Review: Straimium Immortaly / Tamashii

Digerati Double Feature Review

@ Martin Kro

Gerade im Indie-Sektor wird man immer wieder mit tollen Perlen versorgt. Ende 2019 ließ Digerati direkt 4 Games auf einmal auf die Horden von blutrünstigen Pixelfans los. Zwei davon haben wir uns bei Boobs and Bullets genauer angeschaut. Da der Release ohnehin am selben Tag war, dachte ich mir, dass ein Double Feature die beste Wahl für sowas ist. Also ohne euch weiter auf die Folter spannen zu wollen hier meine Review zu Straimium Immortaly und Tamashii.

 

Straimium Immortaly

Selbst das Level kann sich das Elend nicht anschauen. – @ Martin Kro

Als ich las, was Straimium Immortaly sein soll, war ich sofort heiß drauf. Ein Pixel roguelike mit Bullethell Elementen. Das ist doch genau das richtige für die Boobsies. Doch schnell musste ich feststellen, dass die anfänglich cool klingende Prämisse nicht hält, was ich mir erhofft hatte.

Manche Attacken lassen Bullethell Feeling aufkommen. – @ Martin Kro

Die Story ist so nebensächlich wie nur irgendwas, nicht sonderlich verwunderlich und gestört hat es mich auch nicht. Doch das große Problem an Straimium Immortaly ist, dass es nicht so recht weiß, ob es nun ein roguelike sein will oder nicht. Denn: Du kannst einen Seed generieren und wenn du stirbst, dann kannst du genau denselben Seed nochmal zocken. Natürlich kann ich mir bei Games wie Binding of Isaac auch einfach den Seed aufschreiben und später nochmal zocken, allerdings ohne irgendwelche Achievements. Bei Straimium ist es allerdings fester Bestandteil des Spiels. Was genau das soll kann ich leider nicht verstehen.

Darüberhinaus macht das Spiel leider nicht wirklich viel Spaß, weil manche Räume dermaßen unfair sind und auch die Waffen nicht genug Wumms haben. Wenn das Game dann einen coolen Boss auf mich loslässt und ich abgefahreneren Patterns ausweichen muss, dann kommt wirklich Spielspaß auf. Doch meist komm ich direkt danach wieder in einen mit Gegnern verseuchten Raum, der mich so unfair sterben lässt, dass ich nach wenigen Minuten immer wieder den Spaß verliere. Immerhin gibt es die Option neue Hüte oder sogar andere Charaktere freizuschalten, aber wie gesagt, bringt das alles nichts, wenn ich das Game selber nicht spielen will.

Yeah ein neuer Charakter (wenn das Game nur spaßig wäre). – @ Martin Kro

Die Grafik bietet den typischen Indie Pixelbrei, der mir zwar auch beim 197 Mal noch gefällt, aber dir unter Umständen schon zum Halse raushängen dürfte. Die Musik ist bemüht funky aber leider nicht catchy genug, um im Gehörgang zu verweilen.

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Alles in allem ist Straimium Immortaly ein ganz typisches Indieprodukt geworden, dem es leider viel zu sehr an Feinschliff fehlt. Das Balancing ist Mist, das Gameplay zu monoton, die roguelike Elemente wirken unausgegoren und audiovisuell bekommt man auch nichts Tolles geboten. Lieber noch 5 Stunden Binding of Isaac zocken, als dieses mittelmäßige Game.

 

4/10

 

Tamashii

@ Martin Kro

Nachdem ich von Straimium Immortaly so sehr enttäuscht wurde, hatte ich große Hoffnung in Tamashii. Sahen doch die ersten Bilder schon verdammt vielversprechend aus und ich wurde nicht enttäuscht.

Lüsternde Level erwarten dich. – @ Martin Kro

Ich liebe Games ala Super Meat Boy, in denen ich kniffelige Plattform Passagen meistern muss und mit einem Hit sofort sterbe. Zudem erinnere ich mich immer wieder gerne an das Kleinod VVVVV zurück, welches mich mit Puzzlepassagen gefordert hat. Tamashii wirkt für mich wie ein Mix aus diesen beiden Games und wenn du dich jetzt angesprochen fühlst und auch so tolle Erinnerungen an SMB und VVVVV hast, dann hör auf zu lesen und kauf dir Tamashii.

