Review: Gleylancer

Bild © Martin Nagel

Manchmal kommen sie wieder. Gleylancer ist so ein Spiel, das immer wieder auftaucht. Zuerst 2008 auf der Virtual Console des Wii, dann 2019 als Repro-Modul mit offizieller Lizenz. Jetzt hat es das Spiel als Download auch auch aktuelle Konsolen geschafft, inklusive einiger Extras.

Ich war nie der große Mega Drive-Fan. Gerade die Shmups waren mir darauf zu altbacken, zu angestaubt. Jedoch gibt es ein Spiel, für das ich Segas schwarzes 16 Bit-Moped ewig lieben werde. Dieses Meisterwerk ist natürlich Alien Soldier. Gleylancer kommt allerdings gleich auf dem zweiten Platz,

Da schwappt das Wasser gegen den Bildschirm! – Bild © Martin Nagel

Daddy Issues

Wir spielen Lucia. Als ihr Vater (samt Raumschiff) von einer feindlichen Flotte in ein Wurmloch gezogen wird, schnappt sie sich fix und frech den einzigen im Hangar stehenden Gleylancer-Fighter und macht sich auf die Suche. Lucia beweist, dass es, neben Lara Croft und Miss Pacman, in der Videospiel-Frühzeit bereits voll ausgearbeitete Videospielheldinnen gab. Erstaunlich woke für ein Genre, welches selbst damals schon als ältlich galt.

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Wir folgen Lucia durch zehn große Stages, die zusammen etwa eine Stunde Spielzeit generieren. Die wahre Kunst ist aber, dass sich keine Szene zu lang oder gestreckt anfühlt, und immer genug Abwechslung eingestreut wird. Hier gibt es Asteroidenfelder, dunkle Höhlen, organische Strukturen und riesige Flotten – und einige der schönsten Hintergründe, zu denen die Mega Drive-Hardware fähig ist. All das scrollt stets flüssig, mit nachvollziehbarem Kollisionsverhalten. Dazu gesellt sich einer der besten Shmup-Soundtracks der Ära. Entwickler Masaya hat damals schon saubere Arbeit geleistet, kein Wunder bei solch klingenden Namen wie Gynoug, der Assault Suit-Serie und, öhm, Cho Aniki im Portfolio. Nun, das ist auch woke, irgendwie.

Endlich kommen auch Nichtjapaner in den Genuss der Story – Bild © Martin Nagel

Feinpolitur

Schon 1992 zeichnete sich Gleylancer durch ein erstaunliches Maß an Komfort und Spielerfreundlichkeit aus, ohne dadurch zu leicht zu werden. Du hast zwei sammelbare Shadow Options, Mover genannt, oben und unten an deinem Schiff. Für diese stehen sieben verschiedene Verhaltensweisen zur Wahl, Rollend, dein Schiff verfolgend, in Gegenrichtung zur Steuerung feuernd, sogar nach einfachen Regeln zielsuchend. Musstest du dich auf Mega Drive noch ganz am Anfang für ein Setup entscheiden, so darfst du im Modern Mode nun jederzeit auf Knopfdruck zwischen den Movern durchschalten. Zur Geschwindigkeitskontrolle stehen jetzt zwei Tasten zur Verfügung.

Keine Zeit in Morgenröte zu schwelgen – Bild © Martin Nagel

Zudem kannst du die Options mit dem rechten Stick frei zielen. Hier war ich zuerst skeptisch, da es mir vorkam wie ein zu großer Schritt in Richtung Twinstick-Shooter. Aber ich habe die Zielfunktion nur an einer oder zwei Stellen gebraucht, und konnte ansonsten gut darauf verzichten. Ich wähle meistens die zielsuchenden Options, und in der feindlichen Basis und im Eislevel gibt es ein paar enge Stellen, an denen die alte Zielvorichtung an ihre Grenzen kommt. Diese Stellen sind nun dank rechtem Stick wunderbar machbar. Der Vintage Mode gibt dir die ungefilterte Mega Drive-Erfahrung.

Gleylancer bietet pure Schönheit, pures Gameplay, pure Geschichte und pure Spielbarkeit zum Taschengeldpreis von knappen sechs Euro. Einzig zu bemängeln habe ich einen winzigkleinen Input Lag – weshalb es auch nicht ganz den Highscore gibt.

Advanced Busterhawk Gleylancer

Wertung: 9/10
Publisher:
 Ratalaika Games
Entwickler: Masaya/LLC Shinyuden
Plattform: PS4, PS5 (getestet) Switch, Xbox One, Wii, WiiU, Mega Drive
Preis: 
5,99 €

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Ratalaaika Games zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt und stammen von der Switch-Version.

Martin
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