Review: Shmup Collection by Astro Port – Volle Packung

dreierlei buntes

© PixelHeart, Studio Storybird, Astro Port

Astro Port – wie ich diese Firma inzwischen liebe! Wenn ich eines ihrer Games spiele, habe ich eigentlich immer das Gefühl dass ich mehr möchte. Mehr Levels, mehr Waffen, mehr Explosionen, mehr Spaß. Dabei ist es genau dieser Minimalismus, diese Reduktion auf das Wesentliche, der diese Spiele so auf den Punkt bringt und damit genial macht.

Astro Port-Games hast du ewiglange nur für japanische PCs bekommen, und es ist ein Wunder, dass die Spiele es inzwischen auch in den deutschen Steam-Store geschafft haben. Und der Siegeszug ist nicht aufzuhalten! Inzwischen sind sogar die Konsolen in’s Visier geraten – Switch, Dreamcast, ja sogar WiiU. In der vorliegenden Shmup Collection finden sich drei gute bis großartige Shooting Games zum Sparpreis – das Paket kostet nur schmale 15 € – physisch das Doppelte. Wie bei den Psikyo Shooting Collections schauen wir uns alle Games nacheinander zusammen an, die Endnote ergibt sich dann auch der höchsten Einzelwertung.

Die Hochhausfassaden im Hintergrund lassen sich In the Hunt-like zerstören – © Martin Nagel

Armed 7 DX

Es ist mir etwas peinlich das zuzugeben, aber Armed 7 ist so ein Guilty Pleasure von mir. Unterm Strich bietet das Mech-Geschlachte wirklich nicht viel Fleisch am Knochen, und genau deswegen ist es das perfekte Beispiel für den oben angesprochenen Astro Port-Minimalismus. Der Hori ist ein Quasi-Prequel zum fantastischen Assault Suit-Klon Gigantic Army, und teilt sich mit diesem Welt und Waffen. Du suchst dir zu Beginn zwei Hauptgeschütze und eine Superwaffe aus, und je schwerer und effektiver deine Hauptwaffen werden, desdo länger ist die Abklingzeit deiner Superwumme.

Dieses System bietet einiges an Experimentierfreudigkeit. So gibt es als leichteste Superwaffe einen Nahkampf-Bolzen, der dich dazu zwingt, mit deinen Gegnern auf maximale Tuchfühlung zu gehen. Wählst du dazu noch die Zwitscherzwille als Hauptwaffe, so kannst du den Schlagbolzen im Sekundentakt zum Einsatz bringen. Das bringt dir dick Punkte, denn wie bei Raiden bekommst du einen Multiplikator, wenn du deine Feinde maximal schnell vom Bildschirm putzt.

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Ich muss aber gestehen, dass ich meistens doch beim langsamen, schwerfälligen, bildschirmfüllenden Dodonpachi-Alleszerschneider-Laserbeam hängen bleibe. Das Feeling, wie er sich durch eine Formation kleinerer Feinde geradezu durchfrisst, bei großen Brocken eine Zeit lang hängenbleibt und sie dann doch durchstößt, oder bei Endgegnern all die kleinen Kanonen und Attachments abschrabbelt – es fühlt sich so verdammt gut an!

Bring the big Guns! – © Martin Nagel

Dieses Feeling von Treffer und Reaktion, das richtige Blinken, Timing, befriedigende Explosionen, das Gefühl von Macht und Herausforderung, Das ist es dann auch was ein richtig gutes Shmup ausmacht – und hier nailt Armed 7 einfach. Westliche Spiele haben das nie so hinbekommen, und dementsprechend fehlt dem westlichen Publikum meistens das Verständnis für diese Feinheiten – sorry wenn’s gerade leicht rassistisch klingt, aber als Shmup-Connoisseur weißt du dass es so ist. So ist das Spektakel dann auch in 15 Minuten durchgespielt, aber ich fange es gleich wieder von vorne an.

Wenn du auf den guten alten Printjournalismus stehst, dann kannst du dir im RETURN-Magazin Nummer 39 einen doppelseitigen Bericht zur über Pixelheart erhältlichen Dreamcast-Version reinziehen. Das Spiel ist in zwei Variationen enthalten, Armed 7 und Armed Seven. Die Unterschiede sind minimal und vor allem in der Stimmung zu finden. Probier einfach mal aus, gut sind sie beide.

Einzelwertung: 7,5/10

Big Bang 1… – © Martin Nagel

SATAZIUS Next

SATAZIUS – nur echt mit GROSSBUCHSTABEN- ist eine Art Action-Gradius. Mehr Gegner, mehr Feuerkraft, mehr Explosionen. Dabei stimmen Leveldesign und Bosskämpfe wie im Original, jedoch ist alles schneller, größer, epischer. Vor einiger Zeit habe ich mir bereits die PC-Version vorgenommen. Hauptkritikpunkt war damals die wirklich furchtbare Musik. Genau hier setzt das DX-Update an. Neben geänderten Hintergründen ist ein komplett neuer Soundtrack mit an Bord, welcher das Spiel ganz gewaltig aufwertet.

