Review: Psikyo Shooting Stars Bravo – Nachschlag

...oder besser Tiefschlag?

© NIS America, City Connection

Nachdem wir vor einem Monat die erste Hälfte der Shooting Stars überraschenderweise gar nicht so schlecht fanden, widmen wir uns jetzt dem Rest des Paketes.

Die Alpha-Collention enthält weit bessere Titel und macht dank Dragon Blaze sogar zwischenzeitlich Spaß. Hier wird nun das volle Programm spielerischer Gülle über dir ausgeschüttet. Wie im ersten Review nehmen wir uns hier Spiel für Spiel genau vor. Enjoy!

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Samurai Aces

Und so beginnt das Elend. Samurai Aces aus dem Jahre 1993 ist das allererste Psikyo-Game. Es präsentiert sich in dieser graubraunen Matschepampe, welche auch die Strikers-Serie zum depressiven Erlebnis macht. Schussmuster, Gegnerformationen und eigene Fähigkeiten, all dies dümpelt noch sehr müde und uninspiriert vor sich hin, passt kaum zusammen und liefert langweilige Lücken. Somit hat das Spiel aus heutiger Sicht bestenfalls historischen Wert. Neeeext!

Einzelwertung: 3/10

Storm the Gate! – © Martin Nagel

Tengai

Na bitte, das nenne ich mal ’ne Steigerung! Der direkte Nachfolger von Samurai Aces dreht das Bild um 90 Grad nach rechts und liefert stimmige Hori-Action. Hier bekommst du für die Zeit wunderschönes Pixel-Artwork und eine der coolsten und hübschesten Unterwasserstages seit Thunder Force 5 geboten. Dennoch kickt das Spiel in meinen Augen nicht richtig. wirkt in Sachen Gegnerplatzierung und Schussmuster unausgegoren. Schade, hätte gut werden können.

Einzelwertung: 5/10

Storm the Langeweile – © Martin Nagel

Sengoku Cannon

Schlechter als Sine Mora – das muss ein Spiel erstmal schaffen! Sengoku Cannon erscheint 2004 exklusiv für die japanische PSP, stammt nicht vom originalen Psikyo-Team und macht so gut wie alles falsch was ein Shmup falsch machen kann. Das einzig Gute sind hier die flott vorbeiziehenden Hintergründe. Das eigentliche Spielgeschehen hingegen ist ein Balancing-Chaos wie ich es selten erleben musste. Viel zu schnell stolpert dein Sprite von einer Kugel in die andere, während der Screen kaum aufgeräumt wirkt und dein eigener Schuss eher heiser pustet als Gegner wegschafft. Das PSP-Original ist inzwischen ein teures Sammler-Item, aber hier siehst du warum du dir dein Geld lieber sparen solltest. Zu mehr taugt das Spiel beim besten Willen nicht.

Einzelwertung: 2/10

Storm the Moe! – © Martin Nagel

Gunbird

Achtung, es wird lustig! Ab hier beginnt die Gunbird-Serie rund um die Tomboy-Hexe Marion. Zwar sind einige Sprüche und Moe-Einlagen ganz nett, der Spielablauf leidet aber dennoch unter der bekannten und gefürchteten Psikyo-Müdigkeit. Lange Pausen, doofe Farbpalette, Random Order und einige Spitzen im Schwierigkeitsgrad. Ganz nett das alles, mehr aber auch nicht.

Einzelwertung: 5/10

Gunbird 2 ist klares Highlight, hat aber zwei Brüste weniger als auf Dreamcast – © Martin Nagel

Gunbird 2

Das klare Highlight der Collection. Geliefert wird hier Gunbird auf Speed – naja, für Psikyo-Verhältnisse. Die Hintergründe sind renderglänzend und hochdetailliert, und die Action ist sofort da. Mit der Chaostruppe der Queen Pirates haben wir zudem eine witzige Endgegnertruppe, welche dir heiße Kämpfe mit wirklich mal abgefahrenen Bossvehikeln liefert. Doch wo ist Morrigan? Falls du – wie ich – die Dreamcast-Portierung von Gunbird 2 kennst und liebst, so wird dir das Fehlen der Bonuscharaktere aus der Darkstalkers-Reihe aufgefallen sein. Die DC-Version wurde damals von Capcom vertrieben, diese Version nicht. Mangels Lizenz fehlt das Vampir-Busenwunder nun also hier. Schade schade, sie hatte so viel Charakter.

Einzelwertung: 6,5/10

Warum es eine Switch-Version gibt, ist mir nicht ersichtlich – © Martin Nagel

Gunbarich

Ich weiß nicht was dieses Spiel soll. Vordergründig ist es eine Mischung aus Arkanoid und Flipper. Du lenkst ein Paddle von links nach rechts, um Kugeln zu reflektieren die Blöcke zersören sollen – so weit, so bekannt. Allerdings hast du auf diesem Paddle zwei Flipper-Arme angebracht, welche sich auf Knopfdruck ausfahren und die Kugel lenkbar machen sollen. Coole Idee, miese Umsetzung. Durch schwache Kollisionsabfrage und allgemeine Schwammigkeit trifft die Kugel nie wirklich präzise. Der recht undynamische Spielablauf und das generell eher lahme Pacing des Genres tun ihr Übriges um das Spiel in der Aufmerksamkeitshölle enden zu lassen. Für die Spezialisten: Hier bekommst du nicht das Arcade-Original, sondern die eigens programmierte Switch-Fassung. Ob das Spiel dadurch besser wird? Naja, nein. Einzig der Gastauftritt von Junghexe Marion wäre hier ein Kaufgrund.

