Review: Gunhouse – Oder lieber Grindhouse?

© Necrosoft Games, Screenshot Sonja Aatz

Enttäuscht über den extrem schnellen Ausverkauf eines anderen Spiels auf der Seite von Limited Run Games hab ich beschlossen: Eine Alternative muss her. Da ist mir Gunhouse ins Auge gestochen. Puzzler? Putzig? Quietschbunte Grafik, die mich an Parodius erinnert hat und laut Trailer ein spezieller Soundtrack? Gekauft! Gesagt, getan und nach längerer Wartezeit auch endlich gespielt.

Spielen heißt im Fall von Gunhouse verschiedenfarbige, möglichst große Blöcke zu bilden und diese nach links und rechts zu schieben. So werden die Waffen auf der linken Seite und die Spezialattacken auf der rechten Seite geladen. Das natürlich in einer bestimmten Zeit. Ist der Timer abgelaufen, gilt es die Waffen so abzufeuern, dass die Gegnerwelle besiegt werden kann. Hierbei ist zu beachten, dass die Farbe der gebildeten Blöcke der Farbe der oberen Anzeige entspricht, um die Waffen möglichst stark aufzuladen. Je besser und häufiger dir das gelingt, desto mächtiger sind die einzelnen Attacken.
© Necrosoft Games, Screenshot Sonja Aatz
Du kannst aus zehn Waffenarten und fünf Farben wählen, jedoch maximal drei verschiedene Waffen nutzen. Diese verwaltest du im Store, wo du auch Upgrades für dein erspieltes Geld kaufen kannst. Doch nicht nur die Waffen können verbessert werden, sondern auch deine Lebensenergie mit zusätzlichen Herzen und passender Rüstung.

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Du setzt dich in mehreren Leveln zur Wehr, die Tage genannt werden und in drei Tageszeiten untergliedert sind. In jedem dritten Level – also zur Nacht – erwartet dich einer der Bossgegner. Insgesamt gibt es fünf Zwischenbosse und einen Endboss, der alle 10 Tage auf dich wartet. Untermalt wird das Spiel mit einem kleinen, aber eingängigen Soundtrack, der von Disasterpeace hierfür komponiert wurde.
© Necrosoft Games, Screenshot Sonja Aatz
Und hier beginnt auch schon die Kritik: Der Soundtrack ist so klein und simpel wie das gesamte Spielprinzip. Eigens beworben, besteht er aus wenigen Stücken, die sich ständig wiederholen. Wiederholung in allen Belangen scheint sowieso die Maxime von Necrosoft zu sein. Level wiederholen sich ebenso wie die Gegner und die Musik. Da rettet auch die überdrehte und durchaus ansprechende Grafik im Cartoonstil nichts. Sie hat zwar durchaus ihren Reiz, nutzt sich allerdings auch schnell ab.
© Necrosoft Games, Screenshot Sonja Aatz
Und der Rest? It’s all about upgrading! Durch geschicktes Verwalten und Verbessern deiner Waffen ist das Spiel schon halb gewonnen. Dies bedeutet jedoch auch grinding as fuck. Mit der Erfüllung zusätzlicher, kleiner Aufgaben gelingt dir das aber vergleichsweise einfach.
Dies alles ist insgesamt zu wenig, um als vollwertiges Spiel betrachtet zu werden. Für unterwegs und zwischendurch macht es gerade auf dem Handy genug Spaß für eine kurze, obgleich unterhaltsame Weile – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Mehr als ein knuffiges Mobile Game ist es auch nicht, sorry Limited Run Games. Pixelgehupse auf mittlerem Niveau und daher ohne abschließende Wertung meinerseits.
© Necrosoft Games, Screenshot Sonja Aatz
Martin meint dazu: Hm, nee, ich mag da auch keine Wertung abgeben. Zwar haben die wuchtige Präsentation und die Metal Slug-artige Knuddelgrafik mich anfangs total fasziniert, aber der Grind macht das Spiel kaputt. Ich mache einfach immer das Selbe, und das viel zu lange. Der gefühlte und tatsächliche Fortschritt ist kaum vorhanden, und Aufleveln ist ein Muss um die ewig gleichen, aber konstant schwerer werdenden Stages zu meistern. Irgendwann frage ich mich warum ich die Scheiße überhaupt mache. Würde das als Free to Play-Game funktionieren? Wahrscheinlich nicht. Einzig spielerische Abwechslung könnte da was tun, und die ist bei dem Konzept nicht drin. Für diese Nullnummer auch noch 12,99 € zu verlangen ist einfach nur frech.

Gunhouse

Wertung: Grind/10
Publisher: Necrosoft Games
Entwickler: Necrosoft Games
Plattform: PS Vita (getestet), Switch, Android
Preis: 12,99 (PS Vita Download), 12,99 (Switch Download), 3,39 € (Google Play)

Die Review-Exemplare wurden selbst gekauft. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

Sonja Aatz

Sonja Aatz

Spät wieder zu Videospielen gekommen, heute begeisterte Sammlerin und Zockerin mit einer Schwäche für Putziges. Und Handhelds. Ach, Horror finde ich auch nicht schlecht.
Sonja Aatz

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