Preview: Mittelerde – Schatten des Krieges

Sequel zu Mittelerde: Mordors Schatten

© Warner Bros.

Ich weiß, du bist hier, weil du Boobs und Bullets sehen möchtest. Aber jetzt müssen wir mal über etwas Ernstes sprechen: den Ringkrieg! Ich bin nämlich auch großer Fan der Herr-der-Ringe-Saga: ob im Kino, als Videospiel oder sogar als ganz klassisches analoges Buch, ich habe mir alles begeistert reingezogen. So war ich dann auch total Feuer und Flamme als ich von Warner Bros. zu einem Preview-Event für Mittelerde: Schatten des Krieges eingeladen wurde. Aus diesem Grund liest du heute mal nichts über kleine Mädchen und große Kugeln, sondern eine Vorschau zum neuesten Kapitel des Ringkrieges. Hoffentlich bleiben wir dennoch Freunde.

Zunächst wurde im hoteleigenen Kino eine beeindruckende Live-Präsentation abgehalten. Wir müssen eine feindliche Festung erobern. Der Himmel ist tiefschwarz, Hörner und Kriegstrommeln dröhnen, Orks jaulen und brüllen in Erwartung der Schlacht – die Szenerie erinnert an die besten Szenen aus Peter Jacksons Kino-Sextalogie. Aber diesmal bist DU der Heerführer Gondors. DU stehst in der vordersten Schlachtreihe und schwörst die Hauptleute mit markigen Worten auf den Kampf ein. DU erkletterst die Mauer, flankst über das Schanzkleid und stellst die Mauergarnison mit gezückter Klinge zum Kampf. Klirrend begrüßt sich der Stahl. Nach kurzem Duell gräbt sich das Waldläuferschwert tief in verderbtes Fleisch. Der Arm ist ab, wenig später der Kopf. Die Kämpfe sind genauso wuchtig und dynamisch wie in Mordors Schatten, dem Vorgänger und Überraschungshit von 2014 – aber sie sind viel, viel größer geworden! Standen Talion und Celebrimbor den Armeen des dunklen Herrschers damals noch allein gegenüber, so bringen sie diesmal eine ganze Armee mit. Wir haben in unseren Reihen einen Höhlentroll mit der Spezialfähigkeit feindliche Mauern einzureißen. Er macht sich sogleich am mächtigen Tor der Festung zu schaffen. Als die Torflügel in Fetzen fliegen, weicht nicht nur unserem Troll das Blut aus dem Gesicht. Ein weiterer schwer gerüsteter Kriegstroll steht da, mit einem archaisch anmutenden Flammenwerfer im Anschlag.

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Der vorführende Game-Designer erklärt, dass das aus dem Vorgänger bekannte und beliebte Nemesis-System deutlich erweitert und verfeinert wurde. Orks und Trolle – ja, Trolle sind jetzt auch dabei – gehören verschiedenen Stämmen an, die alle ihre eigene Kultur haben und manchmal auch miteinander verfeindet sind. Der feindliche Troll gehört einem Stamm an, der das Feuer liebt und sich auf den Kampf damit versteht. Andere Stämme verstehen sich auf die Beschwörung der Toten oder – weniger cool aber nützlich – das Finden seltener Gegenstände. Haben wir die Festung erobert, so können wir aus unserem Mitarbeiterpool einen geeigneten Kommandanten bestimmen. Welcher Bonus ist uns wichtiger? Ganz böse sind hingegen die verfluchten Orks. Der Fluch blockiert die magischen Fähigkeiten des Rings und muss im Kampf erst gebrochen werden.

Nachdem der Flammenwerfertroll unseren gesamten Sturmtrupp eingeäschert hat (Hey! Ich habe unseren Troll gemocht!), Talion auf einem schnell gerufenen Warg in Sicherheit geritten ist (das kann er jetzt) und über eine Treppe auf die Dächer gelangt ist, zündet er per Feuerpfeil einige praktisch platzierte explosive Fässer. Die Knallfrösche hat unser Spion platziert, den wir vorher in die Festung eingeschleust haben. Dann gerät Talion in arge Bedrängnis! Ein vorher besiegter Ork-Hauptmann hat den Tod betrogen (auch so eine Spezialfähigkeit) und legt die nun aschfahlen Finger um seine Kehle. In letzter Sekunde rettet ihn ein treuer Ork-Scharfschütze mit einem wohlplatzierten Pfeil in den Kopf des Unholds. Jetzt wird es episch – also, NOCH epischer! Talion schwingt sich auf die Schultern eines riesigen Drachen und zerstört einige Wachtürme. Einer der Türme ist jedoch mit einem Troll besetzt, der unser mächtiges Reittier kurzerhand aus der Luft pflückt.

