Review: Metro Redux Collection (Switch)

© Deep Silver

Russische Spielevorlagen gibt es ja relativ wenige. Die einzige Reihe, die mir dabei direkt in den Kopf kommt ist Metro 2033. Bereits seit dem Originalrelease im Jahr 2010 wollte ich der Reihe immer eine Chance geben, aber irgendwie habe ich es bis heute verpasst. Doch das ändert sich nun endlich dank dem Release der Metro Redux Collection für die Nintendo Switch. Also folge mir in den russischen Untergrund und meinem Überlebenskampf gegen allerlei mutierte Ungetüme.

Die Neofaschisten wollen es in Metro Last Light wissen!
© Martin Kro

In Metro 2033 übernehme ich die Rolle von Artjom und versuche in der postapokalpytischen Welt zu überleben. Doch das ist nicht alles, denn zeitgleich beginnt ein Kampf gegen übernatürliche Wesen und ich stehe am Ende von 2033 vor der Wahl, ob ich diese Wesen komplett vernichte, oder vielleicht doch lieber einen friedlichen Weg gehe. All das passiert nach einem Atomangriff, welcher sehr spektakulär am Anfang von Last Light gezeigt wird. Die Geschichte selbst stammt übrigens ursprünglich aus der Feder von Dmitri Alexejewitch Gluchoswki. Neben Metro 2033 hat er auch die Bücher 2034, auf welchem Last Light lose basiert und 2035 geschrieben. Wer sich zuerst die Bücher anschauen will, kann sich hier übrigens die komplette Reihe sichern (Metro Trilogie (kein Affiliate Link)

 

HalliHallo wollen Sie kurz mit mir über die nukleare Welt sprechen?
© Martin Kro

Last Light spielt im Jahr 2034 und nimmt an, dass ich mich nicht für den friedlichen, sondern für den brutalen Weg entschieden habe und lässt mich nach dem einzig überlebenden Wesen suchen. Dabei muss ich mich mit fiesen Neofaschisten auseinandersetzen und mir einen Weg aus deren perversen Katakomben bahnen, um am Ende vielleicht noch einen letzten Funken Hoffnung für die gesamte Menschheit zu finden.

Kleine Sammelaufgaben warten auch auf dich.
© Martin Kro

Storytechnisch bieten beide Games sehr solide Handlungen, die ich aktiv durch mein Verhalten beeinflussen kann. Gelingt es mir die richtigen Entscheidungen zu treffen, schalte ich in jedem Game ein gutes Ende frei. Beim ersten Durchlauf bleibt mir aber nichts anderes übrig, als das Ganze so zu akzeptieren, wie es geschieht. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie unglaublich dicht die Atmosphäre ist.

Wache ich in Metro 2033 in meiner kleinen Kammer auf und bewege mich durch das Lager, fällt mir sofort auf, dass die Menschen ganz eng aufeinander hocken. Die Gesellschaft hat sich grundlegend verändert und es haben sich verschiedene Fraktionen gebildet. Besonders intensiv wird das Ganze, wenn ich in Metro Last Light vom Reich festgenommen werde und anschließend durch eine Gaskammer fliehen muss. Selten hat ein Videogame in mir ein solches Unbehagen hervorgerufen. Mit der permanenten Angst im Genick, dass die Neofaschisten jederzeit das tödliche Gas freilassen und damit nicht nur mich, sondern hunderte Gefangene töten.

Die Lichteffekte können sich auch 10 Jahre später noch sehen lassen.
© Martin Kro

Hier bin ich dann gezwungen, mich möglichst schleichend fort zu bewegen, nur um anschließend mit gezückter Waffe den Faschisten den Gar auszumachen. Diese Abwechslung ist allgegenwärtig. Gerade im Jahr 2020 merke ich daher immer wieder, dass Metro in einer anderen Zeit entstand. 2010 war es an der Tagesordnung, dass Shooter möglichst cineastisch und Movie-like wirkten. Ein gescriptetes Element jagte das nächste. Dieser Mix funktioniert allerdings auch heute noch sehr gut und bewegt mich dazu, immer noch eine kurze Mission zu zocken.

