Review: EarthNight

Lass uns ein paar Drachen töten!

© Martin Kro

Du kennst das: Seien es die Nintendo Directs, die neuen Playstation State of Plays oder gar die XBOX Shows. In all diesen gibt es immer wieder Trailer zu kommenden VÖs und so war das auch bei EarthNight, welches in einer Nintendo Direct angekündigt wurde. Der Look sprach mich damals direkt an und auch das Setting wirkte irgendwie frisch und unverbraucht. Letzte Woche erschien das Game nun endlich und ich konnte es mir mal näher anschauen. Ob das Game hält, was der Trailer mir damals versprach? Lasst es uns gemeinsam rausfinden.

© Martin Kro

Die Geschichte von EarthNight in Worte zu fassen, fällt mir auch nach mehreren Stunden reichlich schwer. Das liegt vor allem daran, dass du unvermittelt in das Geschehen geworfen wirst. Nach dem Startscreen findest du dich einem Raumschiff wieder. Dort siehst du neben einem Zahnrad für die Einstellungen, noch zwei schwebende Gestalten. Sydney das Mädchen sieht fragil, jedoch energisch aus. Der alte Stanley scheint bereits sehr viel gesehen zu haben. Im Hinterraum gibt es noch einen verrückten Wissenschaftler. Entscheidest du dich nun für einen der beiden Figuren geht es raus in den Orbit. Laut offizieller Beschreibung sind die Menschen nach einer Drachenapokalypse in den Orbit verbannt worden und fristen dort nun ihr Dasein. Doch unsere zwei Helden wollen sich ihre Heimat zurückerobern und dabei unzählige Drachen töten. Ich selbst habe leider von dieser ganzen Geschichte nichts mitbekommen. Klar kann ich mir das alles irgendwie selber zusammenreimen aber so eine kurze Intro Cutscene wäre schon verdammt cool gewesen, damit ich weiß was ich hier überhaupt tue.

Doch kommen wir zurück zu den Drachen. Wenn du nämlich mit Sydney oder Stanley aus dem Raumschiff entgleitest, findest du dich im Orbit wieder und beginnst deinen Fall auf die Erde. Dazu gibt es an der linken Seite an Leiste, die dir zeigt, wie weit du noch fallen musst um die Erde zu erreichen. Dies ist in verschiedene Sphären unterteilt. In jeder Sphäre tummeln sich unzählige Drachen, die in jeweils vier Kategorien eingeteilt sind. Begegnest du bei deinem Fall einem dieser Wesen, dann wirst du auf deren Körper gezogen. Dort angekommen läufst du im Endless Runner Style von links nach rechts und hast nur ein Ziel vor Augen: Den Kopf des Ungetüms.

© Martin Kro

Jetzt kommen wir aber zum elementarsten Punkt im Gameplay. Während du über den Körper der Drachen rennst, gibt es drei Eier zu finden. Leider erklärt sich das Game sehr bescheiden und meist nur in den kurzen Ladesequenzen bei einem neuen Versuch. Dort habe ich dann aber rausgefunden, was es mit diesen merkwürdigen Eiern auf sich hat. Findest du diese dann schnapp sie dir, denn mit jedem Ei nimmt der Drache selber am Ende mehr Schaden. Immer wieder habe ich mich während des Spiels gefragt, warum meine Angriffe manchmal so wenig und dann wieder so ungemein viel Schaden machen. Nachdem ich diese Info hatte, wusste ich es dann wenigstens. Allerdings kommt jetzt direkt ein großer Kritikpunkt, denn jeder Durchlauf ist neu und auch die Verteilung der Eier ist nie konstant. So kommt es ungemein auf dein RNG an, ob du ein Ei findest, oder eben nicht. Auch die unzähligen Ebenen, die du mit deinem Können bereist, entscheiden, ob du ein Ei findest oder eben nicht. Die Ebenen selbst kannst du durch Springen, oder durch das töten von kleinen Gegnern erreichen. Diese musst du im typischen Mario Style durch einen Sprung auf den Kopf besiegen und wirst dadurch weiter nach oben geworfen. Wenn es dir gelingt mal eine Combo von 5 Gegnern am Stück zu besiegen, ohne einmal den Boden zu berühren füllt sich deine HP Leiste zudem wieder auf. Auch diese Info habe ich erst nach Stunden in einem Ladescreen bekommen. Benutzerfreundlichkeit geht definitiv anders.

