Kurzreview: Alphadia (3DS) – Klassik für unterwegs

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Alphadia beginnt so klassisch, wie es für ein Japano-Rollenspiel nur geht – in einem winzigen Dorf am Ende der Weltkarte. Dort wohnt der junge Schwertkämpfer Ash, unser jugendlicher Held. Eines Tages kommen die verbannte Prinzessin Shion und ihr Bodyguard Wied in das Örtchen. Die beiden sind auf der Flucht vor Rosenkreutz, der Elitetruppe des bösen Schwarzschild-Imperiums (Deutzko forsewin!). Natürlich kommt es zum Kampf mit den Verfolgern und der macht Ash so viel Spaß, dass er gleich beschließt, die beiden auf ihrer Reise zur Rettung des Reiches zu begleiten. Seine Sandkastenfreunde, der Knochenbrecher Karim und Tomboy-Mädel Eclair, kommen natürlich auch gleich mit. Zwei Girls und ein Held, wittere ich da etwa ein Liebesdreieck?

Ebenso klassisch gibt sich das Gameplay: Oberwelt, Dungeons, Rundenkämpfe, Shopping in Städten. Eclair liebt Shopping! Angenehmerweise muss kaum aufgelevelt werden und Kämpfe laufen auf Wunsch auch automatisch ab. Viel verpasst man dabei nicht, das Kampfsystem ist nicht allzu tief. Vier Recken dürfen gleichzeitig ran und stellen sich in zwei Reihen auf. Frontkämpfer vorne, Magieschützen hinten. Netterweise bekommt auch die Ersatzbank nach dem Kampf Erfahrungspunkte. Spezialpunkte zum Entwickeln der Kampffähigkeiten gibt es aber nur für Kampfteilnehmer. Trotzdem erfreulich, dass du so keine hoffnungslos unterlevelten Karteileichen in der Party hast. Yuffie aus Final Fantasy 7 lässt schön grüßen.

Technisch ist leider nicht viel los. Die Spielwelt besteht, ähnlich den frühen RPGs der 8- und 16-Bit-Zeit, aus den ewig gleichen Assets. Nur gelingt es diesem Spiel sogar noch trister und kacheliger auszusehen. Aus Fässern und Kisten werden ganze Labyrinthe gebaut und alle Dungeons sehen gleich aus. Trotz der technischen Genügsamkeit stört ein permanentes, gleichbleibendes Ruckeln. Irgendwann gewöhnst du dich dran, trotzdem ist es unverständlich und nicht schön. Zwar handelt es sich hier um eine Konvertierung eines iOS-Spiels, trotzdem sollte für den Preis von knapp zehn Euro eine vernünftige Anpassung für Nintendos Handheld drin sein. Die Musik ist ganz okay, bringt aber keine Klassiker hervor.

Warum trotzdem diese recht hohe Wertung? (Ich weiß, du hast vorgescrollt und sie dir schon angeschaut. Komm schon, gib’s zu!) „Schuld“ daran sind die hochwertigen englischen Texte, die ich in dieser Qualität sonst nur von Working Designs kenne. Schutzritter Wied entstammt altem Adel und weiß, sich distinguierter Hochsprache zu befleißigen. Er rümpft immer etwas die Nase über die trampeligen Manieren der Dorftrottel Ash und Karim. Diese geben mit ihrer Bauernschläue reichlich Kontra. Pomboy-Törtchen Eclair schafft es mit liebevoller Strenge, die Streithähne zur Räson zu bringen. So entspinnen sich herrliche Wortgefechte, die einfach Spaß machen und einem die bunte Truppe sofort ans Herz wachsen lassen. Und ist es nicht letztlich das, was ein gutes Japano-Rollenspiel ausmacht? Dafür und für die allgemeine Zugänglichkeit und den unkomplizierten Rollenspielspaß vergebe ich 6 von 10 fluffigen Pogopuscheln.

Alphadia

Wertung: 6/10
Publisher: KEMCO
Entwickler: KEMCO
Plattform: 3DS (getestet), iOS, Android
Preis: 9,99 Euro

Die Review-Version wurde selbst gekauft. Alle Screenshots stammen vom Publisher.

Martin
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Ich bin Martin und habe schon alles gezockt was Knöpfe hat. Ich unterstütze Thomas mit Reviews und Berichten aus den tiefsten Nischen, die unser Daddelhobby zu bieten hat.
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