Review: Loop Hero

Es war der 20 August 2021. Meine Familie und ich aßen zu Abend und im TV lief ausnahmsweise die aktuelle Nintendo Direct. Irgendetwas magisches lag in der Luft. Die Direct begann und nach einem abgedrehten Actiongame, sowie einem entspannten schwarz-weiß Spiel passierte es. Die Musik traf mich wie ein Hammerschlag. Ich schrie und meine Frau und Kinder schauten mich verwirrt an. Es wurde endlich angekündigt. Ich hatte Gänsehaut (wie gerade jetzt als ich diese Zeilen verfasse): LOOP HERO kommt endlich für die Switch. Und nun vier Monate nach dieser Ankündigung ist es endlich soweit und wir können Loop Hero endlich zocken. Ob sich das Warten gelohnt hat? Findet ihr mit mir zusammen raus.

Die Erde ist verschlungen, nichts ist mehr da. Alles nur noch schwarz und leer. Nur unser Held schafft es, Sachen aus dem Nichts wieder zu materialisieren. Wer hat dieses Unheil über die Menschheit gebracht und vor allem, warum? Der Kampf zwischen Gut und Böse hat erneut begonnen und wird er jemals enden? Denn der Loop hört niemals auf!

Die Story von Loop Hero erscheint auf den ersten Blick minimalistisch und vielleicht sogar non-existent, aber das stimmt nicht. Nachdem ich nun, gut 12 Stunden später die letzte Expedition zum ersten Mal gemeistert habe, weiß ich weshalb die Welt so leer ist und wir als Spieler mit unseren magischen Karten ein neues Umfeld für den dauerhaft marschierenden Helden erschaffen. Doch ich möchte euch allen die Chance geben, diese spannende Story Stück für Stück selber zu erleben und zu entdecken.

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Kurz zur Geschichte des Games. Dieses wurde für den jährlichen Gamejam mit dem Namen Ludum Dare entwickelt. 4 junge Russen, welche jedes Jahr bei diesem Jam dabei waren kamen auf die Idee ein Spiel zu kreieren, welches sich abseits einiger Entscheidungen komplett selber spielt. Als sie aber das Potential des Gameplays erkannten und immer mehr Zeit in die Ausarbeitung steckten, wurde aus LoopAtHero irgendwann Loop Hero. Für alle die noch mehr von der Geschichte rund um Loop Hero erfahren wollen, kann ich die grandiose Doku von NoClip nur empfehlen.

Doch nun zurück zur Review. Wie für ein Roguelike typisch fangt ihr immer wieder von vorne an, wenn euer Held das zeitliche segnet. In den einzelnen Runden bzw. wie Loop Hero sie nennt, Expeditionen, sammelt ihr Material, mit welchem ihr euer Camp nach und nach vergrößern und erweitern könnt. Dadurch schaltet ihr neben dem ursprünglichen Krieger auch noch einen Schurken, sowie einen Nekromanten als „spielbaren“ Charakter frei. Spielbar ist dabei ein sehr dehnbarer Begriff. Denn Loop Hero spielt sich eigentlich von selbst. Ich weiß, ich weiß, was soll das denn jetzt, aber hört mir zu.

In Loop Hero läuft, kämpft und besiegt euer Held die Feinde ganz automatisch. Doch welche Feinde ihm begegnen, dass entscheidet ihr anhand magischer Karten, welche die Feinde nach ableben hinterlassen. Dieses Deck könnt ihr zu Beginn eurer Expedition ganz frei zusammenstellen. Wollt ihr nicht gegen Banditen kämpfen? Dann nehmt die Steine aus dem Deck. Sollen zukünftig keine Vampire auftauchen, raus mit der „Vampire Mansion“ Karte und ihr seit diese für diesen Loop los. Aber jetzt höre ich euch sagen, warum solltet ihr dann überhaupt schwerere Karten in eurem Deck lassen? Ganz einfach, nur durch diese bekommt ihr die wichtigen Ressourcen, mit welchen ihre die besseren Sachen im Camp freischaltet. Es ist das typische Risk-Reward-System, welches man liebt oder hasst.

Loop Hero ist im allgemeinen ein Game zwischen Liebe und Hass. Ich selber war zunächst auch total abgeschreckt, als ich im März 2021 die PC Version in Youtube Videos sah. Die Grafik war so alt und verpixelt, dass selbst ich als Retro-Fan schon Bauchweh bekam, doch je länger ich mir die Gameplay Videos ansah, desto mehr verliebte ich mich in das Spielgefühl. Ich muss nicht aktiv eingreifen, ich suche das Equipment für meinen Helden aus und entdecke viele versteckte Combos zwischen den einzelnen Karten, um so immer tiefer in den Loop zu kommen.