Welches Schweinderl hätten’s denn gern? Der Waffenbildschirm zeigt Freischaltungen und Ladestatus – © Martin Nagel

Die neuen Trax sind deutlich stimmungsvoller, und enorm gut auf den Tonfall ihrer jeweiligen Stage abgestimmt. Beim Endkampf gegen die mehrstufige Superfestung singt sogar eine melodische Frauenstimme – WOW! Unverändert geblieben ist hingegen und glücklicherweise der Boss-Track, den ich inzwischen echt mag – so fetzig, so dynamisch, und dabei so einfach! Ist mir dieses Musik-Upgrade einen zusätzlichen Boobsie-Punkt wert? Aber klar! Durch SATAZIUS ist mir wieder einmal klar geworden, wie enorm wichtig der richtige Soundtrack für ein gutes Shmup ist. Warum es das Original-SATAZIUS mit auf die Sammlung geschafft hat, ist mir hingegen ein Rätsel. Diese Ohrenfolter hat bestenfalls masochistischen Wert.

Einzelwertung: 8/10

Der Raiden-Laser macht einfach Spaß – © Martin Nagel

Wolflame

Flame oder Lame? So richtig ist nicht klar, was die Entwickler uns über den Namen des Spiels mitteilen wollen. Wolflame ist beileibe kein schlechtes Spiel, deswegen mag ich es ungern als Stinker der Collection bezeichnen. Dennoch, es fällt einfach erkennbar ab. Dabei sieht der Raiden-Klon richtig gut aus und liefert ein kerniges Spielgefühl. Es macht einfach Spaß, wenn einer der gigantischen Nurflügler rauchend abbuddelt und platt wie eine Flunder auf den Boden klatscht.

Dazu kommt ein einfaches aber spaßiges Waffensystem. Waffen-Orbs floaten in Kreisen, wie damals bei Raiden. Dabei wechseln sie in gemütlichen Zeitabständen die Farbe. Dabei gibt es eine linke, und eine rechte Seitenwaffe. Du kannst dich also taktisch und abwechslungsreich mit zwei verschiedenen Knarren bewaffnen. Sammelst du ein Item mehrfach ein, so steigerst du die Stufe – wie bei späteren Raiden-Teilen auch für Systeme, die du aktuell nicht ausgerüstet hast. Meine Lieblinge waren dabei die zielsuchenden Raketen, sowie der blaue, ebenfalls aus Raiden bekannte „Klebe-Laser“,

Laser gegen Laser und Laser – © Martin Nagel

Leider ist das Spiel enorm lang, speziell für Astro Port-Verhältnisse. Dadurch wirkt es leicht gestreckt. Später entwickelt es dann auch unfaire Tendenzen. Mini-Gegner preschen enorm schnell über den seitlichen Rand in dein Gesichtsfeld, und töten dich mit einer Fast Bullet. Im letzten Abschnitt stehst du unter einem Dauer-Bombardement kleiner, frickeliger Zielsuchraketen, welche dich zuerst eine Weile umkreisen und dann von allen Seiten zerquetschen. Leider sind auch im – wirklich schicken – Effektgewitter nicht immer alle Feindkugeln zu sehen. Frustig wid es, wenn diese Nerv-Faktoren zusammenarbeiten. Deswegen spiele ich Wolflame wie Metal Slug 3 – so lange wie es Spaß macht, und niemals die letzte Stage.

…uuuund Big Bang 2 – © Martin Nagel

Dennoch ist es ein netter Bonus zur ohnehin gelungenen Collection. Als einziger Vertikalshooter bietet Wolflame einen Tate-Modus – welcher allerdings herzlich wenig Sinn macht. Das Spielfeld ist eher quadratisch als 3:4. Wenn du es auf 9:16 aufziehst, hast du demnach eine vollkommen verzerrte Bildgeometrie. Poste das auf Social Media, und du hast die alte 16:Nein-Diskussion mal andersrum.

Einzelwertung: 6/10

Die Shmup Collection liefert ein wirklich gelungenes Gesamtpaket, gerade zu diesem Preis. Alle drei Spiele sind auch einzeln im Eshop der Switch erhältlich, und die Collection erscheint sogar physisch für WiiU – wahrschenlich als letzter Release für die Konsole. Hier fehlt Wolflame – schade, aber verschmerzbar. Vorsicht vor dem Regionalcode!

Shmup Collection by Astro Port

Wertung: 8/10
Publisher: Studio Storybird, PixelHeart (EU)
Entwickler:
Astro Port
Plattform: Switch
Preis: 14,99 (Switch Download), 29,99 (auf 3.000 Stück limitierte Cartridge)

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key vom Publisher PixelHeart zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt. Das Titelbild stammt vom Publisher,

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