Einzelwertung: 3/10

Storm the Kollisionsabfrage! – © Martin Nagel

Du wirst es beim Überfliegen der Einzelnoten schon erahnt haben: Die zweite Psikyo-Collection bietet weit weniger Fleisch am Knochen als die erste. Einziger wirklicher Kaufgrund ist hier Gunbird 2. Wenn du nicht gerade Physik-Sammler bist, so sparst du deutlich Geld und Nerven wenn du dir dieses Spiel im Switch-Shop einzeln runterlädst und die Collection ansonsten sausen lässt. Als Sammler wirst du eh schon die Dreamcast-Fassung haben und dich an Morrigan und ihren Hupen spielerischen Möglichkeiten erfreuen. Mein Wingman, der im ersten Teil sogar Sol Divide mochte, hat hierzu auch eine fundierte Meinung.

Raiden Fighters? Nun, nicht ganz – © Martin Nagel

Logge meint dazu: Ach, Psikyo du lässt mich einfach nicht los! Für mich zählen auch bei dieser Collection die merkwürdigen Games am meisten. Mit Tengai und Sengoku Cannon haben wir zwei horizontale Shmups in der Sammlung, die mich immer wieder fesseln. So bietet Tengai ein cooles Ranking-System, dass ähnlich der alten Eighting-Games je nach meiner Spielweise den Schwierigkeitsgrad anpasst. Weiß ich also, dass bald wieder Power Ups auf mich warten, dann kann ich hier ohne Gefahr direkt in Gegner fliegen, um so mein Ranking zu senken. Das macht gerade vor Bossen richtig viel Sinn und erleichtert mir das Leben ungemein. Sengoku Cannon sieht nach heutigem (und wahrscheinlich auch damaligem) Stand einfach nur hässlich aus. Doch das macht es mit einer tollen Spielbarkeit wieder wett. Hier gefällt mir besonders, dass ich mit meinem Power-Schuss gegnerische Bullets in Punkte canceln kann. Aber eben nur, wenn dieser den Gegner final auslöscht. Die Bosse sind verrückt und die Patterns unglaublich wild. Dennoch ist gerade dieses Kleinod eines der großen Highlights der Collection für mich.

Storm the Gravity! – © Martin Nagel

Samurai Aces, sowie Gunbird 1&2 bieten dagegen gewohnte Psikyo-Kost mit nervigen Minibullets, die mich regelmäßíg in den Wahnsinn treiben. Ich weiß auch nicht warum, aber diese Patterns kann mein Gehirn wohl nicht verarbeiten. Auch die Spielgeschwindigkeit ist für meine Verhältnisse ein wenig zu behäbig. Dennoch gefällt mir gerade bei Gunbird 1&2 das Artdesign mit diesen mechanischen Gegnern richtig gut, sodass ich doch immer wieder eine Runde wage. Meist endet es dann aber doch wieder in frustigem Gefluche! Gunbarich bietet zum Abschluss einen Arkanoid-Klon, der in meinen Augen als nette Dreingabe sicherlich seinen Platz in der Collection verdient hat. Für ein paar spaßige Minuten definitiv einen Blick wert. Aber mehr halt auch nicht.

Psikyo bekommt sogar ein knallbuntes Hexen-Shmup trist – © Martin Nagel

Was bleibt zu sagen. Die Psikyo-Games werden für mich immer ein zweischneidiges Schwert bleiben. Diese kleinen Minibullets nerven mich, aber gerade die etwas anderen Games zeigen mir, dass es doch kleine Perlen zu entdecken gibt. War es bei der Alpha-Collection Sol Divide, Zero Gunner 2- und Dragon Blaze sind es hier vor allem Tengai und Sengoku Cannon, die ich immer wieder gerne zocke. Gunbird 2 ist ein gutes Shmup, was leider die gleichen Schwächen wie viele Psikyo-Games mit sich bringt. Gunbarich ist unterhaltsam und Samurai Aces, sowie Gunbird werde ich wohl nie wirklich zocken. Dennoch wie schon Alpha für Shmups-Fans ein tolles Paket, dass ich gerne empfehle.

Psikyo Shooting Stars Bravo

Wertung: 6,5/10 (Martin) -7/10 (Logge)
Publisher: NIS America
Entwickler:
City Connection
Plattform: Switch
Preis: 39,99 € (Switch Download), 59,99 € (physische Limited Edition mit Artbook und Soundtrack)

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key vom Publisher NIS America zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

Martin
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Martin

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