Review: Rune Factory 4 Special – The simple Life

Es kommt alles wieder!

© Martin Nagel

Heutzutage ist es eine beliebte Strategie, den Release eines neuen Serienteils mit dem Re-Release eines Vorgängers zu promoten. Das siehst du im Großen, mit dem kommenden The Last of Us 2. Hier wurde dei HD-Neuauflage des Vorgängers unlängst über Playstation Plus verschenkt. Eine ähnliche Strategie lässt sich gerade bei der Wiederbelebung der Harvest Moon-Serie beobachten.

Rune Factory ist gewissermaßen der Action-Ableger von Harvest Moon. Serienproduzent Yoshifumi Hashimoto bezeichnet es gern als „Harvest Moon mit Schwertern“. Rune Factory 4, welches zuerst Ende 2014 für den 3DS erschien, wird von vielen als einer der Höhepunkte der Serie gesehen. Zuvor strauchelte die Serie etwas durch das grafisch wie spielerisch müde Rune Factory Oceans auf der Playstation 3, und auch die Hauptserie schwächelte.

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Nun steht Rune Factory 5 in den Startlöchern, und wie ließe sich das Interesse besser entfachen als mit einem rundrum verbesserten Vorgänger? Willkommen zu Rune Factory 4 Special auf der Switch! Einer rundrum aufgebrezelten und um exklusiven Content erweiterten HD-Neuaflage des 3DS-Teils.

Parzelle, Gießkanne, Lieferkiste, der Harvest Moon-Fan fühlt sich gleich zuhause – © Martin Nagel

Farmville

Dein Avatar (Junge oder Mädchen, freie Namenswahl) ist auf geheimer Mission per Luftschiff unterwegs. Banditen greifen an, ein geheimnisvoller Stein zerbricht in tausend Teile, Absturz! Der gewaltige Kopf der Drachen-Lady Ventuswill bremst deinen Aufprall, dein Kurzzeitgedächtnis überlebt den Sturz jedoch nicht – jaja, Klischee-Alarm. Drachi hält dich für den Prinzen/die Prinzessin der Region, dann wieder nicht. Das Ende des arg konstruierten Prologes ist, dass du in der Drachen-Residenz einen Schlafplatz, eine Speicherstation und die Harvest Moon-Typische Kleingartenparzelle hinterm Haus bekommst – letztere mit der Begründung, dass du für deinen warmen Schlafplatz gefälligst auch was tun sollst. Ein paar der Bürgermeisterpflichten bleiben auch an dir hängen. Diese sind aber nur rudimentär. So entscheidest du über die typischen Feste.

Die NPCs lieben dich instant – © Martin Nagel

Dein Dorf ist dabei nur wenige Bildschirme groß, aber es platzt schier vor Charme und Charakter. Ich musste beim Spielen permanent an die schönsten Pixel-RPGs der 32 Bit-Ära denken – Magic Knight Rayearth und Albert Odyssey auf dem Saturn, oder Legend of Mana an der Playstation. Die Kompaktheit mag erkundungsfreudige Rollenspieler*innen zunächst etwas enttäuschen, doch bei langem Spielen zeigen sich die Vorteile. Jedes Gebäude hat seine Aufgabe, jeder Bewohner seinen Tagesablauf. Und: Beim Bildschirmwechsel kommt es zu keiner merklichen Ladepause, was den Spielfluss ungemein fördert.

Schlafzimmerblick! – © Martin Nagel

Leichtigkeit

Wie war das nochmal mit dem Schwert? Nun, du kannst es dir schnappen und im nahegelegenen Wald auf Monsterjagt gehen. Die Tierchen sterben auch nicht, sie werden nur zurück in ihre Dimension teleportiert, dafür sorgt ein spezieller Zauber auf der Klinge. Spätestens jetzt dürfte die Warnleuchte für den Klischee-Alarm durchgeschmort sein. Jedoch erklärt dieses Konstrukt die Herkunft und Funktion der Monster-Generatoren.

Gefährten helfen dir nicht nur im Kampf – © Martin Nagel

Das Kampfsystem ist eine Freude! Hinlaufen, draufhauen, Loot kassieren – das sorgt für einen enormen Flow, hohe Geschwindigkeiten und das Gefühl, viel zu erleben. Das Feeling der Ys-Reihe wird zwar nicht ganz erreicht – wie könnte es auch – aber der erfahrene Zocker merkt schon dass hier Profis am Werk waren. Selbst innerhalb eines so kompakten Kampfsystems lassen sich Stellschrauben drehen – Laufgeschwindigkeit, Reichweite und Schlagkraft – alles passt, wirkt aufeinander abgestimmt, wird mit schönen Effekten untermalt.

