Review: Remothered – Tormented Fathers

Katz-und-Maus Spiel, gepaart mit Oldschool Schlüsseljagd

© Martin Kro

Survival Horror. Ein Genre, dass du entweder liebst oder hasst. Viel dazwischen gibt es eigentlich nicht, denn der Reiz darin besteht, dass du dich hilflos und verlassen fühlst. Mit geringen Mitteln musst du dein Ziel erreichen und wirst dabei von Wahnsinnigen oder anderen Wesen verfolgt und bei einem Zusammentreffen heißt es oftmals Game Over. Remothered – Tormented Fathers hatte ich jetzt schon eine ganze Weile auf dem Schirm. Als ich dann hörte, dass es eine Switch Fassung geben wird, war ich umso gespannter. Immerhin gibt es mit den beiden Outlast Teilen schon zwei richtig gute Vertreter des Genres, die tadellos portiert wurden. Mit Remothered sah das zunächst anders aus. Überall war von einem schlechten Port die Rede. Nun kam Anfang der Woche endlich der angekündigte Performance Patch raus und das war Grund genug für mich, mir das Game mal genauer anzuschauen.

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Rosemary Reed will Antworten. Sie besucht das Anwesen von Mr. Felton, weil dessen Tochter Celeste verschwunden ist. Sie gibt sich als Ärztin aus, die versuchen möchte seiner Gesundheit nach einer missglückten Behandlung wieder auf die Sprünge zu helfen. Als sie Mr. Felton dann aber mit der unangenehmen Wahrheit über Celeste konfrontiert, wirft er sie umgehend aus dem Haus. Im Schutze der Nacht verschafft sie sich dann ungesehen Zutritt zum Anwesen, doch was sie hier vorfindet kann sie nicht glauben. Der angeblich so kränkliche Mr. Felton läuft nun mit einer Sense bestückt durch die Gänge und hat anscheinend seine Frau in ein Zimmer gesperrt. Als Rosemary das rausfindet, gibt es nur noch ein Ziel: Sie muss so schnell wie möglich aus diesem Horror-Haus entkommen.

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So beginnt Remothered und es fällt direkt auf, wie viel Liebe in die Präsentation der Story gesteckt wurde. So bekommst du direkt zu Beginn eine hochwertige Cutscene präsentiert, die sowohl von der Dramaturgie, als auch von der Gesamtkomposition, den Vergleich mit einem Film nicht zu scheuen braucht. Sobald du dann ins Spiel geworfen wird, macht sich umgehend ein Gefühl der Beklemmung und des Unheils breit. Rosemary ist keine starke Frau oder gar bewandert in Selbstverteidigung. Rennt sie beispielsweise einige Sekunden ist sie schnell außer Atem. Sie läuft behäbig und schaut sich immer wieder um. Dadurch wirkt das Geschehen glaubwürdig und wie in den alten Horrorfilmen fieberst du mit, ob sie überlebt. Doch anders als beim Film, bist du selber der ausschlaggebende Punkt, ob sie es am Ende schafft.

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Wenn du dann in der Nacht wieder in das alte Haus eindringst merkst du, was die nächsten Stunden auf dich zukommen wird. Überall kannst du in Schränke schauen, dich unter Sofas verstecken, kleinere Waffen und Gegenstände aufsammeln. Alle Interaktionsmöglichkeiten werden dir mit einem kleinen weißen Punkt symbolisiert und gerade zu Beginn wirkt das alles sehr erschlagend und „in-your-face“. Hier wäre ein etwas dezenterer Ansatz wünschenswert gewesen. Hast du dann Mrs. Felton gefunden beginnt der Survival Horror Aspekt des Games. Am besten setzt du deine Kopfhörer auf und nimmst sie bis zum Ende nicht mehr ab, denn die Soundkulisse ist ein integraler Bestandteil der Erfahrung. Denn nun ist Mr. Felton hinter dir her. Du musst also geduckt durch die Gänge schleichen und versuchen zu entkommen. Dabei hörst du ihn schreien und lamentieren, dass er doch schlafen will oder das er weiß das du im Haus bist. Das treibt das Adrenalin in die Höhe!

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Leider verkommt das Game dann zu einem Suchspiel. Rennst du nämlich einfach zum Eingang zurück, merkst du, das Felton alles abgeriegelt hat. Nun musst du versuchen einen anderen Weg zu finden. Also suchst du im Zimmer von Mrs. Felton nach möglichen Lösungen. Dort findest du einen Schlüssel, der eine Tür öffnet. Später musst du beispielsweise ein Gitter öffnen. Dazu brauchst du erst einen Draht und musst danach den Aufzug aktivieren, damit dieser Mechanismus dann das Gitter öffnet. Wer diese Art von Gameplay schon in Clock Tower und Resident Evil nervig fand, der wird hier wenig Freude haben. Kommt dann noch ein Angriff von Mr. Felton dazu kommt schnell Frust auf, denn solltest du mal den Löffel abgeben, dann musst du zu deinem letzten manuellen Savepunkt zurück. Gespeichert werden darf aber nur an einzelnen Spiegeln und diese sind teilweise nur sporadisch in der Villa verteilt. Hier hätte ich mir 2019 gewünscht, das ich die Wahl zwischen freiem Speichern und diesem eher traditionellen Ansatz gehabt hätte.

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Doch du bist nicht ganz hilflos wenn dich Mr. Felton, bzw. im späteren Verlauf ein anderer Gegner, erwischt. So kannst du Messer, oder Stangen finden, von denen du aber immer nur eines gleichzeitig mit dir führen kannst. Packt dich Felton dann kommt es zu einem Quicktime Event und du hast einmalig die Möglichkeit deinen Widersacher kurz mit der Waffe handlungsunfähig zu machen. Dann heißt es Beine in die Hand nehmen und dich in einem Schrank oder unter einer Couch zu verstecken. Dort geht es dann direkt mit einem Quicktime Event weiter. Kommt dir Felton zu nahe musst du mit dem rechten Stick eine kleine Kugel in einem Kreis halten, damit du nicht panisch reagierst und er dich findet. Du merkst schon, Quicktime Events sind hoch im Kurs bei Remothered, zum Ende hin übertreibt das Spiel es dann aber ganz schön. So werden dir teilweise mehrere Events nacheinander an den Kopf geworfen und du hast bei jedem nur wenigen Sekunden um zu reagieren. Drückst du falsch heißt es Game Over und du darfst vom letzten Speicherpunkt dein Glück von neuem Versuchen. Da kann wirklich sehr schnell Frust aufkommen. Du merkst einfach immer wieder, dass sich das Game an den alten Klassikern orientiert und du eben mit Trial-and-Error dein Glück versuchen musst. Dennoch wäre ein etwas moderner Ansatz nicht verkehrt gewesen und hätte gerade das letzte Drittel aufgewertet.

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Kommen wir zur Switch Fassung. Ich habe mir dazu einige Videos angeschaut und war wirklich entsetzt, wie schwach der Port aussah. Am Montag haben die Jungs von Stormind nun den versprochenen Perfomance Patch hochgeladen und ich muss sagen, hier hat sich einiges getan. Gerade im Docked Modus sieht das Game nun richtig gut aus. Zwar fehlen einige Licht- und Schatteneffekte immer noch, was bei einem Game das so auf seine Atmosphäre setzt schon ärgerlich ist. Dafür kann sich die Grafik nun im Vergleich zu PS4 und XBO doch sehen lassen. Im direkten Vergleich mit Videomaterial der PS4 Fassung fällt der Unterschied eher gering aus. Im Handheld Modus merkst du zwar immer noch, dass Abstriche gemacht werden mussten aber im direkten Vergleich zur Launch Fassung hat sich hier wirklich viel getan. Gerade Portraits und Bilder sind nun endlich gut erkennbar und so, wie in den anderen Konsolen Fassungen. Auch die Untertitel sind endlich gut lesbar. Beim Sound gab es vorher schon wenig zu meckern und der ist und bleibt einfach das Highlight des Games.

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Fazit: Remothered – Tormented Fathers ist ein Game für Fans von Clock Tower, Resident Evil und Co. Wer auf Katz-und-Maus Gameplay gepaart mit der Jagd nach dem nächsten Puzzleteil steht, der wird hier richtig viel Spaß haben. Die kurze Spielzeit von 6 Stunden bietet viel Spannung, aber auch einige frustige Passagen. Das altbackene Speichersystem wird nicht jedem gefallen, doch wer gerade jetzt zu Halloween Bock auf einen kurzen Horrortrip hat, der kann sich das Game definitiv mal anschauen. Die Switch Fassung ist nun endlich gut spielbar und wer sich gerne unterwegs gruselt kann nun endlich zuschlagen. Für alle Sammler kommt nächste Woche übrigens auch eine physische Version in den Handel.

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Summary: Remothered – Tormented Fathers is an oldschool survival horror game, that does it pretty much by the books. If you love to play hide-and-seek with an evil being (first a maniac, later an evil nun) while trying to escape a large mansion then this game is for you. No autosaves and sporadic save points may be a little bit to retro for some and especially some rather frustrating quicktime events in the last third of the game make the game become a little bit too tedious. Playing this with headphones is the perfect way to enjoy it, because the sound design is simply superb. Thanks to a new switch patch this version is finally really good and especially in docked mode it’s very similar to the ps4 and xbo versions. Only some lighting effects and some shadows have been droped on  the way to switch. Handheld mode runs pretty great too but is a little bit weaker in comparisson to the docked experience. Nonetheless you can finally enjoy the game on switch. A neat little survival horror game with some flaws but if you want to enjoy a game that feels like something from the 90s then this is your way to go.

Remothered – Tormented Fathers

Wertung: 7/10 
Publisher: Darril Arts
Entwickler: Stormind Games

Plattform: Switch (Getestet), PS4, PC, Xbox One
Preis: 29,99 € (Konsolen), 19,99 € (PC)

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Stormind Games zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

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Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
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