Review: Steredenn – Überraschungsei

© Martin Nagel

Roguelike mit K oder Roguelite mit T? Anyway, wir sind gezwungen uns mit dem Thema zu befassen. Mit Steredenn ist der Trend nämlich nun in unserem Lieblingsgenre angekommen.

Der Titel will die klassische Hori-Formel mit ganz viel prozedural generiertem Content aufmotzen. Auch leichte Bullethell-Elemente haben sich eingeschlichen, die das Geschehen jedoch nicht dominieren. Mit der Binary Stars-Erweiterung verspricht Entwickler Pixelnest zudem ganz viel Feintuning.

Dicke Laser: Check! – © Martin Nagel

Sieht gut aus

Der erste Eindruck von Steredenn ist überaus positiv. Dicke Pixel, kernige Explosionen, das eine oder andere gelungene Schussmuster und schöne Schiffsdesigns. Mein Highlight ist ein Feindfahrzeug das wie eine fliegende Kettensäge aussieht und sich Kamikaze-like auf dich stürzt. Allerdings könne das Ganze etwas farbiger daherkommen. Beige und kackbraune Designs dominieren mir etwas zu sehr.

So stimmungsvoll sind die Hintergründe leider selten – © Martin Nagel

Du selbst darfst auch als Kettensäge rumholzen. Neben maximal zwei Schusswaffen verfügt dein Gleiter nämlich auch über eine Nahkampfattacke. Mit X auf dem Playstation-Controller feuerst du, mit Quadrat wechselst du deine Waffe und mit Dreieck kannst du Items aufheben. So tauschst du die gerade gehaltene Waffe gegen ein Pickup aus. Genauso kommst du auch an neue Nahkampfwaffen. Neben der erwähnten Kettensäge kannst du dich auch in ein riesiges Schwert verwandeln.

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Übernehmen im Banner klickst.

Lass dich überraschen

Kommen wir nun zum Spieldesign. Hier ist wirklich ganz viel vom Zufall abhängig. Die Stage gibt das grafische Thema vor, dann wird gewürfelt. Zwar habe ich nach vielen Spieldurchgängen einzelne „Chunks“ wiedererkannt, aber wenn du hier wirklich memorizen willst hat dein armes Gehirn ganz viel Arbeit vor sich.

Sogar die Endbosse haben ganz viele Patterns, aus denen dann zufällig ein Verhaltensmuster ausgewählt wird. Nach dem Bosskampf wird deine Lebensenergie aufgefüllt und du kannst dir eine von sechs Verbesserungen aussuchen. Hier kann es vorkommen dass wirklich keins der angebotenen Perks hilfreich ist. Was sollst du mit einem Booster nur für Laserwaffen wenn du mit Raketen ausgerüstet bist?

Echtes Space Trucker-Feeling! – © Martin Nagel

Leider ist es nicht möglich sich Start-Perks oder -Waffen freizuspielen. Somit ist dein Spielablauf mit jeder neuen Runde komplett vom Zufall abhängig. Hiermit wurde auch versäumt dem Spieler zumindest ein leichtes Gefühl von Progression zu geben. Mit jedem Tod ist dein Fortschritt immer komplett weg.

Noch so ein Roguelike-Problem: Du fühlst dich chronisch unterpowert. Dein Standardschuss und vor allem deine Default-Nahkampfattacke sind extrem schwach. Zwar fühlt es sich gut an wenn du mal eine der besseren Waffen ergattern konntest, jedoch kann es Stunden dauern bis du den begehrten Powerlaser oder die zielsuchenden Raketen wieder in Händen halten darfst.

Nach dem Boss ist Zahltag. Du hast Glück wenn du eines der Items gebrauchen kannst – © Martin Nagel

Hallo liebe Meddl-Freunde

Die Musik von Steredenn ist sehr Metal-lastig und knüppelt permanent auf dich ein. Das ist gut gemeint, ging mir aber sehr schnell auf die Nerven. Ein Shmup braucht einfach auch mal Ruhepausen und melodische Abschnitte. Gerade wenn du länger zockst kann es sehr anstrengend werden. Mit der über Strictly Limited Games erschienenen Soundtrack-CD lässt sich aber bestimmt so mancher Metaller glücklich machen.

Pinke Fächer gehören auch hier dazu – © Martin Nagel

Ich werde das Gefühl nicht los dass Steredenn ohne all die Zufallsmechaniken ein deutlich besseres Spiel wäre. Zumindest würde es gewinnen wenn es dir etwas mehr Kontrolle überlassen würde. Bis auf die vier freispielbaren Schiffe ist da nämlich nichts, absolut nichts! Daher reicht es bei mir auch nur zu einer leicht verärgerten Sechs von Zehn.

Zurück zur Eingangsfrage. Es gibt tatsächlich eine Definition, und nach der ist Steredenn ein Roguelite mit T. Ich werde es aber trotzdem als Roguelike mit K bezeichnen. Der Buchstabe kommt in „verkackt“ gleich zweimal vor, und das passt perfekt zu diesem Spiel. Zwar birgt es im Kern das Potential für einen wirklich guten Horizontalscroller, jedoch lassen sich wirklich alle der vielen vielen Frustmomente auf den Zufallsgenerator zurückverfolgen.

Steredenn: Binary Stars

Wertung: 6/10
Publisher: Pixelnest Studio
Entwickler: Pixelnest Studio
Plattform: PS4 (getestet), Switch, Xbox One, PC (Steam)
Preis: 12,99 € (Download)

Das Rezensions-Exemplar wurde selbst gekauft. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt und stammen von der PS4-Version.

Martin
Follow me

Martin

Ich schmeiße hier den Laden solange Thomas Yakuza zockt. Du hast Fragen, Anregungen oder Kritik? Du willst dein Spiel getestet haben? Du willst mir einfach nur sagen wie scheiße du mich findest? Schreib mir unter Martin@boobsandbullets.com!
Martin
Follow me

Comments

Kommentar(e)

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen