Review: Children of Morta

Diablo meets Rogue Legacy

© Martin Kro

Wenn es ein Genre gibt, dass mich irgendwie immer wieder fesselt, dann sind das neben Shmups auf jeden Fall die Roguelikes. Diese zeichnen sich durch immer wieder neue Anläufe aus, in denen ich mit viel RNG versuchen darf, mich zum Ende durchzuschlagen. Mixed man diesen Aspekt mit dem Ablauf eines Diablos, dann bekommt man Children of Morta. Nachdem ich viel über das Game gelesen habe, wusste ich, dass ich mir die Switch Fassung anschauen muss. Also ohne viel Gerede, auf gehts zu den Bergsons!

© Martin Kro

Die Familie der Bergsons hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Wald und die Welt um diesen herum, vor allem Unheil zu beschützen. Als die Älteste der Familie feststellt, dass sich die Korruption in Form von ekelhaften Monstern breit macht, ist für Sie klar, dass ihre Familie nun das Einzige ist, was zwischen dem Heil der Menschheit und deren Untergang steht. Tief unter dem Haus der Bergsons gibt es Portale zu den drei Ländereien der Bewacher der Welt und nur wenn alle Bewacher vereint sind, ist es möglich die Welt zu retten. Doch nur als Familie können Sie es schaffen, dass anstehende Böse zu besiegen! Das Abenteuer beginnt und die einzelnen Mitglieder werden alle ihren Teil zur Rettung beitragen müssen!

© Martin Kro

Die Geschichte von Children of Morta erscheint auf den ersten Blick, wie aus dem 1×1 der Fantasy Story . Dir werden die einzelnen Familienmitglieder gezeigt und du wirst mit kleinen Schritten in das Abenteuer gestoßen. Doch mit jedem Abstieg in die Tiefen des Hauses und den monsterverseuchten Arealen. erfährst du immer mehr über die Hintergründe der Bergsons. Das ist auch eine der größten Stärken, doch leider gleichzeitig auch eine der Schwächen des Spiels. Denn Roguelike typisch heißt es nach einem Game Over immer wieder von Vorne zu beginnen. Fans des Genres wird das kaum stören, doch wo ich bei Isaac oder Dead Cells einfach direkt einen neuen Versuch beginnen kann, wirft mir Children of Morta immer wieder neue Story Schnipsel an den Kopf. Gerade zu Beginn als ich im zweiten Areal partout nicht weiter kommen wollte, war ich kurz davor das Spiel einfach zu beenden, weil ich nach jedem Fail erstmal unzählige neue Story Schnipsel anschauen musste. Wenn der Flow sich aber aufbaut und ich eine Stage schaffe, dann bin ich ohnehin so voll Adrenalin, dass mir diese ruhige Phase ganz gut tut, um mich zu sammeln. Hier wäre ein etwas anderer Ansatz vielleicht sinnvoller gewesen. Natürlich verstehe ich, dass damit einige Leute entmutigen werden würden, denn wenn ich immer wieder verliere und nichts erreiche, macht sich schnell Frust breit.

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Gott sei dank habe ich dafür aber die Möglichkeit in der Schmiede permanente Upgrades, wie mehr Health, höheren Schaden und bessere Ausweichchancen zu erwerben. Diese gelten dann natürlich für alle Mitglieder der Bergsons. Aber auch die sechs spielbaren Charaktere bringen mit jedem vierten Level eine permanente Statusverbesserung für alle Figuren mit sich. Daher bin ich gezwungen, auch wirklich mit allen mein Glück zu versuchen. Das wäre auch nicht so schlimm, doch haben die Entwickler ein richtig bescheidenes Feature implementiert. Gehe ich zu oft mit dem immer gleichen Char in die Level, dann ermüdet dieser auf Grund der Korruption und ich bin gezwungen erstmal eine andere Figur zu wählen oder ich muss mit weniger Health die Gegenden besuchen. Dieser Zwang hat mich des Öfteren genervt, denn habe ich mich mal mit einem Helden eingespielt, dann will ich mit diesem auch so oft zocken, wie ich das für richtig halte. Gerade weil sich alle Helden sehr unterschiedlich spielen. Die Pyromanin Lucy kann beispielsweise nur im Stehen kämpfen. Der flotte Kevin greift mit seinen zwei Dolchen super schnell an und ist wendig. John der Chef der Familie ist der gute Allrounder und Joey zertrümmert alles mit seinem Hammer. Vor allem der letztere ist wirklich klasse und ich habe mich sofort in diesen Char verliebt, weil er einfach super viel aushält und ordentlich austeilt.

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Hier kommen wir aber zum nächsten Punkt. Denn wie es beim Roguelike Genre so ist, bin ich nicht alleine verantwortlich ob ich Erfolg habe. Ist mir das Glück nämlich nicht hold und bekomme ich keine guten Buffs, Runen, Tränke und anderen Boni, dann heißt es oft schnell Game Over. Wenn ich aber die richtigen Trinkets finde, dann bin ich fast unschlagbar. Dennoch ist es mir aber zum Beispiel nicht, bzw. fast nicht möglich direkt zu Beginn ein neues Areal zu clearen. Meist bin ich zu schwach oder bekomme eben einfach nur Mist vorgesetzt. Auch hier stieg bei mir der Frust sehr schnell an, denn man hat schon das Gefühl, dass das Spiel einen manchmal ein wenig ausbremst, damit ich eben doch noch mehr Zeit damit verbringe. Habe ich mir dann genug Health- und Damageupgrades gekauft, erledige ich die Monster ohne große Probleme und ich kann sogar recht unbeschwert in die Kämpfe ziehen. Das ist auch der Grund, warum ich diese Art von Roguelikes, die mit permanten Upgrades daher kommen, nicht so gerne mag.

