Review: Monkey Barrels

Affiges Twinstick Geballer

© Martin Kro

Nicht nur in der Evolution kamen nach den Dinos, die Affen auf die Erde. Auch bei den Japanern von Good Feel erscheint nach ihrem Game über den grünen Dino Yoshi, nun ein Spiel im Zeichen des Affen. Dabei weicht die pazifistische Knuddelei, einem knallharten Twinstick Shooter, in dem du die Waffen für dich sprechen lässt. Ob sich diese affige Schießerei aber auch lohnt, möchte ich dir nun gerne verraten.

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Nachdem ein fieser Oberschurke die gesamten Elektrogeräte zu blutrünstigen Killermaschinen umgerüstet hat, wurde die gesamte Menschheit ausgelöst. Lediglich ein paar Affen führen ihr kleines, beschauliches Leben ohne vom fiesen Herrscher gefunden zu werden. Doch eines Tages stößt er auf das Affendomizil und beschließt die Affendame für seine wahnwitzigen Versuche zu entführen. Doch ihr Bruder wirft sich todesmutig vor sie und opfert sich. Als der irre Wissenschaftler verschwunden ist, machen sich die beiden Geschwister, samt Affenhäuptling auf den Weg, den verlorenen Bruder zu retten. Ein wildes Geballer kann beginnen.

© Martin Kro

Die Geschichte bietet einen guten Aufhänger für die anschließende Ballerei. In 5 Leveln, kämpfst du dich jeweils durch drei bis vier Stages und stößt im Anschluss auf einen Obermotz. Hast du den jeweiligen Boss besiegt, wird dir eine weitere Cutscene spendiert, die dir verrät, wo du als nächstes nach deinem Bruder suchen kannst. Das ist zwar alles ganz nett, allerdings dient diese Story lediglich als Wegweiser und wird niemanden wirklich vor dem Ofen hervorholen.

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Der Trailer zu Game verspricht dir knallharte Action in 22 Stages, mit 98 Waffen. Das hört sich erstmal richtig viel an, ist es auch tatsächlich, allerdings krankt das Spiel auch an genau dieser Stelle. So kannst du in jeder Stage 3 Blueprints finden, welche dir neue Primär- und Sekundärwaffen freischalten. Von diesen kannst du jeweils zwei immer bei dir tragen. Besiegte Gegner lassen kleine Schrauben fallen, die als Währung genutzt werden und welche du beim Affenhäuptling gegen neue Ballermänner eintauschen kannst. Doch das große Problem daran ist, dass es sich eigentlich gar nicht groß lohnt, neue Waffen zu kaufen. So habe ich das gesamte Spiel in vier Stunden beendet und mir dabei nur eine handvoll Waffen angeschaut. Bei den Sekundärwaffen, habe ich sogar nur drei verschiedene genutzt. Hier zeigt sich wirklich, dass Qualität deutlich besser ist, als Quantität. Viele der Waffen gleichen sich auch und sind lediglich in einem von drei Bereichen anders. Auch das Experimentieren mit den einzelnen wird kaum gefördert, da du immer gezwungen bist, erst eine Waffe zu kaufen, bevor du sie probieren kannst. Warum soll ich also meine Schrauben ausgeben, wenn ich eigentlich nicht wirklich eine neue Waffe brauche? Genau so geht es mir immer wieder und das finde ich persönlich eher schade. Hier wäre es sinnvoller gewesen, einfach sukzessive immer eine Waffe freizuschalten, die ich ohne Kosten ausprobieren darf und bei Gefallen dann auch erstehen kann. Da bringt dir auch der kleine Übungsbereich nur wenig, in dem ich alle Waffen nach dem Kaufen testen kann. Ich selbst habe ihn beispielsweise fast gar nicht benutzt. Das ist wirklich verschenktes Potential.

