Ausgepackt: Nier Automata Black Box Edition

Teurer Spaß für hartgesottene Fans

© Square Enix, Martin Nagel

Es ist wieder Auspackzeit! Diesmal haben wir dir eine waschechte Black Box geborgen und analysiert. Und dazu musste ich nicht mal ein Flugzeug abschießen, wie ich es ursprünglich vorhatte. Doch Spaß (hoffentlich) beiseite! Die schwarzen Boxen spielen in der Geschichte von Nier: Automata eine wichtige Rolle und durften deshalb das Thema für die Collector’s Edition des Spiels vorgeben. Doch in der Welt von Nier hat alles seinen Preis…

Der Preis beträgt in diesem Fall knappe 190 Euro und es kommen noch einmal mindestens 23 Euro Versandkosten obendrauf. Happig und nahe an der Grenze zum Unverschämten, aber einem echten Fan ist halt nichts zu teuer. Auf Nachfrage teilte der Support von Square Enix mir mit, dass die Versandkosten nun einmal so hoch seien und nicht zu ändern wären. Bei der ebenfalls üppig bepreisten Sammlerbox von Final Fantasy 15 ging es noch ohne Versandkosten.

Jetzt wo die größte Kröte geschluckt ist und du immer noch weiterliest, schauen wir uns mal an, was wir für das viele Geld bekommen.

Die eigentliche Black Box befindet sich in einer Umhüllung aus dünnem Karton, auf dessen Rückseite die Inhalte der Edition beworben werden – und zwar auf Deutsch! Das ist ungewöhnlich und treibt die Produktionskosten in die Höhe, nichtsdesdotrotz hat es einen netten Touch von Service.

© Square Enix, Martin Nagel

Haben wir diese erste Hürde gemeistert, so erwartet uns eine große stabile schwarze Pappbox mit feinen Intarsien. Sie wirkt edel, wertig und einfach schön. Ziehen wir den Deckel nach oben ab, so präsentieren sich die drei Beigaben schick präsentiert und sicher gehalten wie in einem Messerblock – zumindest in der Theorie. Mir purzelte beim Auspacken die Haltekonstruktion samt Inhalt munter entgegen. Sie war wohl nicht ausreichend mit dem Boden der Box verklebt.

Nach etwas Bastelarbeit ist alles wie es sein soll. Aufgereiht wie die Orgelpfeifen erwarten uns Figur, Steel- und Artbook. Ich weiß, du willst als erstes mehr über die kleine 2B erfahren, also beginnen wir mit ihr. Sie hat ihre eigene kleine schwarze Box, die wieder mit den wunderschönen Intarsien versehen wurde. Durch ein Fenster schaut sie keck in die Welt wie eine – naja lassen wir das. Der mattschwarze Karton wirkt wieder sehr edel, ist aber auch anfällig für Staub und Fingerabdrücke – vor allem Fingerabdrücke!

Haben wir 2B aus ihrem Käfig befreit, so fällt auf wie klein sie eigentlich ist. Sie steht auf dem etwas bedröppelt dreinblickenden Kopf eines besiegten Androiden, der ihr gleichzeitig als Sockel dient. Die ganze Konstruktion ist nur 15 Zentimeter hoch! Zwar ist die Figur wunderschön gestaltet, hochdetailliert und kompetent eingefärbt, aber eben auch wirklich klein. Sie steht da in einer abenteuerlustigen Kampfpose und hat ihr viel zu großes Katana in der Hand und pervers veranlagte Naturen könnten ihr unter den kurzen Rock schmulen und sich an ihrem weißen Höschen ergötzen – machen wir natürlich nicht, wir sind ja Gentlemen!

© Square Enix, Martin Nagel

Nächster Halt, Artbook! Es ist angenehm groß mit solidem Hardcover. Die Größe täuscht allerdings etwas, denn die Seiten sind sehr dick, fast wie Karton. Letztlich umfasst es nur 64 Seiten, die aber mit schicken Artworks und sehr hochwertigem Layout glänzen. Ich hätte dennoch gerne ein paar Seiten mehr gehabt und hätte dafür auch gerne auf die Dicke der Blätter verzichtet. Zudem scheint mir die Fadenbindung bei häufigem Durchblättern nicht gerade vertrauenswürdig. Sehr unschön: sitzt das Buch in seiner Halterung, so ergeben sich unweigerlich ärgerliche Dellen am Buchrücken und an den Außenkanten. Die Halterung sitzt einfach zu eng und das Problem verschlimmert sich noch wenn sich der Buchrücken durch das Blättern etwas zur Seite dreht. Liebe Neo-Geo-Fans, Insertion Marks gibt es nicht nur bei euren geliebten Modulen.

Zuletzt gibt es noch ein schön gestaltetes Steelbook mit schickem Innenmotiv. Aufgeklappt finden wir links den Soundtrack auf Audio-CD und rechts die Blu-ray mit dem Spiel. In der Mitte festgeclippt sind noch ein paar Zettelchen mit den (vernachlässigbaren) Downloadcodes der Day One Edition.

Der Soundtrack enthält einen schönen Mix an Stücken aus Nier Gestalt/Replicant und Nier: Automata. Die Tracks wurden live aufgeführt, also hörst du manchmal (verhaltenen) Applaus. Mich hat es etwas irritiert, aber nicht gestört. Nier-Fans wissen bereits, dass die Musik dieser Reihe etwas ganz Besonderes ist und so verhält es sich auch mit dieser CD. Bei mir läuft sie gerade auf langen Autofahrten und macht einfach nur Spaß.

© Square Enix, Martin Nagel

Tja, das war es dann auch schon. Viel Geld für wenig Inhalt. Wenn ich da an die Collector’s Edition vom ersten Bravely Default denke, dort gab es fast den gleichen Inhalt für knappe 100 € – inklusive deutlich größerer Figur aus Kunststein. Aber wir haben nicht mehr 2013 und erst recht nicht die Achtziger. Die Rohstoffpreise steigen stetig, was besonders Sammler von Actionfiguren gerade hart zu spüren bekommen – und auch der Chinesische Fabrikarbeiter möchte heutzutage auch ganz gerne mal ein Auto und einen Kühlschrank besitzen. Dennoch bewegt sich die Box am oberen Ende der vertretbaren Preisgestaltung. Deswegen mag ich den Kauf wirklich nur ganz hardcorigen Nier-Fans empfehlen. Vielleicht ist der hohe Preis ja auch ein philosophischer Test? Wie weit bist du finanziell bereit zu gehen, um dieses außergewöhnliche Game zu genießen? Zutrauen würde ich es den Entwicklern, die mir im ersten Teil die Aufgabe meines schwer erkämpften Speicherstandes abverlangt haben.

Die Edition ist über diesen Link im Online-Shop von Square Enix erhältlich. Aktuell kannst du dich auf die Warteliste setzen lassen, aber ob du das auch willst, überlasse ich dir und der Stärke deiner Fanliebe.

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Ich bin Martin und habe schon alles gezockt was Knöpfe hat. Ich unterstütze Thomas mit Reviews und Berichten aus den tiefsten Nischen, die unser Daddelhobby zu bieten hat.
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