Review: Alliance Alive HD Remastered

JRPG Remaster im geteilten Reich

© Martin Kro

Das JRPG-Genre wird auch auf der Switch immer attraktiver. Nicht verwunderlich also, dass manche 3DS-Perlen nun auf der Switch eine zweite Chance bekommen. So auch bei dem 2018 im Westen erschienenen Alliance Alive aus dem Hause Cattle Call. Ob es sich für Switch-Besitzer lohnt, diesem Game ein Jahr später noch eine Chance zu geben, werde ich euch nun mitteilen.

© Martin Kro

Die Geschichte von Alliance Alive lässt sich recht kurz zusammenfassen. In der Rolle von Galil und Azura versuchst du die Menschheit von der Unterjochung des Dämonenvolks zu befreien. Nach einem schrecklichen Unheil haben die Dämonen die Macht übernommen und die Menschen sind an den Rand der Gesellschaft verdrängt worden. Zusammen mit einigen Rebellen ist es an dir die Revolution zu führen, um eine bessere Zukunft zu schaffen.

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Was zunächst wie eine recht simple und gewöhnliche Fantasie-Story klingt, wird mit jedem Kapitel spannender. So passiert es dann recht schnell, dass die Sichtweise gedreht wird und du in die Rolle zweier Leute aus dem Dämonenvolk gesteckt wirst. Das sorgt dafür, dass die Welt und ihre Geschichte lebendiger und glaubwürdiger erscheinen. Leider gelingt es Alliance Alive HD Remastered (kurz AAHR) nicht seine 3DS Wurzeln abzuschütteln. Denn was auf dem Papier interessant klingt, wird leider sehr schwach umgesetzt.

So sind alle Zwischensequenzen unvertont, was mich direkt zu Beginn richtig enttäuscht hat. Eine vertonte Story habe ich mir bei einem Preis von 50,-€ für das Game doch irgendwie erwartet. Auch die Animationen sind gering und außer ein paar Mundveränderungen gibt es hier nichts zu sehen. Das ist umso trauriger, denn die Cutscenes sind davon abgesehen wunderbar wuchtig und spannend inszeniert werden. Auch die regulären Unterhaltungen verleiten einen genau deswegen immer wieder dazu, sie einfach wegzuklicken, damit man weiter im Gameplay bleiben kann.

Wo wir auch schon beim Gameplay wären. AAHR ist ein typisches JRPG mit einem rundenbasierten Kampfsystem. Du erkundest Städte und erfährst dort mehr von Story und Charakteren. Diese geben dir dann Aufgaben und anhand einer Richtungsangabe, musst du den nächsten Zielort suchen. Die in 3D modelierte Oberwelt erkundest du dann und findest immer wieder kleinere Türme, die dir im Kampf helfen. Dort kannst du kannst JRPG-typisch dann rasten, speichern und deine Vorräte auffüllen. Jedem Charakter kannst du zwei Waffen zuordnen, mit welchen er unterschiedliche Angriffe vollführen kann. Dabei habe ich gemerkt, dass es sinnvoll ist gerade zu Beginn eine Waffe als Hauptangriff auszusuchen. Denn mit jedem Kampf gibt es die Möglichkeit, dass du neue Angriff erlernst. Je nachdem benötigen diese dann SP-Punkte um ausgeführt zu werden. Doch es gibt einen Trick. Dank einem coolen Talent-System kannst du deine Charaktere im Umgang mit einzelnen Waffen verbessern. So habe ich Galil gleich zu Beginn zwei Level im Umgang mit dem Speer verpasst. Danach konnte er Angriffe, die vorher 3SP Punkte gekostet hätten, komplett kostenlos ausführen. Dadurch mache ich schnell deutlich mehr Schaden. So werden die Kämpfe schnell sehr einfach, doch ich habe die Möglichkeit diese bis zu 4x so schnell ablaufen so lassen, sodass es nie allzu nervig wird.

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Dann wiederum begegne ich Gegnern, die schlicht und ergreifend viel zu schwer sind und mich in Sekunden töten können. Auch die Bosse der einzelnen Gegenden, verdammen mich immer wieder auf normale Geschwindigkeit zu schalten, um möglichst mit einem Heiler im Team, die HP der anderen Mitstreiter oben zu halten. Hier wäre ein etwas besseres Balancing gut gewesen. Hinzu kommt, dass ich nach jedem Kampf automatisch voll geheilt werde. Ergo schere ich mich überhaupt nicht, ob ich im Kampf verletzt werde. Das fand ich doch etwas befremdlich und merkwürdig. Gebe ich dennoch mal den Löffel ab, dann habe ich die Möglichkeit mich wiederzubeleben, allerdings dann nicht auf meine maximal HP, sodass ich mit etwas weniger Leben weiterkämpfen muss. Allerdings auch nur, bis ich in einem der Türme kurz Rast gemacht habe.

