Review: Habroxia – Retroshmup mit Charme?

Im Retroall hört dich kein Astronaut schreien!

© Martin Kro

Wenn in einer Woche gleich zwei neue Shmups erscheinen, dann ist das für die Boobsandbullets Crew natürlich ein Grund zu feiern. Neben dem, in der Nintendo Direct angekündigten Shmup Freedom Finger, welches am Freitag erscheint, bescheren uns die Jungs von Eastasiasoft mit Habroxia heute schon einen weiteren Shmup Ableger für Switch (ab Donnerstag), PS4 und sogar die PS Vita. Doch was dieses kleine Geballer so drauf hat findet ihr mit mir zusammen raus.

© Martin Kro

Wenn du Habroxia startest, dann wirst du nicht viele Optionen vorfinden. Einzig der Arcade Modus ist zu Beginn verfügbar. Hier kannst du zwischen den Stages dein Schiff mit Powerups ausstatten. Dabei gibt es zum Beispiel einen stärkeren Schuss, mehr Spread oder Raketen, die deinen Schuss verstärken. Eine Erweiterung kriegst du direkt zu Beginn geschenkt, danach musst du dir alle mit Credits kaufen. Cool ist dabei, dass du jede gekaufte Erweiterung jederzeit wieder verkaufen kannst. Nur die erste leider nicht. So stürzt du dich in die erste von ganzen 15 Stages und nach ein paar Minuten siehst du den Boss. So entsteht ein Kreislauf aus Verbessern, Stage bewältigen und weiter Verbessern. Jede fünfte Stage lässt dich gegen einen besonders bösen Boss antreten, der extra viel aushält und dir mit seinem Ableben einen neuen Modi beschert. Wenn du dann das 15 Level geschafft hast, heißt es Danke fürs Spielen und Ende. Um das gesamte Game zu beenden und jeden der drei Extra Modi einmal zu zocken, hat mich Habroxia genau eine Stunde beschäftigt. Das ist für den recht geringen Preis von aktuell 6,79€ im Nintendo Eshop als Preorder Rabatt noch ganz ok, für die physische Version wird leider deutlich mehr verlangt und da muss ich einfach sagen, dass Habroxia nicht annähernd genug bietet um das zu rechtfertigen.

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Denn neben den recht kurzen Stages beschert uns Habroxia ein ziemlich geringes Gegner Roster, welches du an einer Hand abzählen kannst. Sind die Bosse zunächst noch ganz cool, musst du dir ab 2/3 des Games einfach nur verbesserte Versionen von den anfänglichen Bossen um die Ohren werfen lassen. Das ist schade und irgendwie auch echt ärgerlich. Dazu kommt ein Soundtrack der von ganz ok bis hin zu „Gib mir bitte Ohropax damit ich das schreckliche Retrogeduddel nicht mehr hören muss“ reicht. Die Grafik ist auf Retro getrimmt, macht das auch ganz ordentlich, haut einen aber 2019 nicht mehr aus den Socken.

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Die vorher angesprochenen Extra Modi reichen von einem „Rette alle Astronauten“ Modus, in dem du wirklich jeden umherschwebenden Astronauten retten musst und verpasst du einen heißt es Game Over. Über einen „Shield Maiden“ Modus, in dem du total underpowered bist und mit deinem Schild die Gegnerwellen überstehen musst. Bis hin zu einem sogar recht spaßigen „Invasion“ Modus in dem du dich nur von links nach rechts bewegen kannst und Gegnerwellen, die auch wirklich als Wellen bezeichnet werden, überstehen musst. Dieser Modus wird komplett vertikal gespielt. Alles in allem sind die Modi aber alle so lala und nicht wirklich fesselnd. Das ist auch das größte Problem von Habroxia. Es ist nicht wirklich fesselnd. Es unterhält für eine Runde. Dann hast du alles gesehen und das wars. Ähnlich einem Fastfood Menü. Es macht kurz Satt, aber dann hast du bald Hunger nach was Richtigem. Auch die Scoreboards sind leider nur Lokal und reizen nicht, sich wirklich anzustrengen. Klar kann man sie online sharen, aber das geht dennoch deutlich besser.

© Martin Kro

Was mir gefallen hat, sind die Wechsel zwischen horizontalem und vertikalem Geschehen, welche in manchen Leveln auf einen wartet. Das lockert das ansonsten sehr schwache Gameplay etwas auf, allerdings ist das zu wenig um einen wirklich bei der Stange zu halten. In den Stages selber kannst du immer wieder Powerups aufsammeln, wie etwa Extraleben, Bomben oder Laser. Von allem hast du aber immer nur ein Powerup zur Verfügung. Solltest du etwa eine Bombe haben und einen Laser aufsammeln, so ist die Bombe weg. Das führt dazu, dass ich immer wieder sofort mein Powerup nutze, damit es nicht einfach verschwindet. Leider wird diese Mechanik nicht wirklich erklärt und ich habe es erst in Stage 12 gemerkt. Hat den Braten nicht mehr fett gemacht, allerdings ein wenig mehr Spaß ins Gameplay gebracht. Ein Combo Meter gibt es auch oben rechts im Bild. Jeder Gegner lässt dein Combo-Counter um eins nach oben steigen. Wirst du aber getroffen, oder verpasst du einen Gegner, fängst du wieder bei 0 an. Witzig ist, dass du bei einem Boss diesen Counter überlisten kannst, denn er feuert immer wieder Felsen auf dich, die als Gegner gewertet werden, aber nur im Guten. Zerstörst du einen Felsen geht der Counter nach oben, fliegt er aber an dir vorbei wird der Counter nicht resettet. So kann man den Boss wunderbar „melken“ wie es so schön heißt.

Fazit: Habroxia ist ein Shmup für Zwischendurch. Es unterhält ein paar Minuten. Du zockst es einmal durch und dann wirst du es schnell wieder vergessen. Gerade weil die Switch und auch die Sony Konsolen deutlich bessere Shmups auf Lager haben, wird Habroxia wohl nicht wirklich viel Anklang finden. Es ist alles in allem einfach nur Mittelmaß und bietet wenig, um einen langen bei der Stange zu halten. Wer wirklich alles an Shmups schon gezockt, der kann Habroxia mal antesten. Alle anderen sollten vielleicht eher zu einem anderen Shmup greifen.

Summary: Habroxia is an ok Shmup. It doesn’t offer anything special and is a rather short experience. The Soundtrack ranges from ok to „please make it stop“. The graphics are retro inspired but nothing that will blow you away. The 15 Stages are rather bland and short. Bosses get reused with a simple Mark II bonus added and some new moves. The 3 unlockable modes will make you play them once and never touch it again. For it’s asking price it is ok but due to the high amount of better shmups on switch and PS4/vita only those who have played all other shmups and still thirsty for more should check it out.

Habroxia

Wertung: 5,5/10 
Publisher: Eastasiasoft
Entwickler: Lillymo Games Inc.

Plattform: Switch (Getestet), PS4, PS Vita
Preis: 7,99 € 

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Eastasiasoft zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

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Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
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