Preview: Shadow of the Tomb Raider – Trippel Ey, aber mit Schwung!

@ Chrytal Dynamics, Square-Enix, Attackongeek.com

Neulich kam wieder eine Einladung zu einem Preview-Event. Da sagt Martin natürlich nicht nein. Immerhin gab es Barbecue, und am Monatsende hängt sein Magen oft in den Kniekehlen.

Aber passt ein westliches Action-Adventure überhaupt hier rein? Aber hallo! Schließlich hat Frau Croft in ihrer über zwanzigjährigen Karriere mehr blaue Bohnen verfeuert als das rote Schiff bei Dodonpachi. (Wenn du hier eine Anspielung auf Laras Silikonverbrauch in den Neunzigern erwartet hast muss ich dich enttäuschen. Auch wir haben Niveau.)

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Kommen wir zum Spiel. Ich durfte eine etwa halbstündige Demo zocken, die – leicht gekürzt – den Anfang des Spiels wiedergibt. Es beginnt auf einem prunkvollen Straßenfest zum mexikanischen Dia de Muertos. Die Sequenz trieft vor Atmosphäre, aber trotzdem wünsche ich mir mehr. Ich möchte selbst die Kamera steuern, Details gucken, mich durch die Menschenmenge winden. Die anwesenden Chrystal Dynamics-Designer versichern mir aber dass das im fertigen Spiel möglich sein wird. 3 bis 4 ansprechbare NPCs soll es hier geben.

Kurzer Schnitt, Lara hängt an einer Klippe und seilt sich zu einer versteckten Höhle ab. Ich darf endlich selber steuern. Und lasse Lara-Schatz gleich mal in den Tod springen. Warum? Ich will wissen ob es geht. Die Möglichkeit bei Sprungpassagen tatsächlich sterben zu können ist mir sehr wichtig für die Glaubwürdigkeit eines Spiels. Nur wenn ich auch tatsächlich vom Tod bedroht werde fühlen sich Kletterpassagen echt, organisch, immersiv an. Nur so ergeben sie spielerisch Sinn. Und leider ist so etwas heutzutage beileibe nicht mehr selbstverständlich.

Frau Croft gibt sich die Ehre: Michele (https://www.instagram.com/michelecosplay/) war als offizielle Lara-Darstellerin an Bord.

Dank schneller Checkpoints hat Lara meinen Mordversuch überstanden. Ich wage mich weiter in die Höhle vor, öffne Vasen und schieße auf von der Decke hängende Amulette für Erfahrungspunkte. Für ein kleines Rätsel schießt Lara einen Seilpfeil, kurbelt dann eine Lore hoch, durchschneidet das Seil und lässt das Wägelchen in eine Barrikade krachen.

In einem Tunnel kommt uns ein Schwarm Ratten entgegen. Reflexartig will ich den Bogen ziehen um uns einen leckeren Braten zu schießen. Die Vorgängerteile haben mir schließlich beigebracht dass Wildtiere EXP und Crafting-Materialien bedeuten. Nur leider reagiert Lara nicht. Das Spiel sieht vor dass ich hier Angst habe und Atmosphäre genieße. Blöde Tutorials!

Als nächstes müssen wir durch eine Höhle tauchen. Lockere Steine und ein frecher Zitteraal münden in ein kurzes Quick Timer Event. Hier starte ich – du ahnst es schon – meine nächste Attacke auf Laras Leben. Ich muss doch wissen ob sie tatsächlich ertrinken kann! Sie kann, sowohl im QTE als auch beim freien Tauchen. Kratos konnte das selbst dann nicht als seine Games noch eine Nummer hatten.

Kampfspuren: Cosplayerin Myladyalice (https://www.instagram.com/_myladyalice/) ist eine echte Überlebende!

Etwas enttäuscht bin ich als ich mit Pfeilen auf im Wasser schwimmende Fische schießen will. An der Wasseroberfläche prallt der Pfeil einfach ab und verschwindet im Nirgendwo. Schon Turok 2 konnte Anno 1999 seine verschossenen Pfeile einsammeln, und spätestens mit Zelda Wildbret sollte das Feature im Mainstream angekommen sein.

