Review: SATAZIUS – Krawall im All!

Solides Action-Gradius mit Knüppelmucke

© Nju Media, Astro Port

Du findest den Review-Titel platt und plakativ? Nun ja, ich auch. Aber es gibt zwei Bedeutungsebenen – von denen ich weiß.

SATAZIUS ist ein klassischer Horizontalscroller, der sich reichlich bei Gradius und R-Type bedient hat. Hier kommen wir auch schon zur ersten Bedeutungsebene. Popcornfeinde treten in Schwärmen auf. Und auch große Gegner lassen sich schnell zu einer schicken Explosion hinreißen. Es knallt also gewaltig.

© Nju Media, Astro Port

Arms Installation is complete!

Vor jeder Stage kannst du dir deine Bewaffnung zusammenstellen. Allein dadurch hast du mehr Flexibilität als bei Gradius, da du für jede Stage individuell planen kannst. Zur Auswahl gibt es vier Primärwaffen (von denen zwei freigeschaltet werden müssen), sechs Sekundärwaffen (wieder zwei zum Freischalten) sowie drei Spezialbomben (eine freischaltbare).

Nachdem ich dich so mit Zahlen erschlagen habe – sorry dafür – kommen wir jetzt zum interessanten Teil, der Funktionsweise der Waffen. Primär- und Sekundärwaffen werden praktischerweise mit einem gemeinsamen Knopf abgefeuert, wie bei Gradius. Full Auto gibt es auch. Du kannst deinen Daumen also über die komplette Spieldauer bequem auf der Feuertaste parken. Von den Zweitwaffen darfst du dir zwei Stück aussuchen und auf Knopfdruck wechseln.

© Nju Media, Astro Port

Jede Waffengattung – also auch die Superbombe – kann durch Pickups in acht Stufen aufgewertet werden. Bei den Sekundärwaffen ist das letzte Upgrade nur temporär. Du siehst auf dem Waffensymbol eine Energieleiste abnehmen. Bei der nicht genutzten Waffe pausiert auch der Timer. Wenn du aufgepasst hast müsste dir eine interessante Taktik in den Sinn kommen: „Kann ich mir eine maximal geladene Waffe aufsparen und ihre ganze zerstörerische Macht über den armen, wehrlosen Endboss bringen?“ – tja, das habe ich mir auch gedacht. Nur leider sind die Unterschiede in den Powerstufen so gering dass es sich einfach nicht lohnt. Ich habe auf diese Spielerei schnell verzichtet.

Generell hat mir die Bewaffnung aber gefallen. Die Wummen sind durchdacht und vielseitig. Ihre Menge erschlägt dich nicht, und du sie geben dir gleichzeitig genug taktischen Freiraum. Und du hast vom Start weg genug Wumms! An den Knarren liegt es definitiv nicht wenn du versagst.

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„Haipa Haipa!“

Zweite Ebene: Der Soundtrack. Das Zeug klingt als hätte wer Jumpstyle-Opa H. P. Baxxter an die Bontempi-Orgel gesetzt und gesagt „Mach ma‘ was spaciges!“. Okay, es ist nicht gar so schlimm wie seinerzeit beim West-Realease von Biometal, aber es geht schon in diese Richtung. Es gibt gefühlt zwei Haupt-Themen, die sich ständig wiederholen und viel zu kurz geloopt sind. In Lavahöhlen und im tiefen Weltraum wirken die Techno-Beats deplatziert, Atmosphäre kommt so keine auf.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Das Leveldesign wurde, sagen wir mal, kreativ zusammengeklaut. Besonders auffällig ist eine Szene, in der wir von einem dicken Klops durch ein Höhlenlabyrinth verfolgt werden. Das habe ich doch irgendwo schon mal gesehen? Die Wasserfälle und Aufzuglabyrinthe erinnern sehr an R-Type und das frei scrollende Asteroidenfeld schreit geradezu Gradius!

© Nju Media, Astro Port

„Colossal Enemy Weapon is approaching!“

Wenn doch was fresh an dem Game ist, dann sind es die Bosse. Groß, dynamisch und explosiv sind sie. Sie liefern dir einen harten und schnellen Kampf, der oft viel zu schnell und unerwartet in einer fetten Explosion endet. Als hätte jemand Raizing-Bosse in einen Taktik-Hori gesteckt. Und irgendwie verwandeln sie sich alle in Schwerter. Da musste ich dann wieder an Raizings unterschätztes Brave Blade denken – von wegen fresh!

Würde ich SATAZIUS also empfehlen? Ein ganz klares Ja! Abgesehen vom Soundtrack macht das Spiel nichts grundlegend falsch, und in seinen besten Momenten brennt es ein irres Spektakel ab. Die Steuerung ist griffig, die Level sind immer fair – und voll aufgepowert geht die Luzzi ab! Und komm schon, im Shmup-Genre haben wir doch alles schon zigmal gesehen. Eigentlich hassen wir Innovationen weil sie das Risiko bergen dass etwas gewaltig schief geht.

© Nju Media, Astro Port

Außerdem kostet das Game nur 5,99 auf Steam. Im Sale kriegst du’s oft für die Hälfte. Und du unterstützt mit deinem Geld den kleinen Entwickler Astro Port, der auch das brilliante Gigantic Army gemacht hat. Ein Game dass ich unbedingt noch reviewen will – wenn mir jemals die adäquaten Worte für dieses Meisterwerk einkommen. Beide Spiele findest du übrigens zusammen im Astro-Sparbundle für 18,99 auf Steam.

Mit einer Sieben von Zehn dürfte das Game ganz gut bedient sein. Es ist kein Meisterwerk, aber es stinkt und kracht und tut was es soll. Und das fehlerfrei – zumindest bis auf den Soundtrack.

Der Titel SAZAIUS wird tatsächlich nur mit Großbuchstaben geschrieben. Diese Unart ist im Internet AUCH ALS SCHREIEN BEKANNT – na, da haben wir doch noch eine dritte Ebene gefunden.

SATAZIUS

Wertung: 7/10
Publisher: Nju Media
Entwickler: ASTRO PORT
Plattform: PC (Steam)
Preis: 5,99 €

Das Review-Exemplar wurde selbst gekauft. Alle Screenshots stammen vom Publisher.

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