Review: BurgerTime Party – Royal mit Käse

Schneller, unkomplitierter Arcade-Plattformer mit Lebensmitteln

© Martin Nagel

BurgerTime – ich muss gestehen, dass mir das Original von 1982 inzwischen zu alt ist um es ohne Schmerzen spielen zu können. Arcade-Games aus dieser Zeit haben meistens eine recht zickige Steuerung, und ein arg limitiertes Spielprinzip – einfach deswegen, weil es viele heute etablierte Konzepte schlicht nicht gab. Gut dass die grassierende Remake-Welle auch diesen Titel erwischt hat. Du musst nur warten, irgendwann Porten sie alles!

Manchmal lupfe ich etwas die Augenbrauen über den derzeitigen Trend zur Zweitvermarktung. Oft werden nur wenige Jahre alte PS3-Titel mit minimalen Änderungen auf die PS4 gehievt, in der Hoffnung dass irgendein Trottel es schon kaufen möge. Meistens bin ich dieser Trottel.

Welcome home, friend! – © Martin Nagel

Mäckes

BurgerTime Party wirkt hingegen wie ein sinnvolles Remake. Seit dem Original ist mehr als genug Zeit vergangen, und auch die späteren Ausgaben des Stoffes sind inzwischen verjährt. Wusstest du dass es 2011 einen Wiiware-Teil gab?

Wirklich erfrischend ist es jedenfalls, das liebgewonnene Data East-Logo mal wieder im Vorspann zu sehen. Das gibt einen wohligen nostalgischen Schauer in der Nackengegend, Und ich wünsche mir mehr davon! Sicherlich, wenn es dazu kommt werden wir eher „Common Stuff“ wie Rampage oder Joe & Mac sehen. Aber bitte denkt auch an Edward Randy und das großartige Wolf Fang! Immerhin steht uns ein zweiter Teil von Windjammers ins Haus, das macht Hoffnung.

Ein kleiner Typ trampelt auf meinem Essen rum – © Martin Nagel

Kommen wir zur Story. Der kleine (wirklich kleine) Frechdachs Peter Pepper soll leckere Burger zubereiten. Dabei stehen ihm allerlei Lebensmittelkeimlinge im Weg, die entweder hygienisch in den Burger eingebacken werden, oder mit einer feurigen Garbe aus der Pfeffermühle auf Abstand gehalten werden können.

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Zu schnell, noch mal? Mehr Story gibt es nicht, und mehr ist auch nicht nötig. Wie Anfang der seligen Achtziger klettert Peter über Leitern, stapft Burger-Schichten nach unten und weicht den Schimmelmonstern aus. Ein Burger besteht aus mehreren Schichten. Frikadelle, Salatblatt, Tomatenscheibe, Analog-Käse, oberes und unteres Brötchen.

Peter läuft nun über Leitern, Stege und Plattformen, und tritt die einzelnen Burgerschichten mit seinen Dreckfüßen nach unten. Sehr lebensmittelhygienisch ist das nicht, stellt aber das Ziel des Spieles dar und gibt Highscores. Extrapunkte bekommst du, wenn du die herumwuselnden Lebensmittelfeinde unter einer Schicht Fleisch oder Brötchen begräbst – lecker!

Auch auf Switch spricht Peter Playstationisch – © Martin Nagel

Klingt einfach und ist es auch, aber hier kommen die Feinheiten ins Spiel. Plattformen können wegbrechen und Leitern verschwinden. Schalter stellen die Levelarchitektur gar komplett um. Befinden sich Burgerzutaten direkt übereinander, so lösen sie beim Fallen eine Kettenreaktion aus. fange also am besten von oben an. Feind-Typen verhalten sich unterschiedlich, Sie können patroullieren, sich zufällig bewegen oder dich direkt jagen.

Dank klarer Farben und Formen bleiben auch solche Konstruktionen stets übersichtlich – © Martin Nagel

Big Kahuna

Sie alle sind jedoch allergisch gegen Pfeffer. Gut dass Peter Pepper stets seine Pfeffermühle am Mann hat – hey, jetzt macht auch der Name Sinn! Die Attacke hat ordentlich Reichweite und erwischt auch mehrere Feinde. Drei Ladungen hat Peter im Gepäck. Sammelst du eine der herumliegenden Pfeffermühlen auf, so wird gleich der gesamte Vorrat aufgefüllt – Taktik!

Über hundert Level stehen zur Verfügung, und deren Design holt wirklich alles aus den begrenzten Möglichkeiten raus. Ein Level ist meist schnell begonnen und gewonnen. Aber wer eine hohe Sternewertung möchte, der muss das Leveldesign lesen, sinnvoll Feinde zerquetschen, und darf sich nicht erwischen lassen.

Drei Sterne sind nicht immer leicht zu erreichen – © Martin Nagel

Burgerbrate

Und immer wieder überrascht mich das Design mit intelligenten Schalterkonstruktionen, genau passend wegbrechenden Böden und fiesen Sackgassen. Da hatte jemand Spaß! Schade dass das Spiel keinen Leveleditor mitliefert.

Um den Wahnsinn auf die Spitze zu treiben gibt es einen Multiplayermodus für bis zu vier Spieler. Hier zeigt sich die Stärke der Switch, die an einem Gerät unkomplizierte Mehrspielerpartien möglich macht.

Auch kompakte Level können eine Herausforderung sein – © Martin Nagel

Signature Bacon & Spiegelei (Ja, den gibt es!)

Da hilft es auch, dass die Kontrollen wirklich übersichtlich sind. Nur der Stick und eine Tastenfunktion sind belegt. A (oder eine beliebige andere Actiontaste) löst den Pfeffersturm aus, und der Stick steuert – und leider nur der Stick. Zwar ist der Kontrollverlust nicht ganz so groß wie beim unter Arcade-Profis gefürchteten Smash Brothers, aber eine merkliche Ungenauigkeit ist schon vorhanden. Ich hatte mich zwar recht schnell eingewöhnt und den Schlupf kompensiert, aber gerade am Anfang habe ich doch öfters meine Plattform oder Leiter verpasst.

Deswegen mag ich auch nicht ganz die Acht geben, auch wenn mich die Einfachheit, Arcade-Treue und das schnelle, unkomplizierte und doch spannende Spiel ansonsten echt begeistert haben. Liebe Entwickler: Schiebt bitte einen Patch nach, dann können wir über eine Wertungsanpassung reden.

BurgerTime Party

Wertung: 7,5/10
Publisher: Marvelous Interactive
Entwickler: G-Mode
Plattform: Switch (getestet), PS4 (geplant)
Preis: 19,99 € (Switch Download), 30 $ (physische US-Version)

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von Publisher Marvelous Interactive zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

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