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Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie das Game überhaupt beendet werden kann und Loop Hero löst dieses Problem mit dem Boss-Meter. Je mehr Karten ihr spielt, umso mehr füllt sich eben jene Anzeige am oberen Rand. Ist diese voll, erscheint der Boss der jeweiligen Expedition. Erreicht ihr dann euer Lagerfeuer, an welchem ihr in jeder Runde die Chance habt zu eurem Camp zurückzukehren, ohne zu sterben und mit all euren gesammelten Ressourcen, könnt ihr auch gegen den Boss antreten. Das Schöne dabei, fühlt ihr euch nicht in der Lage könnt ihr jederzeit fliehen. Entscheidet ihr euch aber für den Kampf, so kommt ihr mit jedem Aufeinandertreffen der Story ein wenig mehr auf die Spur. Zusätzlich winkt euch fetter Loot, wenn ihr den Loop (haha Wortspiel) geschafft habt.

Vielleicht ist es euch aufgefallen, die Grafik habe ich bereits angesprochen und die Musik nicht, was eigentlich eher untypisch ist. Doch hier musste es so sein, denn oh mein Gott die Musik ist der absolute Hammer. Was würde ich für eine CD dieses Scores geben. Nach Rückfrage von meiner Seite an den Komponisten Blinch, habe ich erfahren, dass immerhin ein weltweites Spotify Release ansteht. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich diese Musik liebe und es könnte sich tatsächlich um den besten Score des Jahres handeln. Als Beispiel sei einfach nur mal die Intro Musik des ersten Bosses genannt (siehe Video unten). Wenn der Track startet kann ich nicht anders als mitzurocken und dank des Autoplay-Features brauch ich nicht mal wirklich etwas tun, damit ich sowohl Spiel als auch Gameplay genießen kann.

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Ich möchte auch noch ein paar Worte zur Switch Fassung verlieren. Als ich die PC-Fassung sah und die Vielzahl der Möglichkeiten, um Karten auf dem Spielfeld zu verteilen, hoffte ich, dass die Switch Fassung Touchsteuerung enthalten würde und ja Loop Hero kann im Handheld Modus komplett via Touch gespielt werden. Aber auch die Tastenbelegung ist gelungen und obwohl ich eigentlich lieber via Touch spielen wollte, habe ich 95% meiner Spielzeit die Tasten benutzt. Kleiner Wehrmutstropfen, gerade in Loop 3 und 4 kommt die Switch im Handheld Modus an ihre Grenzen und das Geschehen läuft mit deutlich verringerter Framerate. Ich hoffe das FQ-Team und Devolver hier nachbessern. In meinen 12 Stunden mit Loop Hero habe ich einen Absturz erlebt mit einem sehr merkwürdigen Fehlertext. Dank dem tollen Autosave Feature habe ich aber keinerlei Fortschritt verloren.

Fazit: Bei meinem Versuch, Bekannten dieses Game zu empfehlen, bin ich leider bisher kläglich gescheitert, fast jeder wollte entweder auf Grund des Roguelike Aspekts, oder der Grafik nicht so wirklich an das Game ran. Dennoch hoffe ich, dass ich euch allen, die diese Zeilen grad lesen dazu bringen konnte, euch jetzt dieses Game einmal näher anzuschauen. Kurzweilige Indieperle, welche abseits der schwachen Grafik einfach nur überzeugt. Habt ihr ein Herz für diese Art Games, oder haben euch meine Zeilen überzeugt, dann schaut euch bitte Loop Hero an. Es müssen mehr Leute dieses Meisterwerk erleben! Ganz klare Empfehlung!

Summary: Loop Hero looks odd. The graphics might scare you off and I don’t blame you, because when I first saw pc gameplay for it I didn’t thought this would be my kind of game, but hear me out. Loop Hero might be the finest roguelike game of 2021! It’s simply amazing. If you can look past the oldschool graphics, which when you realize only four Russians made this game, you can forgive them for the look. Besides that though you get a great game that mostly plays itself. What I mean with that is that our hero isn’t directly controlled by us. You create a loop for him to explore and fight through. Thanks to cards that get dropped by the monsters you defeat you can expand the loop and find out about the different hidden combinations of cards. Besides cards you also get equipment for the hero and you put that on, either through touch controls in handheld or with the use of buttons, both of which function flawlessly. When the boss enters for one of the four expeditions you can experience, the soundtrack by the amazing blinch will kick you right out of your couch, it is simply amazing!

Progression is handled by collection ressources and building your camp to unlock more cards or characters. The flow of the game is really great and enjoyable. So if you enjoy yourself games like Slay the Spire, Binding of Isaac or other roguelikes you should definitely check Loop Hero out. It’s a blast and offers so much for you to experience and enjoy. The switch version runs great, besides some slowdown when you basically put everything on the loop that you have, which is a necessity in the last two expeditions. I hope FQ Team and Devolver can improve on this aspect. Nonetheless play this game! Highly recommended.

Loop Hero

Wertung: 9,5/10
Publisher:
 Devolver Digital
Entwickler: Four Quarters
Plattform: Switch (getestet), Windows-PC
Preis: 14,99 €

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Devolver Digital zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots bis auf das Titelbild wurden selbst angefertigt und stammen von der Switch-Version.

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