Review: Darius Cozmic Collection Arcade

irgendein wortspiel mit fisch

© Martin Nagel

Gradius und R-Type sind DIE bekanntesten klassischen Shmup-Serien. Aber da war doch noch was… Richtig, Darius! Seit 1987 liefert Taito die Firma welche mit Space Invaders das Shmup-Gerne überhaupt erst erfand, frische Fische an die Spielhalle und auf Konsole. Die goldenen Zeiten der Serie kannst du nun auch in Pal-Haushalten mit der Cozmic Collection nacherleben.

Die Cozmic Collection erschien erstmalig vor zwei Jahren auf Nintendos Switch. Diese Version war Japan-Exklusiv, und nur Käufer der teuren Special Edition kamen in den Genuss der vollen Packung. Das hat sich beim West-Release zwar geändert, jedoch kommen trotzdem einige Kosten auf den Fan zu. Die Sammlung erscheint in zwei Teilen, aufgesplittet in Arcade und Konsole. Wir schauen uns zunächst den Arcade-Release genau an. Wie immer setzt es Einzelwertungen für jeden Teil, wobei der hächste Score die Gesamtnote ausmacht. Klingt komisch, is‘ aber so.

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Die Arcade-Collection enthält ganze sieben Titel, wobei diese stattliche Zahl schnell auf drei schrumpft wenn du näher hinsiehst. Der Portierungs-Job stammt von den Spezialisten M2, welche mal wieder ganze Arbeit geleistet haben. Originale Artworks und kleine Infokästen zu jedem Spiel sind schön, und geben dir als Spieler das Gefühl, ernstgenommen und umsorgt zu werden. Wie immer kümmert sich M2 auch um Neulinge mit nicht ganz so ausgeprägten Shmup-Skiilz. Alle Spiele haben, neben dem originalen Arcade-Mode, auch einen Trainingsmodus mit an Bord. Hier hast du Level Select, und kannst frei über Start-Bewaffnung und Schwierigkeitsgrad bestimmen – für Darius Gaiden sogar in 255 Stufen. Selbstverständlich, dass Highscores hier nicht gespeichert werden. Ebenfalls selbstverständlich: Savestates und die üblichen Filter, sowie minimalster Input Lag.

Es ist… breit! – © Martin Nagel

Darius

Superbreitbild! Damals, 1987, sicherlich DIE Sensation. Für sein Debut verwendet Darius die gleiche Automatentechnik wie das ursprüngliche Ninja Warriors. Drei Bildschirme sind hier über eine Spiegeltechnik verbunden, sodass das Bild in 4:1 dargestellt wird. Davor steht eine Sitzbank für zwei Spieler – so wurde der Daddelhallengänger damals umworben. Proco und Tiat sind dabei, die typischen Fisch-Endgegner, sowie die an Out Run erinnernde Weltkarte.

Die Hintergründe mit ihren organischen Strukturen sehen auch heute noch gut aus, besonders da die Pixel auf HD-Fernsehern aufgrund der Breite etwas zusammenrücken müssen, und so wieder scharf werden. Den freien Platz oben und unten nutzt M2 für schicke Original-Marquees und allerlei nützliche Anzeigen.

Im Trainingsmenü kannst du das Spiel deinem Noob-Grad anpassen – © Martin Nagel

Optisch ist das Spiel ein Klassiker, spielerisch leider nicht ganz so sehr. Darius I ist ein sehr direktes Geschlachte ohne große Spieltiefe. Zudem fällt auf, dass der breite Screen spielerisch kaum genutzt wird. Die meiste Action spielt sich in der rechten Hälfte ab, und unsichtbare Wände halten dich davon ab, ganz in die Ecken fliegen zu können. Seltsamerweise geht es in den Bosskämpfen nun wieder doch. Die großen, langen und schicken Bosse nutzen den Screen dann aber doch etwas zu sehr. Viele Muster sind schlicht unfair und kaum dodgebar. Sorry Darius, aber dieser Fisch ist dann doch etwas zu alt und stinkig.

Der Klassiker ist in drei Versionen vertreten. Als Original, New Version und Extra Version. Die Unterschiede sind minimal und beziehen sich hauptsächlich auf die Schwierigkeit von Bosskämpfen. Die Grundidee dahinter ist, dass der Spieler in späteren Abschnitten mehr Waffenpower mit sich rumträgt und demnach auch einen stärkeren Boss verträgt, er anfangs aber lieber geschont wird. Eigene Testwertungen rechtfertigen diese Versionen in meinen Augen nicht.