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Die Level selber sind meist in 2-4 Ebenen unterteilt und warten am Ende immer mit einem fetten Boss auf mich. Diese stellen meist den größten Sprung in der Schwierigkeitsgrad-Kurve dar. So habe ich beispielsweise das zweite Level ohne Probleme gecleart und der Boss hat mich in wenigen Sekunden zerstört. Auch hier bin ich gezwungen meine Zeit mit Grinding zu verbringen, um meine Chars permanent upzugraden. Das nimmt dem Ganzen leider schon ein wenig vom Flow. Dennoch sind alle Encounter richtig gut geworden und zählen definitiv zu den Highlights des Games.

Doch nicht nur Bosse warten darauf entdeckt zu werden. Immer wieder begegne ich anderen NPCs, wie beispielsweise zwei Astrologen, die nicht in ihre Sternwarte können, weil dort ein bösen Ungetüm haust. Finde ich das entsprechende Monster und besiege ich es, bekomme ich als Dank neue Trinkets und eventuell ein Quest Item. Leider sind diese total merkwürdig gestaltet, denn ich nehme nie wirklich Quests an und finde dennoch immer wieder Sachen, die dann nach dem Ende des Levels zu noch mehr Cutscenes führen. Diese sind dann meist sehr cool gemacht, aber irgendwie will ich das manchmal gar nicht, weil ich eben eigentlich nur weiter zocken will. Ihr merkt, dass ich gerade in diesem Punkt sehr hin und her gerissen. So ist es beispielsweise richtig toll, wenn ich einen kleinen Hund rette und dem später eine Hundehütten bauen kann, weil ich auf meiner Reise einen Stock gefunden habe.

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Die Presentation kann sich allerdings sehen lassen. Immer wieder bekomme ich wunderschöne Panoramen und Gebiete gezeigt, die vor allem auf Grund der träumerischen Farbgestaltung zu begeistern weiß. Die Grafik selbst zeichnet sich durch ihren leicht pixeligen Look aus. Leider sind die Level selbst etwas langweilig und karg designed. Auch merkt man hier, dass die Versatzstücke sich leider zu wenig unterscheiden. Ich renne immer nur über die Karte bis ich den nächsten Mechanismu finde, der mir den nächsten Abschnitt eröffnet. Auch die Musik ist für meinen Geschmack zu dezent und mir fehlen wirklich Hammer, welche die wilde Action unterstreichen. Hier wäre noch ein wenig mehr drin gewesen.

© Martin Kro

Bei der Switch Fassung war ich selber sehr gespannt, denn die Entwickler haben sich kurz vor deren Release für eine Verschiebung entschieden und ich muss sagen, dass es sich gelohnt hat. Das Spiel läuft sowohl im Handheld-, als auch im Docked-Modus super flüssig. Während meiner gesamten Spielzeit habe ich keine Abstürze oder FPS Drops erlebt. Lediglich einmal fehlte der Ton bei einer Zwischensequenz, aber immerhin habe ich dann die Untertitel mitlesen können. Diese kleinen Bugs werden sicherlich demnächst mit einem Patch ausgemerzt, sodass jeder Interessierte ohne Bedenken zur Switch Fassung greifen kann.

© Martin Kro

Fazit: Was kann ich nun abschließend zu Children of Morta sagen. Wenn du auf Games wie Diablo, gepaart mit Rogue Legacy stehst, dann schau dir Children of Morta unbedingt an. Wenn der Flow entsteht und du in wenigen Sekunden unzählige Monster zerlegst, dann fetzt das Game ohne Ende. Der unausgegorene Schwierigkeitsgrad, gepaart mit nervigen Designentscheidungen nehmen dir aber leider immer wieder den Spaß. Da jedes Level in 15-20 Minuten geschafft werden kann, bietet sich Children of Morta immer wieder für eine kurze Runde an. Wenn dir das reicht, dann wirst du mindestens 15 Stunden Spaß haben. Die Figuren sind wirklich klasse gezeichnet und auch die Story bietet viele liebenswürdige Momente.

© Martin Kro

Summary: Children of Morta feels like Diablo and Rogue Legacy had a baby. The game tells the story of the Bergson family. They have the mission to protect the world and when the corruption begins to spread and endangers the world, it’s their mission to stop it. Deep beneath their home there are magic portals which lead to three kingdoms. Each of those let you explore three stages and within every stage you will need to make your way down through 2-4 levels and face a boss at the end. Those bosses are the biggest challenge and unfortunately the game demands failure of you. When you die you are send back to your home where there are story bits waiting for you. Those grew tiresome for me sometimes, because when I died I only wanted to try again immediately. The story itself is rather charming and especially because you get to know the family so much, you really care for all those family members. There are side missions which you don’t accept but rather you find items related to them in the dungeons. When you find one of these items there will be cutscene when you return home. Every character grants the family a permanent upgrade every 4 levels and you can also buy permanent upgrades in the forge. To make it through a level you really need to invest in those upgrades and that means you need to grind for currency and XP. This can get tiresome but thanks to the short stages which only take around 15 minutes to clear completely it’s somewhat less infuriating. And when the game really clicks it’s one hell of a ride but sometimes it demands to much failure before you can really get some progress made. If you enjoyed the progress system of Rogue Legacy you will feel right at home here but if you want a more standard approach like in Binding of Isaac this could be a little bit to annoying for you.

Children of Morta

Wertung: 7,5/10 
Publisher: 11 Bit Studios
Entwickler: Dead Mages

Plattform: Switch (getestet), PC, PS4, Xbox One
Preis: 29,99€

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von 11 Bit Studios zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

Logge

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Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
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