Das nächste Attentat geschieht unabsichtlich: Lara stirbt in einem Feuergefecht. Sie hält sehr wenig aus und die Feinde agieren geschickt. Sie flankieren, rufen sich zu wenn Lara nachlädt, und wenn wir zu lange hinter der Deckung hocken fliegt uns gerne mal eine vorwitzige Handgranate oder ein Molly um die Ohren. Aber das können wir auch! Action-Regel Nummer Eins: Der Feind steht immer neben den roten Fässern!

Links: Lara. Rechts: Lara. Mitte: Der langweilige Martin.

Die Söldner der bösen Trinity-Organisation tragen Totenkopfmasken die an CoD Ghosts und den Coop-Flop Army of Two erinnern. Schaut mittlerweile etwas ausgelutscht aus, aber dass die Typen an schlechte Games erinnert macht es leichter sie zu hassen.

Die Gefechte sind knackig, effektvoll und ermöglichen vielfältige Taktiken. Einzig der Waffenwechsel kam mir im tosenden Gefecht etwas hakelig vor (Steuerkreuz rauf + rechter Analogstick). Auch finde ich es etwas befremdlich dass Lara in Zwischensequenzen ohne mein Zutun die Waffe wechselt. Der Schwierigkeitsgrad von Rätseln, Klettereien und Geballer soll im fertigen Spiel einzeln einstellbar sein.

Schließlich kommt es zum Höhepunkt der Demo: Eine Flutwelle rast durch den Canyon und vernichtet das Trinity-Lager. Lara schwimmt gegen den Strom, springt über treibende Container und hängt schließlich von einer einbrechenden Balustrade. Hier kommt es zu einer berührenden Szene. Eine junge Frau stürzt in den Tod, obwohl wir verzweifelt versuchen sie zu retten. Für mich ein ganz starker Moment, zeigt Lara doch Mitgefühl im Angesicht von Gewalt und Tod. Ein gutes Zeichen dafür dass die Entwickler dazugelernt haben und die Sache mit der ludonarrativen Diskrepanz endlich in den Griff bekommen.

Das Steuerungsschema ist wie immer.

Nach der wilden Fahrt wird Lara von Kumpel Jonah auf’m Pott gesetzt. Ihr väterlicher Freund ist nicht einverstanden mit ihrem harschen Vorgehen. Dabei tut sie nur was nötig ist, und Trinity hat angefangen. Wahrscheinlich wird Lara in ihrem neuesten Abenteuer öfter ihre Entscheidungen hinterfragen müssen. Am Ende wird ihr moralischer Kompass stark genug ausgeprägt sein um alleine entscheiden zu können. Hoffentlich bedeutet das nicht den Tod für Jonah. Ich habe den Dicken echt in’s Herz geschlossen.

Noch so eine Vermutung von mir: Es wird wieder eine Begegnung mit einem Tyrannosaurus Rex geben! Bei der Gesprächsrunde mit den Entwicklern wurde meine Frage nicht klar verneint. T-Rex, ick hör dir trapsen!

Alles wie immer, aber die Kontrollen flutschen und das Spiel verschwendet nicht meine Zeit. Nach zwei Vorgängern ist Laras neues Abenteuer wie nach Hause kommen oder die neue Staffel deiner Lieblingsserie schauen. Die Production Values stimmen und es gibt wieder eine ausgewogene Mischung aus Erkundung und wilder Action. Ich freu mich drauf!

Shadow of the Tomb Raider

Release: 14.09.2018
Publisher: Square-Enix
Entwickler: Chrystal Dynamics
Plattform: PS4, Xbox One, PC
Preis: 69,99 € (Standardspiel), 89,99 € (Croft Edition mit Season Pass), 199,99 € (Collector’s Edition mit Statue und vielen Extras)

Die Fotos wurden bis auf das Titelbild selbst gemacht. Danke an die Cosplayerinnen Michele und Myladyalice!

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