbenfroh und detailliert. Da ist zum Beispiel die anfängliche Winterlandschaft, wo ich nämlich in der angemieteten Hütte einfach mal vom Balkon schauen kann und den Blick über das Panorama schweifen lassen kann. Diese Momente erlebe ich immer wieder und freue mich irgendwie, wenn ich beim Erkunden wieder einmal eine Stelle finde, die aussieht als würde sie von einer Postkarte stammen.

© Martin Kro

Und da wären wir schon beim nächsten Punkt. Trine 4 belohnt mich immer wieder dafür, wenn ich einmal nicht dem Hauptweg folge, sondern einfach mal schaue, wo ich vielleicht noch etwas entdecken kann. So finde ich immer wieder versteckte Passagen, die meist Schätze hinter besonders schweren Rätseln verstecken. Oder aber ich finde kleine Posten, an denen mir eine Eule einen Brief, wie die oben beschriebene Mahnung zustellt. Das ist alles nicht zwingend nötig für die Hauptgeschichte, dennoch freue ich mich immer wieder, wenn ich diese Bereiche entdecke.

Die drei Charaktere spielen sich zudem sehr unterschiedlich. Pontius ist als Ritter der Mann fürs Grobe und meist für Kämpfe wichtig. Amadeus der Zauberer, kann dank Zauberkraft Objekte erschaffen und diese mit Telepathie schweben lassen. Zoya hingegen ist die Agile und kann dank Enterhaken tiefe Abgründe überwinden. Nur wenn ich alle drei Helden mit ihren Fähigkeiten kombiniere komme ich weiter. Denn das Gameplay selbst teilt sich in kurze Kampfpassagen, sowie vielerlei Rätsel auf. Die Kampfpassagen bestehen meist darin, dass ich gegen 4-6 Gegner antreten muss und mir der Weg dann abgeschnitten wird. Meist habe ich mich hier auf den Ritter berufen, der kräftig austeilt und dank Stampfangriff eigentlich jeden Gegner in Sekunden ausschaltet. In erster Linie sind die Kämpfe auch nur dafür da, um mehr Erfahrung zu sammeln. Denn nach jedem Sieg werde ich mit 10 Sternen belohnt und habe ich genug davon, schalten sich die nächsten Fähigkeiten der Helden frei. Beispielsweise kann Amadeus zunächst nur ein Objekt herbeirufen, später kann ich dann aber bis zu drei Objekte gleichzeitig rufen. Ab und zu muss ich auch gegen richtige Bosse antreten. Diese laufen immer nach einem gewissen Schema ab und sobald ich weiß, was ich machen muss, stellen diese selten ein größeres Problem dar.

© Martin Kro

Die Rätsel hingegen nehmen gut 90% des Gameplays ein und die haben es wirklich in sich. Muss ich zu Beginn nur von A nach B kommen, wächst die Herausforderung später immer mehr. Beispielsweise gilt es da einen Lichtstrahl so mit dem Schild von Pontius zu leiten, damit ich einen Schalter damit betätigen kann. Das ganze Schema wird im Laufe der Story immer wieder aufgegriffen und um weitere Punkte erweitert. Hier muss ich sagen, dass ich in meinem Durchlauf leider einige Stellen hatte, die mich regelrecht zur Verzweiflung gebracht haben. Beim ersten dieser Momente war es noch so, dass ich nach ein paar Minuten selbst die Lösung finden konnte, aber bei einem anderen habe ich fast 30 Minuten gebraucht, um das Rätsel zu verstehen. Klar nach 6 Minuten bekomme ich einen Hinweis der Helden, was zu tun ist (das kann ich auch abschalten oder auf 2 Minuten einstellen, allerdings nur zu Beginn der Kampagne und danach nicht mehr), aber dieser war dermaßen bescheiden, dass ich genau so schlau war wie zuvor. Als ich es dann doch hinbekommen habe, fühlte es sich dennoch nicht wirklich so an, als hätte ich es so gemacht, wie es vorgesehen war. Gott sei Dank waren dies die Ausnahmen und ansonsten hatte ich immer wieder viel Spaß mit den Rätseln. Nicht selten habe ich es auch geschafft, die Rätsel auf meine ganz eigene Art und Weise zu lösen. Regelmäßig habe ich mich dabei fast wie ein Betrüger gefühlt, weil ich das Gefühl hatte, das Spiel irgendwie überlistet zu haben. Das war für mich auch die größte Stärke, denn ich muss nicht unbedingt so spielen, wie es die Entwickler sich vorgestellt haben. Vielmehr kann ich meinen ganz eigenen Spielstil entwickeln und genau deshalb macht mir das Rätseln immer wieder so viel Spaß!

Die Soundkulisse ist ein weiteres Highlight. So begleiten mich verträumte Töne bei meiner Rätselei, die zwar keine Ohrwürmer sind, mich aber dennoch angenehm in die Fantasywelt versetzen. Bei den Kämpfen und den Bossen im Besonderen nimmt der Soundtrack Fahrt auf und ich weiß, dass es jetzt ums Ganze geht! Die Switch Fassung zeigt sich von ihrer besten Seite. Kurze Ladezeiten, wunderschöne Grafik und keinerlei Bugs oder Framerate-Einbrüche zeigen wie ein Switch Port auszusehen hat.

© Martin Kro

Fazit: Trine 4 ist ein wahres Highlight geworden. Wer auf Puzzle-Plattformer steht, der muss Trine 4 einfach zocken. Die Rätsel sind kniffelig aber dennoch fair. Die Kämpfe bieten angenehme Abwechslung und die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Gepaart mit der stimmigen und bildschönen audiovisuellen Präsentation bekommst du hier eine wahre Spielperle spendiert. Wer noch 15€ drauflegt kann sich die Ultimate Edition zulegen und bekommt die drei Vorgänger digital dazu. Und ich weiß, dass ich mir diese, nach dem grandiosen Trine 4, jetzt unbedingt anschauen muss. So bleibt mir abschließend nur zu sagen, Trine 4 kaufen, spielen und begeistert sein!!

Summary: Trine 4 was my first experience in the Trine series and I have to say I’m really in love. From the beautiful presentation to the deeply engaging Gameplay I just couldn’t stop playing it. The story is fantasy standard but thanks to those loveable characters there was never a dull moment and I really enjoyed it. Some puzzle were a little bit to cryptic but only a handful of moments made me scratch my head way to long. Sprinkeled into all this puzzle goodness are some small fights againts some nightmare creatures and those never overstayed their welcome. Thanks to this I never got bored with the puzzle gameplay and especially the bossfights, which were a puzzle in itself, were really entertaining. So basically if you like puzzle platformer you need to play this game. It might be on the greatest one I have ever played. If you want you can even get the Trine 4 ultimate edition, which comes with all three predecessors as a digital download and I’ll definitely check those three games out right now! So buy Trine 4 and enjoy it!

Trine 4 – The nightmare Prince

Wertung: 9/10 
Publisher: Modus Games
Entwickler: Frozenbyte

Plattform: Switch (Getestet), PS4, Xbox One, PC
Preis: 29,99 € (PS4/ PC) 34,99 € (Switch) / 49,99€ (Ultimate Edition)

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Modus Games zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

Logge

Logge

Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
Logge

Letzte Artikel von Logge (Alle anzeigen)

Comments

Kommentar(e)

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen