Review: Gundemoniums – Klein aber gerade noch fein

Geradlinige Hori-Bullethell mit ein paar Kratzern im Lack

© Platine Dispositif, Martin Nagel

So richtig Indie, so richtig Doujin, so richtig Hori und so richtig schwer: Hat Gundemoniums das Zeug das Death Smiles der Playstation 4 zu werden?

„Moment mal, das kenne ich doch?“ – Ja richtig, das Game ist 2010 schon einmal auf der Playstation 3 veröffentlicht worden. Damals hieß es Gundemonium Recollection und kam im Bundle mit GundeadliGne und Hitogata Happa. Sehr gerne hätte ich alle drei Games wieder im Bundle bzw. auf einer Disc gehabt. Besonders Hitogata Happa habe ich sehr positiv in Erinnerung. Inzwischen ist das alte Bundle auch aus dem Playstation Store verschwunden, wahrscheinlich aus Lizenzgründen oder um den Erfolg der Neuveröffentlichung nicht zu gefährden. Bei Steam bekommst du es noch.

Im Auge des Sturms: Schussmuster können die Japaner! – © Platine Dispositif, Martin Nagel

Worum geht es überhaupt? Tja, wenn ich das wüsste, Die Story scheint im 18. Jahrhundert zu spielen, Harry Potter hat den Stein der Weisen rausgerückt und es gibt eine Glocke, deren Klang das Ende der Welt einläutet. Die von dir gesteuerten Flugmädchen sind wohl Puppen oder massenproduzierte Roboter. Etwas mehr Erklärung würde auch dem Spielsystem gut tun. Und wenn du auf der Jagt nach den glänzenden PSN-Trophies bist: Die Beschreibungen sind sehr kryptisch und es gibt noch keinen Guide.

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Build your own Bulletgirl

Du hast einen Standardschuss, einen durch eine Mana-Leiste betriebenen Superschuss und eine Bombe. Sehr angenehm: Alle drei Komponenten kannst du frei kombinieren um dir dein favorisiertes Setup zusammenzustellen. Mein Lieblingsmodell heißt „Van Sian“. Sie verfügt über Dodonpachistrahl, verstärkten Dodonpachistrahl und die Screen-clearende Rozenkreuz-Bombe. (Deutsko-Weisheit: Je öfter du Z und R verwendest, desdo cooler klingt es!) Leider schaut der Standardlaser etwas dünn und kümmerlich aus. Immerhin kommt er direkt aus ihren Brüsten, welche auch die Hitbox markieren.

Desweiteren gibt es eine „Bremstaste“, die dir den Extraschub Präzision bei engen Bullethells geben soll. Mir ist allerdings die Präzision nicht ganz präzise genug. Generell könnten Bullet-Dichte und Steuerung etwas besser aufeinander abgestimmt sein. Dafür kann gecancelt werden bis der Arzt kommt!

In dieser Stage regnet es Revolvertrommeln – © Platine Dispositif, Martin Nagel

Unter dem Menüpunkt „Signet“ findest du einen praktischen Shop, in dem du deine gesammelten Kristalle für allerlei Upgrades ausgeben kannst. Mehr Leben, mehr Bomben, höherer Combozähler. Speziell die Erhöhung der Schusskraft ändert die Spielbalance deutlich. Das Spiel wird dann sehr schnell und noch Cancel-lastiger als ohnehin schon. Wer es darauf anlegt kann es in unter zehn Minuten durchzocken. Upgrades werden schnell sehr teuer und erfordern einiges an Grind. Aber: Im Gegensatz zum aufdringlichen und spielentscheidenden Shop in den Sky Force-Spielen wirst du nicht zum Einkaufsbummel gezwungen. Wer shoppt, der schließt sich außerdem von der Weltrangliste aus.

Wenn du cancelst ist der Bildschirm voll mit grünem Zeug. Dieses bringt Punkte, treibt aber auch den Rank hoch – Risk and Reward! – © Platine Dispositif, Martin Nagel

Friction Break

Zum Gewinn von Spieltiefe nutzt Gundemoniums zwei ineinandergreifende Ranking-Systeme.  Die Schwierigkeitsgrade begrenzen den maximalen Rank, hier Phaselevel genannt. Zerstörte Gegner und gecancelte Schüsse hinterlassen zwei Arten von grünen Kristallen. Die großen sind die Spielwährung mit der du im Signet einkaufen kannst. Die kleinen führen zum „Friction Break“, welcher den Phaselevel erhöht. Im Shop kannst du auch das Limit für den Friction Break erhöhen, was praktisch den Schwierigkeitsgrad etwas senkt. Eine längere Comboleiste ist ebenfalls erhältlich. Vier Schwierigkeitsgrade gibt es: Novice (Maximaler Phaselevel 2, Autobomb) Revised (5) Unlimited (durch die Decke!) und Demonic (Phaselevel ist dauerhaft 11).

Die Bosse sind ausschließlich fliegende Mädchen. Wer wollte es auch anders haben? – © Platine Dispositif, Martin Nagel

Insgesamt ist Gundemoniums ein gutes, aber nicht herausragendes Spiel. Einigen schönen Schussmustern stehen langweilige Hintergründe und ein leichter Mangel an Abwechslung gegenüber. Und leider muss ein einziges, bis zur Vergasung gelooptes Hintergrundbild für eine ganze Stage reichen – wie bei R-Type früher. Daran und an den groben Sprites erkennst du dass es sich um einen Doujin-Shooter aus dem Jahre 2003 handelt, der hier ein drittes Mal aufgelegt wird. Aufgrund der laschen Bremse bleibt das Gefühl, die Bullethell nicht zu 100 % kontrollieren zu können. Dafür ist der Soundtrack richtig gut! Melodisch, beschwingt und mit leichten Western-Anleihen – sowas höre ich immer wieder gerne.

Gundemoniums

Wertung: 7/10
Publisher: Platine Dispositif, Strictly Limited Games (physisch)
Entwickler: Platine Dispositif
Plattform: PS4 (getestet), PS3, PC
Preis: 19,99 € (Download)

Das Review-Exemplar wurde selbst gekauft. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

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