Die Steuerung selbst war für mich auch oftmals eher ein Hindernis. So kann ich mit der B-Taste eine Ausweichrolle machen, die ich auch bitter nötig habe, um gerade zum Schluss einigen sehr fiesen Bulletpatterns überhaupt Herr zu werden. Auf der ZL- und ZR-Taste benutze ich meine beiden Primärwaffen und auf der L-, und R-Taste kann ich meine Sekundärwaffen benutzen. Doch hier habe ich schon ein weiteres Problem, denn schieße ich gerade mit ZL, fällt es mir ungemein schwer gleichzeitig auch noch die L-Taste zu drücke. Daher muss ich immer wieder hin und her wechseln und das gestaltet sich oftmals schwieriger, als es sein müsste. Schieße ich nämlich Waffe A und drücke dann die Taste für Waffe B, dann schießt der Affe nicht sofort, sondern wechselt erstmal die Waffe und ich bin gezwungen erneut die Schusstaste zu drücken. Dadurch kommt es gerade in hitzigen Kämpfen immer wieder zu unnötigen Treffern. Das Aiming mit dem rechten Stick funktioniert allerdings ganz gut und hier gibt es wenig zu meckern.

Beim Schwierigkeitsgrad fällt mir immer wieder auf, dass gerade eine neue Stage beim ersten Versuch oft härter, als die vorangegangenen wirkt. Doch das ändert sich, wenn ich weiß was mich erwartet. So habe ich nie wirklich mehr als drei Versuche pro Stage gebraucht und dank der Vielzahl an Checkpoints innerhalb der Stages, wurde mein Ableben auch nie wirklich ernsthaft bestraft. In den Stages selber sind zudem einige Goodies versteckt. Neben den anfänglich erwähnten Blueprints, kann ich zudem pro Stage noch einen versteckten Miniaffen finden. Leider bringt mir die Suche nach diesen absolut nichts. Zwar tauchen diese nach dem erfolgreichen finden im Hub auf, aber sie bringen mir keine wirklichen Goodies. Ich habe beispielsweise ohne groß danach zu schauen, in jeder Stage diese Äffchen gefunden. Die Blueprints sind da manchmal schon etwas schwerer zu finden, allerdings stört es mich auch 0, wenn ich mal einen übersehe, da ich ohnehin kaum neue Waffen kaufe. Zudem gibt es aber auch noch Powerups. Da haben wir zum Beispiel Bananen, die als Hitpoints fungieren. Eine grüne Ammokiste, die meine begrenzten Sekundärwaffen aufpowern und Getränkedosen, die meine Affenpower aufladen. Ist der Balken unterhalb der Lebensleiste gefüllt, kann ich mit Druck auf die X-Taste zum Superaffen mutieren und habe anschließend keine Ammobegrenzung mehr auf meinen Primärwaffen. Dadurch werden gerade später einige Fights zum Kinderspiel. So kann ich meinen superstarken Laser, der eigentlich nur ein paar Sekunden hält, mit der Affenpower nutzen, um die Lebensleiste von den an sich gefährlichen Bossen in Sekunden schmelzen zu lassen. Habe ich diese Power übrigens nicht, muss ich meine Primärwaffen immer nachladen, dass geht wahlweise automatisch oder manuell mit dem Druck auf die Y-Taste.

© Martin Kro

Auch die Abwechslung im Game selbst ist leider eher schwach. So wartet am Ende einer jeden Stage immer ein kleiner Zwischenboss auf mich. Da freue ich mich zunächst noch drauf. Leider wiederholt sich gerade einer der drei verschiedenen Bosse ungefähr 10 Mal und irgendwann habe ich wirklich gar keine Lust mehr auf diese Stagebosse. Die Levelbosse, von denen es ganze sechs Stück gibt, da Level 5 gleich zwei Bossfights bietet, können sich dafür sehen lassen. Bei diesen bekomme ich einen Lebensbalken angezeigt und die Bulletpattern werden hier wirklich herausfordernd. Das sind auch die einzigen Herausforderungen im Game und für geübte Twinstick Shooter Fans, dürften selbst diese kaum eine wahre Challenge bieten. Dafür haben aber alle ein richtig cooles Intro spendiert bekommen. Neben den regulären Run-and-Gun Leveln gibt es zudem noch drei Motorrad Sequenzen, in denen ich mit einem Bike eine Straße abfahre und dabei nur Ausweichen und Schießen muss. Die erste dieser Stages ist dabei von links nach rechts und die anderen beiden von unten nach oben. Witzigerweise funktioniert die horizontale Stage dabei gefühlt 10-Mal besser, als die vertikale, da hier die Steuerung viel zu ungenau ist. Auch hier bekomme ich dreimal den selben Stageboss vorgesetzt, der an sich auch nur der Levelboss von Welt 1 ist. Da hätte ich mir wirklich mehr Kreativität gewünscht.