Seiken Densetsu, bist du das? – © Martin Nagel

Du kannst alleine kämpfen, oder einen Kumpel oder dein Date mitnehmen. Die Helfer sind hilfreich – aber nicht zu sehr – und haben eine solide Wegfindungs-KI. Monster kannst du einfangen, füttern und auf Arbeit schicken. Sie nehmen dir dann Routinetätigkeiten bei der ohnehin schon simplen, aber auf die Dauer etwas repetitiven Laubenpieperei ab.

Die Lieferkiste bedient sich auch easy – © Martin Nagel

Auch hier wurde auf maximale Einfachheit und Zugänglichkeit gesetzt. Pflanz die Saat, geh zum Brunnen und mach die Kanne voll, täglich gießen, und ab in die Erntekiste wenn die Feldfrucht reif ist. Wenn du in die Tiefe gehen willst kannst du aber Fruchtfolgen austüfteln und dir beim örtlichen Quacksalber den Wetterbericht durchgeben lassen – bei gutem Wetter sind die Ernten nämlich ertragreicher.

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Der Traum aller Incels

Jetzt zu dem Punkt, der dich bei einem Harvest Moon-Teil sicherlich am meisten interessieren dürfte: Dating! Dieses Thema habe ich wohlweißlich ans Ende gestellt, damit du auch ja den ganzen Text liest – haha, ich Fux! Pro Geschlechtsidentität gibt es sechs Love Interests, welche oben im Trailer vorgestellt werden. Sprichst du mit ihnen, kannst du deinen Schatzis jederzeit durch ein mittels R1 ausklappbares „Beziehungsmenü“ deine Liebe gestehen. Das kann nun klappen, oder etwa nicht – wie im echten Leben. Um deine Chancen zu verbessern, solltest du Zeit mit deinem Schatz verbringen und kleine Geschenke machen. Wer was mag wird dir in den Gesprächen gesagt, die Hinweise sind aber überdeutlich.

Der typische sexuell herausfordernde Nebencharakter – © Martin Nagel

Was ist nun neu? Einmal der Vorspann, dann die Auflösung. Als Bonus gibt es außerdem den „Frischverheirateten-Modus“. Hier warten kleine, komplett neue Nebengeschichten auf dich – welche allerdings erst freigeschaltet werden, wenn du die entsprechende Person mindestens einmal geheiratet hast. Wenn du hier alles sehen willst, musst du das Spiel also zwölfmal durchspielen – oder exzessiv mit Speicherständen arbeiten.

Na, beißt sie an? – © Martin Nagel

Zudem gibt es einen kleinen Pool an Substories, welche etwa zehn Minuten dauern und mit kompletter Sprachausgabe erzählt werden (im Hauptspiel bekommst du lediglich Samples). Die Geschichte von Drachenlady Ventuswill bekommst du kostenlos zum Anfüttern, den Rest musst du kaufen. Allerdings gibt es das komplette Paket gerade kostenlos zum Download – jedoch nur bis zum 26. März, also schnell zuschlagen!

Etwas farmen, etwas kämpfen, etwas Story, etwas Moe, etwas Monster-Sklaverei, Rune Factory 4 kombiniert viele bekannte Elemente und ist am Ende mehr als die Summe seiner Teile. All dies funktioniert nur durch vorbildliche Benutzerführung, Usability, Zugänglichkeit, garniert mit Schönheit.

Rune Factory 4 Special

Wertung: 9/10
Publisher: Marvelous Inc.
Entwickler: Neverland Co.

Plattform: Switch
Preis: 39,99 € (digital), 49,99 € (physisch), 55 Britische Pfund (Archival Edition mit Artbook und Soundtrack)

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key  vom Publisher Marvelous Inc. zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

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Ich schmeiße hier den Laden solange Thomas Yakuza zockt. Du hast Fragen, Anregungen oder Kritik? Du willst dein Spiel getestet haben? Du willst mir einfach nur sagen wie scheiße du mich findest? Schreib mir unter Martin@boobsandbullets.com!
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