Einzelwertung: 5/10

Der Fisch hat sich herausgeputzt – © Martin Nagel

Darius II

Weniger Screens, dafür mehr Spieltiefe: Der zweite Gang des Fischgerichtes ist auf einem guten Weg. Diesmal werden „nur“ zwei Screens aneinandergespiegelt, was Übersicht und Ausnutzung des Spielfeldes deutlich zugute kommt.Wurde im ersten Teil noch langweilige Fahrstuhlmusik gereicht, so wird hier das erste Mal richtig zuntatat. Üppige, schwermütige Klänge, gewagte Kompositionen – Wow!

Schade ist hingegen, dass beim Levelwechsel das Spielfeld ausgeblendet und auf eine Karte geschaltet wird. Beim Vorgänger ging es noch nahtlos weiter, und du konntest zwischen oberem und unterem Tunnel wählen – ein deutlicher Immersionsgewinn.

Auch hier sind drei Versionen enthalten: Darius II, SAGAIA Version 1 und Version 2. Und wieder sind die Unterschiede minimal, wenn auch nicht ganz so. Sagaia hat etwas kürzere Level, um die Aufmerksamkeitsspanne der westlichen Welt nicht so arg zu strapazieren. Im Beschreibungstext spricht M2 von einer zusätzlich existierenden Version mit drei Screens. Warum ist diese Fassung nicht in der Sammlung enthalten? M2, ihr seid doch sonst solche Komplettisten.

Einzelwertung: 7/10

Der Hummer hat dich schneller in seinen Scheren, als du Thunder Force Gold Pack sagen kannst – © Martin Nagel

Darius Gaiden

Now we are talking! Es scheint als wenn die Dariusse besser werden, je weniger Screens zum Einsatz kommen. Der Single-Screen brennt hier an allen Ecken und Enden. Die etwas raue Render-Optik, welche Mitte der Neunziger in Mode war, die typischen Überblendungs-Effekte des F3-Motherboards, und die volle Dosis Zuntata – sie alle vereinigen sich in einem avantgardistischen Kunstwerk, welches noch heute berührt.

Gaiden ist in meinen Augen, ähm, Ohren der Darius-Teil mit dem besten Soundtrack. Schwer, üppig, geradezu barock klingt er, verwöhnt mit Gesang und triefender Schwermut. Dazu kommt eine Art Direction, die mich, nach Panzer Dragoon, wieder mal an Moebius‘ Arzach-Comics erinnert. Hier ist der Himmel schwärzer, die Dunkelheit gnadenloser, die Schatten schärfer. Die Fischgegner sind richtige Alptraumkreaturen mit spitzen Zähnen und glühenden Augen. Ja, das waren sie vorher auch schon, aber hier sind sie es irgendwie mehr.

Hier sagst du lieber schnell R-Type Leo – © Martin Nagel

Dazu kommt ein an Layout und Stimmung sehr unterschiedliches Kursdesign, sodass das Spiel einiges an Variation zu bieten hat. Offene Felder zum Formationen wegballern mischen sich mit engen R-Type-Korridoren voller Leveldesign und in den Ecken versteckter Kanonen. Auch an deiner Bewaffnung hat sich was getan. Gab es zuvor nur ausbaubare Raketen und Bomben für Bodenziele, so hast du nun verschiedene Laser mit eigener Flugcharakteristik sowie eine Bildschirm-clearende Smartbomb zur Verfügug.

Einzelwertung: 8,5/10

Die erste Hälfte des Fischgerichtes hat mich voll und ganz überzeugt, welches allerdings alleiniger Verdienst von Darius Gaiden ist. Die anderen zwei Titel sind ganz netter Beifang, um bei der Fisch-Metapher zu bleiben. Sehr schade finde ich, dass es das polygonale G-Darius nicht mit auf die Collection geschafft hat. Dessen Schwierigkeitsgrad habe ich seinerzeit als etwas sportlich empfunden, sodass es vom Anfängermodus enorm profitiert hätte. Rechtfertigt nun das Gebotene den Downloadpreis von knapp 40 Euro? Für mich eindeutig ja. Fischfans bekommen hier die definitive Version von Darius Gaiden, und das ist immer noch ein Meisterwerk.

Darius Cozmic Collection Arcade

Wertung: 8,5/10
Publisher: ININ Games, United Games Entertainment GmbH
Entwickler:
Taito, M2
Plattform: PS4, Switch
Preis: 39,99 (PS4 Download), 39,99 (Switch Download)

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key vom Publisher United Games Entertainment GmbH  zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

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