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Schließlich hat sich Talion in den feindlichen Thronsaal vorgekämpft. Feuergitter verwandeln den Raum in ein flammendes Inferno. Wer auch immer die Burg gerade beherrscht, er dekoriert den Thronsaal nach seinem eigenen Geschmack. Noch herrscht der Overlord des Feuerstammes. Aber wenn wir unseren eigenen Statthalter einsetzen, dann bringt er auch eigene Deko-Ideen mit. Ich bin sehr gespannt wie dieses System in der Praxis aussieht. Doch erst muss der Thron erobert werden! Talion kämpft hart, doch es reicht nicht. Wieder mal buchstäblich in letzter Sekunde (Ist die Präsentation tatsächlich live?) springt uns ein Wargreiter zur Hilfe. Orks können jetzt auch Reittiere haben. Wir haben gewonnen und die Burg repariert sich innerhalb von Sekunden von selbst. Hier war ich etwas enttäuscht, denn ein Abwehrkampf mit der unterbesetzten und sturmreif geschossenen Feste wäre sowohl spannend als auch realistisch. Wir können unseren Neuerwerbung jetzt ausbauen, um mehr Truppen unterzubringen oder wir verstärken sie mit Spikes und Teerpfannen gegen zukünftige Angriffe. Damit war die Präsentation beendet.

Ein leckeres Buffet später (Sushi!!!) durfte ich im Gespräch mit den Monolith-Mannen Michael De Plater (Vice President Creative) und Phil Straub (Director of Arts) die harten Fakten erörtern. Die Spielwelt wird in mehrere große Sandboxen unterteilt, die separat geladen werden müssen – gleich nach dem Start mit dem Drachen gleich nach Mordor fliegen und bei Sauron vorbeischauen ist also nicht. Was aber geht ist das Einschleichen in eine feindliche Festung auch außerhalb der Schlacht. Die jeweilige Sandbox ist komplett frei begehbar. Heutzutage nicht mehr selbstverständlich: die Spielwelt entwickelt sich nur dann weiter, wenn du auch tatsächlich an der Konsole oder am PC sitzt. Es kann also nicht vorkommen, dass du von einem dreiwöchigen Urlaub dein Imperium in Scherben findest und Talion in einem Zelt haust.

© Warner Bros.

Der Strategieteil soll nicht zu anspruchsvoll werden und den Spieler nicht unter Druck setzen. In erster Linie bleibt Schatten des Krieges ein Actionspiel. Zu viel Micromanagement soll es auch nicht geben. Wenn wie in der Präsentation ein Mauerbrecher-Troll an der Schlacht teilnimmt, so marschiert er automatisch zum Burgtor und verrichtet seine Arbeit. Seinen Weg bestimmen oder ihm weitere Ziele zuweisen geht nicht. Jedoch sind umfangreiche Rollenspielelemente geplant. Talion bekommt mehrere ausgedehnte Skilltrees und darf mit vielerlei hilfreicher Ausrüstung ausgestattet werden. Siehst du bei einem deiner Untergebenen ein besonders wertvolles Rüstungsteil, so kannst du den armen Wurm töten und seinen Schatz für dich behalten. Das soll nicht dazu führen, dass du irgendwann den Ruf eines Schlächters innehast und deine Truppen in Scharen desertieren, auch wenn diese Möglichkeit teamintern besprochen wurde. Spielbarkeit und Zugänglichkeit sind für Monolith oberstes Gebot.

Es sind hohe Ziele, die sich Monolith mit diesem Spiel gesetzt hat. Es bleibt die Frage ob es auch langfristig abwechslungsreich und spannend bleibt oder ob sich der Festungskampf doch irgendwann abnutzt. Auch ist noch wenig über die Spielstruktur außerhalb der Belagerungen bekannt. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die Entwickler aus den Fehlern des Erstlings gelernt haben und uns ein rundes und bombastisches Action-Abenteuer präsentieren werden. Wenn die Arbeiten wie geplant vonstattengehen, dann kannst du dich im August dieses Jahres in den Ringkrieg stürzen.

Mittelerde: Schatten des Krieges

Erscheinungsdatum: 24. August 2017
Publisher: Warner Bros.
Entwickler: Monolith
Plattform: PS4, PS4 Pro, Xbox One, Xbox Scorpio, PC
Preis: 60 bis 70 Euro (Standard), 90 bis 110 Euro (Gold Edition), 300 Euro (Mithril Edition)

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Ich bin Martin und habe schon alles gezockt was Knöpfe hat. Ich unterstütze Thomas mit Reviews und Berichten aus den tiefsten Nischen, die unser Daddelhobby zu bieten hat.
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