Das Hud ist kompakt und clever gelöst.
© Martin Kro

Ein wenig nervig war für mich, die permanente Munitionsknappheit. Zwar verstehe ich den Ansatzpunkt sehr gut, immerhin spielt das Game in einer endzeitlichen Welt, aber dennoch hemmt es mich dadurch immer wieder, die brachiale Action in ihren vollen Zügen zu genießen. Doch die Macher warten mit einem Twist auf mich. Denn habe ich meine letzte Kugel der regulären Munition verschossen, dann darf ich auch mein „Geld“ dazu nutzen, die Gegner ins Jenseits zu schicken. Denn Munition dient in Metro als Währung und so wird es umso wichtiger, effektiv damit umzugehen.

Last Light sieht sogar noch schöner aus, als 2033.
© Martin Kro

Mir persönlich haben die fiesen Monster in Metro Redux richtig gut gefallen. Ein besonderes Erlebnis war dabei beispielsweise, als ich das erste Mal an die Oberfläche getreten bin und dort die im Spiel als „Dämonen“ bezeichnete, fliegenden Ungetüme gesehen habe. Für mich als Horrorfan war das ein wirkliche besonderer Moment, denn wer weiß was noch alles auf uns zukommen könnte. Doch auch die ruhigen Momente fesseln mich an die Switch. Wenn mir beispielsweise die Soundkulisse vermittelt, dass in den Gängen über oder unter mir, Monster auf der Suche nach mir sind. Da heißt es Füße in die Hand nehmen und vorsichtig um die nächste Ecke schauen.

Lass den Kopf nicht hängen. Munition finde ich immer wieder bei besiegten Gegnern.
© Martin Kro

Doch wo so viel Licht ist, da gibt es auch Schatten. Zwar läuft die Switch Fassung tadellos und erlaubt sich keine Schnitzer, aber es gibt für mich doch ein wenig Grund zu meckern. So habe ich am Tage im Handheld Modus vergeblich einen Helligkeitsregler gesucht. Obwohl ich die Switch auf die höchste Helligkeitsstufe gestellt habe, war es mir manchmal schier unmöglich etwas in den dunklen Gängen der Metro zu erkennen. Dadurch geht leider ein wenig Potential verloren, denn gerade für unterwegs ist Metro richtig gelungen. In der Bahn mit Kopfhörern auf dem Kopf vergesse ich alles um mich herum und bin plötzlich wirklich in der russischen Unterwelt. Hier hoffe ich wirklich, dass noch ein Patch kommt, der dieses Problem ausmerzt.

Coole Dialoge soweit das Auge reicht.
© Martin Kro

Fazit: Metro Redux ist eine gelungene Collection, welche zwei grandiose Shooter beinhaltet. Dank der Möglichkeit durch meine Entscheidungen ein besseres Ende freizuschalten lohnt sich auch ein zweiter Durchgang. Der Schwierigkeitsgrad fordert von mir, dass ich sorgsam mit meinen Utensilien umgehe und die dichte Atmosphäre erzeugt regelmäßig Gänsehaut. Wer die Games bisher noch nicht kennt, sollte die Collection unbedingt nachholen. Fans, die gerne unterwegs zocken wollen, sollten scharfe Augen mitbringen, denn leider ist es gerade am Tage im Handheld-Modus manchmal schwer etwas zu erkennen.

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Summary: Metro Redux is an awesome collection which includes the first two Metro Games. In Metro 2033 you experience Artyoms journey to kill the dark ones once and for all and Last Light continues with the story right where 2033 left off. Both games have such a high atmosphere that every second is full of intense action, depressing moments and fun combat sequences. Both games were made in the vein of those cinematic shooters and it shows but even in 2020 it works like a charm. Moments like the escape from the fourth reich with their gas chamber or your first visit on the surface will stick with you for days. So if you never played these games before and want to experience a postapocalyptic story then you should definitely give Metro Redux a chance. The switch port runs great but due to a missing brightness option it’s hard to see what is going on, when you play on handheld mode in the daylight. So keep that in mind.

Metro Redux

Wertung: 8/10
Publisher: Koch Media
Entwickler: 4A Games

Plattform: Switch (getestet), PS4, Xbox One, PC
Preis: je 24,99€ digital oder 49,99 €physisch

Für den Test wurde ein kostenloses Review-Exemplar von Koch Media zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

Logge

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Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
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