Jeder Sprung wird beobachtet. – @ Martin Kro

Noch da? Ok, dann erzähle ich mal, warum mir Tamashii mir so gut gefällt. Die Story rund um Monster und Dämonen wird niemanden vom Hocker reißen, allerdings gefiel mir das doch recht düstere Konzept von der ersten Minute an. Cool wird es dann, wenn ich immer wieder versuchen muss aus einem Raum zu entkommen und dabei meine geringen Fähigkeiten einsetzen muss. So kann ich bis zu drei Abbilder von mir erzeugen, welche ich geschickt an dafür vorgesehene Punkte platzieren muss, um Mechanismen auszulösen und so zum Ziel zu kommen. Wenn du jetzt denkst, „hmm das könnte monoton werden“, dann kann ich dir verraten, dass Bosskämpfe dieses Konzept immer wieder auflockern. Dabei schafft es das Game nie unfair zu werden und dich dennoch ordentlich zu fordern. Gerade bei den Bossen muss jeder Sprung sitzen und da du mit einem Treffer sofort ins Gras beißt, verlangt das Game einiges von dir. Doch umso größer ist die Erleichterung, wenn du es geschafft hast.

Der Artstyle hat mir persönlich sehr gut gefallen, vor allem, weil einem immer wieder monströse Bilder vorgesetzt werden. Zartbesaitete Gamer sollten daher lieber einen Bogen um das Game machen. Auch die Musik ist, wie zu erwarten sein dürfte, recht düster und unheilvoll. Dadurch wird die Hilflosigkeit unserer Figur noch mehr verdeutlicht und ich gebe alles, um am Ende nicht ins Gras zu beißen.

Ich liebe den Artstyle einfach. – @ Martin Kro

Was bleibt also groß zu sagen. Wenn du wie ich ein Fan von SMB, VVVVV und Co. bist, dann machst du mit Tamashii nichts falsch. Sollte dein Geduldsfaden allerdings so lang wie eine verschrumpelte Bohne sein, dann solltest du vielleicht lieber einen Bogen um dieses Game machen.

 

8/10

Spooky 🙂 – @ Martin Kro

Summary: Digerati released four indie games at the end of last year. Because of that we from Boobs and Bullets decided to take a look at two of those. Straimium Immortaly wants to be a roguelike bullethell dungeon crawling game much like the binding of isaac but fails miserably. When you start a run you’ll get a seed but when you die the game offers you to replay this seed as much as you like. For me this makes the whole roguelike aspect pointless. Besides that the game is simply not a lot of fun. When it throws a huge boss in your way, where you weapon does decent damage and you have to avoid incredible bullet patterns the game shines, but one room later you will get stupidly placed enemies or weapon power ups that do nothing. Together with the lackluster presentation, that gives you those typical indie retro graphics and a score that is decent at best, Staimium Immortaly is simply a game you don’t really need to play.

@ Martin Kro

Tamashii on the other hand takes the best aspects of Super Meat Boy and VVVVV and slaps it into one awesome game. You need to find you way around rooms where you have to place images of yourself to activate switches. What seems like an easygoing adventure at first becomes quite challenging later. Thankfully it never gets unfair but demands a lot of forward thinking from you as the player. Bosses take these mechanics one step further and help to make the game feel fresh, when you are sick of clearing a new room. The artstyle is really cool and I loved all those images that reminded me so much of some lovecraftian horror. The music keeps up with the graphics and you’ll hear a lot of moody, ambient tunes that leave you feeling creeped out most of the time. So if you enjoyed SMB or VVVVV and want some horror aspects sprinkled into it, then you should try out Tamashii right now!

Straimium Immortaly / Tamashii

Wertung: 4/10 (Straimium Immortaly) 8/10 (Tamashii)
Publisher: Digerati Distribution
Entwickler: Anthony Case (Straimium Immortaly), Vikintor (Tamashii)

Plattform: Switch (getestet), PC, PS4, Xbox One
Preis: je 11,99 €

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Digerati Distribution zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

Logge

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Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
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