Bist du dann am Kopf des Drachens angekommen, dann musst du mit deinem Schwert (Stanley) oder deinem Geisterwesen (Sydney) den Drachen besiegen, um sein Juwel zu erhalten. Dies kann mal ein Zahn, oder ein Auge sein, je nach Sphäre. Damit schalten sich später weitere Power-Ups frei, doch dazu nachher noch mehr. Diese „Kämpfe“ unterliegen allerdings einem engen Zeitlimit und da kommen wir wieder zu den Eiern, hast du beispielsweise gar kein Ei eingesammelt, dann ist es fast unmöglich, den Drachen zur Strecke zu bringen, da dieser fast gar keinen Schaden nimmt. Klar spricht das den Sammlergeist an, allerdings nervt es umso mehr, wenn du die Level erkundest und dann doch kein Ei findest, oder es dir auf Grund der Gegneranordnung nicht möglich ist, das Ei zu erwischen.

© Martin Kro

Solltest du dann zu viele Treffer eingesteckt haben, wirst du zurück auf dein Schiff geschickt. Dort wird das Gerümpel, welches du auf den Drachen gefunden hast, bei dem alten Mann im Hinterzimmer zu Wasser umgewandelt und auch die Juwelen der Drachen, solltest du einen besiegt haben, werden dort zu neuen Power-Ups umgewandelt. Diese kannst du dann bei späteren Runs auf den Rücken der Drachen einsammeln und so deine Combos weiter nach vorne treiben. Gerade zu Beginn fetzt es ungemein, wenn du nach einem gescheiterten Run, plötzlich neue Möglichkeiten findest, um den Combo Counter nach oben zu treiben. Nicht nur deine Lebensleiste profitiert davon, auch die Wassermenge, die du für das Gerümpel bekommst, erhöht sich durch mehr Combos. Mit dem Wasser kannst du dir dann weitere Power-Ups kaufen und bist daher nicht unbedingt auf besiegte Drachen angewiesen. Gerade im späteren Verlauf wird dies ohnehin immer schwieriger.

© Martin Kro

Audiovisuell beschert dir EarthNight genau das, was der Trailer schon versprochen hat. Diese sehr märchenähnliche Optik gepaart mit den wunderschönen Klängen, weiß einfach zu gefallen. Besonders schön ist, dass du beim Score die Wahl zwischen orchestralen und regulären Tracks hast. Alternativ kannst du dir auch vom Spiel einen bunten Mix aus beiden zusammenstellen lassen. Mir persönlich hat die Präsentation absolut gefallen.

© Martin Kro

Fazit: EarthNight ist ein Mix aus Endless Runner, Platformer und Roguelike, dank immer wieder neuen Levels, geworden. Wenn es funktioniert, dann entsteht ein wahrhaftiger Rausch. Doch leider gelingt dies dem Game dank hohem RNG-Anteil nicht immer und manche Runs sind schon nach wenigen Minuten zu Ende. Wenn du nichts gegen diese nicht planbaren Elemente hast, dann bekommst du für 14,-€ ein Spiel, dass dich definitiv mehrere Stunden unterhalten kann. Gerade bei der Story hätte ich mir gewünscht, dass ich etwas mehr von dieser Welt auch wirklich erfahren hätte und mir nicht alles selber hätte zusammenreimen müssen. Dennoch empfehle ich jedem einen Blick zu riskieren.

© Martin Kro

Summary: EarthNight is an interesting mix of endless runners, platforming and some roguelike elements. Every run is different and the audio visual presentation is simply amazing. Thanks to a missing tutorial and a well hidden story the game misses to truely shine. If you are into endless runners you should definitely take a look at EarthNight and make sure you check the loading screens because here you will gain most of your knowledge about the games mechanics. For 14 bucks you get a charming adventure that will entertain you for 5-10 hours.

EarthNight

Wertung: 7/10 
Publisher: Cleaversoft
Entwickler: Cleaversoft

Plattform: Switch (getestet), PC, Apple Arcade
Preis: 13,99€

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Cleaversoft zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

Logge

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Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
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