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Die Präsentation selbst ist ganz nett geworden und kommt mit einer Art Retro-Pixellook in Modern daher. Ihn zu beschreiben fällt mir dabei etwas schwer, allerdings denke ich, dass mein Bildmaterial euch hier einen guten Eindruck vermitteln kann. Die Musik hingegen ist eher durchschnittlich und ging mir persönlich nach ein paar Minuten ganz schön auf den Zeiger, da alles wie ein einziger Brei wirkte. Am Schluss gab es ein paar nette Tracks, allerdings konnten die auch nichts mehr wirklich rausreißen.

© Martin Kro

Fazit: Monkey Barrels ist kein wirklich schlechtes Spiel geworden, allerdings gelingt es ihm nicht wirklich über den Durchschnitt zu kommen. Die Vielzahl der freischaltbaren Waffen hätte niemand gebraucht. Auch der Schwierigkeitsgrad fordert mich nicht wirklich. Für kurze Runden macht es auch immer Spaß, aber zocke ich mal länger als 15 Minuten fällt mir einfach auf, dass vieles immer und immer wieder recycelt wurde, ohne mir dabei wirklich Neues zu zeigen. Wer unbedingt einen neuen Twinstick Shooter braucht, der kann den Preis von 15,-€ durchaus ausgeben, sollte sich aber bewusst sein, dass nach gut 4 Stunden bereits das Ende erreicht ist. Da das Beenden nichts neues freischaltet (abgesehen von einem neuen Charakter, der lediglich anders aussieht), lohnt sich ein erneuts Zocken nicht wirklich. Allerdings gibt es noch einen Online Modus, in dem man sich gegenseitig abknallen kann. Leider macht der aber die Banane auch nicht mehr fett. Alle anderen sollten lieber auf einen Sale warten.

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Summary:
Monkey Barrels puts you in the shoes of two monkeys, that have to save their brother from the hands of an evil scientist who killed all humans and made himself an army of machines. Just like any other Twinstick shooters, you have access to two main weapons, as well as two secondary weapons. In each stage, of which there are 22, you can find three blueprints and one small monkey. With those blueprints you unlock a total of 98 weapons, which can be purchased from your monkey chef with junk that you pick up from defeated enemies as well as crates. But the biggest problem is, that you don’t really need to buy that many weapons because you can basically beat the game with one of the earliest available weapons. I basically just used 4 different primary and 3 different secondary weapons in the whole game. If you decide to play the game for more than 15 minutes, you’ll notice that every stage is rather similar and the music and levels tend to blend together. For short bursts it can definitely be fun, especially because you have a few stages that mix up the formular in form of motorcycle stages, of which there are 3. Here the gameplay shifts from twinstick to regular driving and shooting. The first one is horizontal, while the other two are vertical. Sadly the vertical stages tend to feel a little bit wonky because the controls aren’t as precise as you want them to be. Each stage has a stageboss, but unfortunately one boss is used like 10 times and only some small things are changed. In those motorcycle stages, you’ll face the same one every time and it’s basically just the Endboss of World 1 reused over again. With a little more variety the game could have been a lot more entertaining. The score is rather basic and nothing really special. The visuals seem like a mix of retro-inspired graphics, mixed with some modern aspects and didn’t really click all that much for me. If you are a diehard fan you can invest the asking price of 15 bucks and have around 4 hours of mediocre twinstick shooter fun. All others should wait for a sale. In short bursts it can be entertaining but if you play it to long, you’ll get the feeling of replaying the same level over and over again.

Monkey Barrels

Wertung: 5,5/10 
Publisher: Good Feel Inc.
Entwickler: Good Feel Inc. 

Plattform: Switch (getestet)
Preis: 14,99 €

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Good Feel Inc. zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

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Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
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