Interessant ist, dass du neben den Kämpfen auch immer wieder kleine Rätseleinlagen in den Gegenden findest. So musst du dir an einer Stelle beispielsweise einen Weg durch einen Schrottplatz bahnen. Hier hast du die Wahl, ob du die einzelnen Wärter um Hilfe bittest, oder ob du selber den Weg durch das Labyrinth findest. Dabei musst du immer wieder Steine verschieben, was leider hakeliger ist, als du es zunächst erwarten würdest. Mit einem Druck auf den A-Knopf beginnst du das schieben, du musst diesen nun aber nicht festhalten, sondern sobald du fertig bist, den B-Knopf betätigen. Leider registriert das Spiel diesen Knopfdruck erst, wenn du dich absolut nicht mehr bewegst. So hatte ich unnötig oft das Problem, dass er den Knopfdruck nicht erkannte und mich nicht aus dem „Schiebemodus“ entlassen wollte. Das alles endet mit einem cleveren Bosskampf, bei dem ich erst den Boss fangen muss, um gegen ihn Kämpfen zu können. Auch das kann ich wieder selbst lösen oder ich bezahle einem NPC eine gehörige Menge Sol, die Währung in AAHR, damit er das für mich erledigt.

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Die Präsentation hinterlässt, wie vorhin schon leicht angedeutet, einen zwiespältigen Eindruck. Der Score selbst ist einfach nur grandios. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich einige Minuten nur dem Score lausche. Doch dann werde ich von nervigen Geräuschen aus dem träumen gerissen. Bestes Beispiel dafür, sind die grässlichen „Pling“-Geräusche, die jedes Mal dann ertönen, wenn ich in einer Stadt ein begehbares Haus sehe. Sobald dieses in mein Sichtfeld kommt, ertönt eben jener „Pling“-Ton, der mich zwar umgehend auf das Haus hinweist, gleichzeitig aber immer und immer wieder ertönt, wenn ich das Haus kurz aus dem Sichtfeld verliere und wiederfinde. Nach dem 20-ten Mal nervt es einfach nur noch und ich will am liebsten den Ton ausschalten, aber dann würde ich ja den tollen Score nicht mehr hören. Auch in den Kämpfen gibt es solche nervigen Schreie von Gegner, die mich auch irgendwann nur noch stören.

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Grafisch bekommt man mit der HD Version glasklare, wenn auch animationsarme Figuren spendiert. Auch einige Hintergründe stechen durch die HD Aufmachung noch deutlicher mit ihren verwaschenen Texturen hervor. Was zunächst noch etwas an ein Aquarell erinnert, zerstört die Atmosphäre später immer mehr. Auch die geringe Animation der einzelnen Figuren, trüben das Gesamtbild doch ein wenig. Dafür sind die Ladezeiten sehr flott und auch sonst gibt es technisch wenig zu meckern, abgesehen eben von den genannten Punkten.

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Fazit: AAHR zieht dich mit seiner spannenden Story schnell in seinen Bann. Dank flottem Kampfsystem, welches leider einige Balancing-Schwierigkeiten hat, gehen die meisten Kämpfe gut von der Hand. Das Talent-System hat mir persönlich richtig gut gefallen und auch der grandiose Score bleibt lange im Gehörgang. Leider trüben die unvertonten Dialoge und die teils verwaschene Optik das Gesamtbild. Dennoch kann ich jedem JRPG-Fan AAHR wärmstens ans Herz legen. Der geforderte Preis ist mit 50,-€ allerdings doch etwas hoch und so rate ich eher dazu, bei einem Sale zuzuschlagen. Wer allerdings schon alles an JRPG auf der Switch gezockt hat und das Game noch nicht kennt, der kann auf jeden Fall einen Blick riskieren!

© Martin Kro

Summary: Alliance Alive HD Remastered has a story that gets to you right from the start. A world divided through a cataclysm. You are put in the shoes of Galil and Azura to help build a Resistance and unite the world. The Game itself was released over a year ago on the 3DS and you see that it was build for that console. The cutscenes aren’t voiced and that was one major letdown for me, because I was pulled out of the game with every cutscene or dialogue. I just wanted it to be voiced because it would have made for a much more immersive experience. The fighting system has some balancing issues, where most of the time you will win fights in mere seconds and other times you will be killed nearly instantly. After each fight all your hp will be replenished which made caring for taking damage obsolete. Character developement is great on the other hand. Thanks to a great talent tree you can improve your characters like you want it. Combine that with an awakening mode, where as you fight monsters you will steadily learn new moves that really make the difference. Also there is an option to speed up combat up to 4x and that really helps to get the fights over quickly. The score of the game might be the greatest part of the game and needs to be experienced! I can recomment AAHR to anyone who loves JRPGs. The asking price is a little bit on the high side, especially because the cutscenes and dialogues aren’t voiced which killst he immersion. But thanks to the great story fans will find a lot to love about the game.

Alliance Alive HD Remastered

Wertung: 7/10 
Publisher: NISAmerica, Furyu
Entwickler: Cattle Call

Plattform: Switch (Getestet), PS4, 3DS (Originalversion)
Preis: 49,99 € 

Für den Test wurde ein kostenloser Review-Key von NISAmerica zur Verfügung gestellt. Alle Screenshots wurden selbst angefertigt.

 

Für Sammler: Noch könnt ihr die Limited Edition direkt bei NISAmerica unter folgenden Links bestellen:

Alliance Alive HD Remastered Switch Limited Edition

Alliance Alive HD Remastered PS4 Limited Edition

Logge

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Zocker seit dem 6. Lebensjahr. Cave-Enthusiast und Danmaku-Liebhaber. Möglichst bunt und voller Kugeln muss es sein, dann fühl ich mich direkt daheim. Darüberhinaus Sammler, dessen Regale bald platzen!
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